X/Sp&bC
y&ssg
I3SSS)
tige Widersacher der Lutherischen Lehre, und aus der schwedischenReformationsgeschichte entnahm Hellqvist auch später noch die Motivezu einigen seiner Historienbilder. Das genannte Bild erinnerte in seinerharten, auf jede Luftperspektive und Schattenwirkung verzichtenden Dar-stellungsmanier und in dem dichten Zusammendrängen von Volksmassenauf einen verhältnissmässig kleinen Raum an die archäologischen Nei-gungen des Antwerpener Meisters Henry Leys. Vermuthlich hat Hell-qvist den Einfluss des letzteren durch die Geschichtsbilder seines Lands-manns Graf Georg von Rosen erfahren, welcher ein Schüler von Leysgewesen war und in dessen archaisirender Manier weiter schuf. InMünchen eignete sich Hellqvist übrigens bald eine breitere und saftigerePinselführung an, wofür schon sein nächstes historisches Gemälde, derin der Schlacht bei Bogesund verwundete »Sten Sture, der Reichsvor-steher von Schweden, stirbt auf dem Eise des Mälarsees« Zeugniss ab-legte. Der Künstler beschränkte sich während seines Aufenthalts inMünchen übrigens keineswegs auf historische Stoffe. Er malte auchBildnisse, Landschaften aus den bayerischen Alpen und Genrebilder aus demVolksleben wie z. B. die köstliche Humoreske »Bismarck oder Moltker«,deren Gipsbüsten von einem herumziehenden italienischen Händlerso gleichmässig verlockend präsentirt werden, dass ein alter Bauer,dem die Verlockung in einem Biergarten nahe tritt, eine schwere Wahlhat. Im Jahre 1882 siedelte Hellqvist nach Paris über, und dort bil-dete er sich unter dem Einfluss der modernen Strömungen der franzö-sischen Kunst, namentlich der Hellmalerei und Modellmalerei im Freien,und Munkacsys weiter aus, verfiel gelegentlich aber auch in die Ueber-treibungen der Pariser Schule. Als Früchte dieser internationalen Stu-dien des Künstlers entstanden »Luthers Ankunft auf der Wartburg«,noch an die ältere archaistische Manier streifend, die »Disputationzwischen dem Kanonikus Peter Galle und Olaus Petri, einem SchülerLuthers, zu Upsala 1524 im Beisein Gustav Wasas«, von Munkacsy be-einflusst, die sonnige Idylle »Auf der Waldbank«, ein Mönch und einjunges Mädchen im Modekostüm, das ebenfalls sehr licht gehaltenePortrait des Professors L. Thiersch im Garten, eine kolossale Gebirgs-landschaft im Schnee mit einem schon halb verschneiten Mädchen, wel-ches von Kälte und Müdigkeit überwältigt mit seinem Kinde vor einemBildstock niedergesunken ist, die »Einschiffung der Leiche Gustav Adolfsim Hafen zu Wolgast«, bis jetzt seine reifste, im Kolorit und in derCharakteristik gediegenste Schöpfung, und die »Brandschatzung derschwedischen Hansastadt Wisby durch den dänischen König WaldemarAtterdag im Jahre 1361«, auf welchem letzteren Bilde Hellqvist jedoch