216 Ueber die m enfchli che Natu'r.
durch ein Beifpiel erworben werden kann; fo follteman denken, dafs der Glaube in diefem Falle nichtdie Wirkung der Gewohnheit feyn könnte. Aberdiefe Schwierigkeit wird verfchwinden, wenn manerwägt, dafs, ob wir gleich hier nur eine Erfah-rung von einer befondern Wirkung angenommenhaben, wir dennoch fchon Millionen andre Erfah-rungen gemacht haben, die uns im Allgemeinenvon dem Grundfatze überzeugen: dafs gleicheD inge unter gleichen Umftänden auchallemal gleiche Wirkungen h e r v p r -bringen; und da diefer Grundfatz durch eine folange Gewohnheit fich befeftiget hat, fo giebt er je-der Meinung, auf die er angewandt werden kann,Evidenz und Feftigkeit. Die Verknüpfung der Be-griffe nach einer einzigen Erfahrung ift noch nichthabituell geworden; aber diefe Verknüpfung ftehtwieder unter einem andern Princip, das uns ganzhabituell ift; und diefes bringt uns alfo wieder zuunferra angenommenen Grundfatze zurück. Wirwenden alfo in allen Fällen unfre bisherige Erfah-rung auf die Begebenheiten an , von denen wir bis-her noch keine Erfahrung gehabt haben, es ge-fchehe nun diefes ausdrücklich oder ver-fteckt, direkt oder indirekt.
Ich darf diefe Materie nicht verlaffen, ohne zubemerken, dafs es fehr fchwer fey, von den Opera-tionen der Seele mit vollkommner Beftimmtheit undGenauigkeit zu reden; weil die gemeine Sprachefie feiten genau von einander unterfcheidet, fon-
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