Druckschrift 
1 (1790) Ueber den menschlichen Verstand
Entstehung
Seite
26
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Lieber die menfchlicli'e Natur.'

ländlichen Eigenfchaften der Weisheit und Güte>über alle Grenzen hinaus vermehrt haben. Wir mö-gen diefe Prüfung fo weit fortfetzen als wir wollen;fo werden wir allemal finden, dafs jeder Begriff, denwir der Unterfuchung unterwerfen, von einer ihmähnlichen Impreffion ein Abdruck ift. Wer die all-gemeine Wahrheit diefer Behauptung nicht zugefte-hen will, hat nur eine und zwar eine fehr leichteMethode, fie umzuftofsen; er darf nämlich nur ei-nen Begriff Vorbringen, der feiner Meinung nachnicht aus diefer Quelle gekommen ift. Dann wirdcs unfre Pflicht feyn, wenn wir unfre Theorie inAnfehen erhalten wollen, die Impreflion, oder dielebhafte Vorftellung anzuführen, welche ihm ent-fp rieht.

Zweitens, wenn jemand wegen Mangeldes Organs für gewiffe Arten von Empfindungenkeine Empfänglichkeit hat, fo wird man allemal fin-den, dafs er auch eben fo wenig der Begriffe fähigift, die jenen Eindrücken entfprechen. Ein Blin-der kann fich keine Vorftellung von Farben machen,ein Tauber keine von Tönen. Gebt jedem von ih-nen den ihm fehlenden Sinn wieder; und ihr wer-det durch die Eröffnung des neuen Weges zu dieferArt der Empfindungen, auch einen Weg für die Be-griffe derfelben eröffnet haben; er wird nun keineSchwierigkeit mehr darin finden, fich diefe Objek-te vorzuftellen. Eben fo ift es, wenn ein Gegen-Itand, der eine Empfindung verurfachen könnte,niemals auf die Organe gewirkt hat. Ein Lapplän-der