Von Erlcenntnifs und Wahrfcheinlichkeit. 289
ungeachtet gewiis, dafs diefer Umftand auf denVerband einen grofsen Einflufs hat, und dafs erinsgeheim das Anfehen deffelbigen Beweifes allän-dert, nach den verfchiedenen Zeiten, in welchen eruns vorgelegt wird. Eine gröfsere Kraft und Leb-haftigkeit in der Impreffion bringt natürlicherweifeebenfalls eine gröfsere Kraft zu dem damit verbun-denen Begriffe; und die Grade der Stärke und Leb-,liaftigkeit find es nach dem vorhergehenden Syfte-me, wovon der Glaube abhängt. .
Noch giebt es einen andern Unterfchied,den wir häufig in unfern Graden des Glaubens unclcler Ueberzeugung bemerken, und welcher, ohn-erachtet er durch die Philofophen verfchrieen ift,niemals ermangelt, zu wirken. Eine Erfahrung,die neu und frilch in unferm Gedächtniffe ift, affi-cirt uns mehr, als eine andre, die gewiflermafsen.fchon aus unferm Bewufstfeyn verwilcht ift; undhat auch einen gröfsern Einflufs fo wohl auf den-Verband, als auf den Willen. Eine lebhafte Ini-preffion bringt eine gröfsere Ueberzeugung hervor,als eine fchwache; weil fie mehr urfpriinglicheKraft in fich enthält, die fie dem damit verknüpftenBegriffe mittheilen kann, und welcher dadurch ei-ne gröfsere Stärke und Lebhaftigkeit erhält. Einonoch neue Bemerkung hat eine gleiche Wirkung;weil die Gewohnheit und der Uebergang vollftändi-ger ift, und die urfpriingliche Kraft in der Mitthei-lung beffer behält. So wird ein Säufer, der feinenGenoffen von einer Ausfchweifung im Trünke fter-Er ft er Band. T ben