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1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
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231
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Von Erlcenntnifs und Walirfclieinliclilceit.. 231

pfung mit gewiffcu Begriffen in ihrer Seele; unddiefe Begriffe flehen fodann wieder mit den Bege-benheiten oder Dingen, die fie erzählen, in Ver-knüpfung. Diefe letztere Verknüpfung gilt über-haupt genommen viel zu viel, und fordert oft un-fern Beifall bei Dingen, welche keine Erfahrungrechtfertigen kann; und diefes kann von nichts an-ders herrühren, als von der Aehnlichkeit zwifchei»den Begriffen und den Begebenheiten. Andre Wir-kungen deuten ihre Urfachen blos auf eine verfteck-te Weife an; aber das Zeuenifs der Menfclien thutdiefes geradezu, und kann eben fo wohl als einBild, als wie eine Wirkung betrachtet werden.Kein Wunder alfo wenn wir fo rafch in Ziehungder Folgen davon find, und wenn wir uns in un-fern Urtheilen hierüber weit weniger durch Er-fahrung leiten laffen, als in den Urtheilen über ir-gend etwas andres.

So wie die Aehnlichkeit, wenn fie mit derurfachlichen Verknüpfung verbunden ift, unfreSchlüffe befeftiget; fo ift der Mangel derfelben,wenn er einen beträchtlichen Grad erreicht, gemei-niglich die Urfache ihrer gänzlichen Zerrüttung.Hiervon liegt nun ein felir merkwürdiges Beifpielin der allgemeinen Sorglofigkeit und Stumpfheit derMenfchen in Beziehung auf einen künftigen Zu-ftand, wobei fie eine eben fo hartnäckige Ungläu-bigkeit bezeigen, als in vielen andern Fällen eineblinde Leichtgläubigkeit. Es giebt in der Thatkeine reichere Materie zum Verwundern für den

denken«