Das Bauwesen und seine Lieferanten.
Keine Industrie, kein Gewerbe kann in solchem Maße das allgemeine Interesse für sich bean-spruchen wie dc\s Bmiwesen mit seinen vielseitigen Fabrikaten. Ist doch jeder Mensch durchseine Wohnung, seine Arbeitsstätte oder die Räume, in denen er sich zu irgendeinem Zweckeaufhält, stets in engster Berührung mit Bauwerken.
Keine Industrie, weder die Eisenindustrie noch die Kohlenindustrie, beschäftigt in Deutschlandannähernd so viel Arbeiter wie die Bauindustrie, beider wird aber, abgesehen von der rechtgroßen Anzahl von Unternehmern, dem Bauwesen von dritter Seite und dabei ganz besondersvom Kapitalmarkt nicht das seiner Bedeutung entsprechende Entgegenkommen gezeigt.
Der Grund hierzu liegt darin, daß in der Regel die Gewinnaussichten nicht allzu verlockendesind, und daß der Verdienst für die Unternehmer bei den durch die übermäßig große Konkurrenzgedrückten Preisen meist ein recht bescheidener und oft unter dem Druck der Verhältnisse sogarverlustbringender ist. Für den Bauherrn, der für seine eigenen Bedürfnisse und nach seinem be-sonderen Geschmack bauen läßt, entstehen Bauwerke, die nur selten bei späterem Verkaufe diegehabten Auslagen wieder einbringen. Für den Bauspekulanten aber, der seine Bauten von vorn-herein mit der Absicht des Weiterverkaufes herstellt, hängt alles von der Marktlage und von derWohnungsnachfrage sowie nicht zulegt von seinen eigenen Geldverhältnissen ab. Leider wirddieser Unternehmer daher für seine Häuser oft nur unter recht ungünstigen Bedingungen und beisehr geringen Anzahlungen einen Käufer finden. Nicht selten kann der Hausverkauf auch nur dannzustande kommen, wenn der Verkäufer sich statt mit barem Gelde mit Übertragung von Grund-stücken bezahlen läßt. Unter solchen Umständen sind natürlich die Geldmittel des Bauherrn bzw.des Unternehmers rasch festgelegt und mit ihnen dem neuen Grundstücksbesitzer die Möglichkeitgenommen, auf solider Grundlage weitere Bauten zu errichten.
Das Los des Hauseigentümers ist demzufolge, abgesehen von den vielen Lasten und dem beiUntervermietung des Hauses unvermeidlichen Ärger sowie der Schwierigkeit bei Beschaffung von