Von Raum und Z c i t.
IOI
fungen und Proportionen der Figuren werden ge-nau genommen, aber die Zeichnungen werden grobund mit vieler Freiheit entworfen. Sie können niebeträchtliche Irrthiimer veranlaffen, ja überall garnicht, wenn nicht cliefe Wiffenfchaft von allen Sei-ten nach der gröfsten Vollkommenheit ftrebte.
Zuerft frage ich die Mathematiker, was fiedarunter verftehen, wenn fie fagen, eine Linie oderFläche fey gröfser oder kleiner, als eine andre,oder ihr gleich? Ich fordere alle auf, hierauf eineAntwort zu geben; fie mögen zu einer Sekte ge-hören, zu welcher fie wollen, und die Zufammen-fetzung der Ausdehnung aus untheilbaren Punk-ten, oder aus ins Unendliche theilbaren Grülsenbehaupten. Diefe Frage wird fie g^wil's beide inVerlegenheit fetzen.
Es giebt wenig oder gar keine Mathematiker,welche die Hypothefe der untheilbaren Punkte ver-theidigen; und doch gewährt ihnen diefe geradedie leichtefte und richtigfte Antwort auf die gegen-wärtige Frage. Sie dürfen nur erwiedern, dafsLinien oder Flächen fich gleich find, wenn die 'Zahlder Punkte in jedem gleich ift, und dafs, fo wie fichdie Proportion der Zahlen ändert, auch die Pro-portion der Linien und Flächen verändert werde.Aber obgleich diele Antwort eben fo richtig alsleicht ift, fo fcheint doch ilieler Maasftab völligunnütz zu feyn,. indem wir. niemals eine folcheVergleichung anftellen, wenn wir die Gleichheitoder Ungleichheit der ^Objekte beftinunen wollen.
Denn