§2 Ueber die menfcliliebe Natur»
Ordnung der Punkte, oder die Art, wie fie erfchei-nen, bezieht. Ja felbft, wenn die Aehnlichkeitfich auf die Objekte der übrigen Sinne erftreckt,und die Gefiihlsimpreffionen werden den Gefichts-impreffionen in Anfehung der Ordnung ihrer Theileähnlich befunden; fo kann der abitrakte Begriffrecht gut beide vorftellen, in fo fern fie fich näm-lich ähnlich find. Denn alle abftrakte Begriffe findim Grunde nichts, als individuelle, die in einer ge-wiffen Rücklicht betrachtet werden; da fie aber anallgemeinen Ausdrücken hängen, fo können fie ei-ne grofse Mannichfaltigkeit vorftellen und Objekteunter fich begreifen, welche in einigen Stücken ein-ander ähnlich, in andern aber fehr weit von ein-ander unterfchieden find.
Ein andres Beifpiel von abftrakten Begriffengewährt uns der Begriff der Zeit, der von der Suc-cei'fion unfrer Vorftellungen aller Art abgeleitet ift,von Begriffen fowohl, als von Impreffionen, undzwar von letztem, fie mögen durch Sinne oderdurch Reflexion entftanden feyn. Diefer Begrifflunfafst noch eine weit gröfsere Mannichfaltigkeit,als der Begriff des Raums, aber er ift dennochauch in der Phantafie durch einen befondern indi-viduellen Begriff von einer beftimmten Quantitätund Qualität vorgeftellt.
So wie wir von der Ordnung der Achtbarenund fühlbaren Gegenftände den Begriff des Raumserhalten, lo machen wir uns von der Folge der Be-griffe und der Impreffionen den Begriff der Zeit.
Die