220 Ueber die menfchlicbe Natur»
Ich habe oft bemerkt, dafs aufser der Urfache 1uncl Wirkung die zwei Verhältniffe der Aehnlich-keit und der Kontiguität als Gründe der Affociationder Gedanken zu betrachten find, welche fähig find,die Einbildungskraft von einem Begriffe zum an-dern zu leiten. Ich habe clieferhalb auch bemerkt,dafs, wenn zwei Objekte durch eines diefer Ver-hältniffe verknüpft find, und das eine davon demGedächtniffe oder den Sinnen unmittelbar gegen-wärtig ift, dafs alsdann die Seele nicht nur verniit«telft des affociirenden Princips zu feinem Korrelatgeführt wird; fondern dafs fie fich diefe Vorftellungauch mit weit gröfserer Lebhaftigkeit und Stärkedenkt, eben weil jenes Princip und die gegenwärti-ge Impreffion vereinigt wirken. Alles diefes ihabeich angeführt, um nach der Analogie ineine Er-klärung unfrer Urtheile überUrfache und Wirkungzu beftätigen. Aber vielleicht könnte man geradedenfelben Grund auch gegen mich brauchen, undanftatt zur Beftätigung meiner Meinung zu dienen,könnte er ein Einwurf dagegen werden. Denn,könnte man fagen, wenn alle Theile diefer Hypo-thefe wahr find, nämlich, dafs diefe drei Arten vonVerhältniffen von eben denfelben Gründen abgelei-tet find; dafs ihre Wirkungen fämmtlich in demVerftärken und Beleben der Begriffe beftehen, undalfo einerlei find; und dafs der Glaube nichts wei-ter ift, als eine ftärkere und lebhaftere Vorftellungeines Begriffs; fo würde folgen, dafs diefe Hand-lung des Gemüths nicht allein von dem Verhältniffe
der