Von Erkenntnifs und Wahrfcbein!iclikcit. 233
einreifst, was die Gewohnheit aufgebauet hat, undwenn fie die Stärke des Begriffs um eben fo vielvermindert, als fie durch die letztere Urfache ge-wachfen ift. Ein künftiger Zuftand ift fo weit vonunfrer möglichen Wahrnehmung entfernt, und wirhaben einen fo dunkeln Begriff von der Art undWeife, wie wir nach der Aufiöfung diefes Körpersexil'tiren follen, dafs alle die Gründe, welche wirerfinden, fo ftark fie an fich feyn mögen, und fofehr fie auch von der Erziehung unterftützt werden,doch niemals mit ihren fchwachen Einbildungenim Stande find, über diefe Schwierigkeit Herr zuwerden, oder dem Begriffe eine gehörige Stärkeund Anfehn zu verfchaffen. Ich fchreibe aber diefeUngläubigkeit noch weit lieber dem fchwachen Be-griffe zu, den wir uns von unferm künftigen Zu-ftande machen, und der von dem Mangel derAehnlichkeit jenes Lebens mit dem gegenwärtigenherrührt, als dem Grunde, der von der weitenEntfernung deffelben hergenommen ift. Denn ichbemerke, dafs die Menfchen immer für das beforgtfind, was fich nach ihrem Tode in diefer Welt zu-tragen wird; und dafs es wenige giebt, denen ihrName, ihre Familie, Freunde und ihr Vaterlandin irgend einer Periode der Zeit ganz gleichgültigwäre.
Und in der That, der Mangel der Aehnlich-keit vernichtet in diefem Falle den Glauben fo ganzund gar, dafs es, aufser den wenigen, welche durchkaltes Nachdenken über die Wichtigkeit des Ge-gen-