geller, (£ßr. 025
Sateinfd;ule, aud; Katecßet in ber $ilialgemeinbe Norbemroalb. Surdj einen ju>ei-jäßrigen Unterricht für Seßrer unb Seßrerinnen, burcß Unterroeifung ber meiftcn 6e=reitS angeftettten Sanbfdhulte^rer, burd; monatliche Konferengen unb regelmäßige 33e=fudje in ben Sd;ulen ber Stabt mußte er fid; feine SIr&eiter unb 3lrbeiterinnen meßrunb meßr ßerangubilben. Unter ben letzteren fanb er (1811) feine fünftige ©attin,eine i$rebigergtod;ter, Sopßia Siegfrieb, bie non ba ade feine SBege big groei ^aßreoor feinem Sobe treu, uerftänbig unb ßingebenb mit ißm gieng. ©in einfacher |>anb»roerfämann tßat ißm ßier ben Sienft, roelcßen ber Saie $oßann uon 33nfel bem großenS)3rebiger Sauler, ber eble Nürnberger Kaufmann Sobiag Kießling bem trefflichenSßrebiger Scßöner (Nerf. beg Siebeg: „Himmelan!") getßan. „$reunb," fagte gellermand;ntal gu bem armen Sd;reiner, ber nid;t lefen noeß fd;reiben fonnte, „Sßr ßabteure ©rfenntnig im H er 3 e u unb icß nur in ben SBücßern." 316er am ©ßarfreitag 1818trat ißm bei ber ^Betrachtung ber £eibenggefd;icßte in einer ißrebigt oon Sogfiel, überben Kampf in ©etßfemane, bag ©eßeimnig ber Sßerfon S e f u unb feiner Nerfößnungfo naße, baß er fieß oon ba an in einer perfönlicßen Nerbinbung mit (gefu, bemSoßne ©otteg füßlte, bie ißn big in ben Stob ßinein begleitet ßat. Scßrei6er biefeg
erinnert fieß aug 3etlerg Nlunbe einmal geßört gu ßaben, roie ißn um jene $eit,äßnlidj mie ben Knaben ^ingenborf, ein in einem SBirtgßaufe ßangenbeg Krugifij: mitber befannten Unterfcßrift: „Sag tßat icß für bid;, 3Bag tßuft bu für mieß!" 6e=fonberg tief bemegt ßabe. Seiner bamaligen ©mpfinbung giebt bag feßöne Sieb inber Sammlung feiner Sieber (1871): „Sange gieng icß in ber ^rre", fpreeßenben3lugbrud. S3on ba an mar geller erft ber gange SSJlann, ber er merben folfte.„Sie Siebe ßßrifti bringet ung"; biefeg Slpoftelroort giebt ung ben eigentlichen Scßliiffelgum Nerftänbnig beffen, mag mir ißn halb barnaeß alg Hauptarbeit feineg Sebengbeginnen unb mit einer Stuße, Klarßeit, Stetigleit, Selbftoerleugmtng, Kraftentfaltungmännlicß unb linblid; gugleid; big an fein ©nbe fortfüßren feßen, bagu er aug feineranberen Quelle bag Vermögen ßätte fd;öpfen fönnen. „Ungeßeuere Kraft!" fagteNeftaloggi bei feinem S3efud;e in 33euggen (1826) bureß bag H au g ßingeßenb, roiber»ßolt oor fieß ßin. „Ungeßeuere Kraft!" Solcße ungeßeuere unb bod; ftetige Kraftgiebt eben bie Siebe ©ßrifti.
Scßon in Ufingen regte fieß in unferem geller beo ©eift be3 ©obarmeng mitbem armen SSoIfe, ber fpäter in bem Huuptroerte [ e ineg Se6eng bie Scßroingen ent»falten follte. ©r erfannte namentlich iu befferer Sd;ul= unb Seßrerbilbung ein roefent»Iid;es SRittel, bem fittlicßen SBerfommen begfelben entgegenguroirfen, mie fid; beim alletieferblidenben Nolfgfreunbe auf biefen ißunft ßingebrängt füßlten unb füßlen. 3>neiner oor ung liegenben ©ingabe an bie oberfte 33eßörbe beg Kantong 3(argau oontSaßre 1815 über bie Nerbefferung beg bortigen Scßulmefeng flagt gelter gunäd;ftüber bie Ungulänglicßleit unb bann ©infeitigfeit begfelben. „Unfere Scßulen fteßenfo menig in Übereinftimmung mit ben Silbunggmitteln beg ßauglidßen Sebeng, unbebenfo fteßen bie gtoede unb bie 33ilbttng beg ßäuglicßen Sebeng fo oft im SBiber»fprud; mit ben groed'en unb ber 33ilbung ber Scßule. Sie Sdjulen roie bieHaugßaltungen ßaben bag gemeinfcßaftlicße Silbungg» unb Sebengprincip, ben ßei»ligen ©eift beg ©ßriftentumg, teilg oerloren, teilg nießt meßr übereinftimmenbbemaßrt. Siefer ©eift ift bag eingige Sebeng» unb alfo aud; SBilbunggprincip. 2Bobiefer in ben Käufern, in ben Scßulen feßlt, roo biefer oon bem finnlicßen unbtierifd;en SBeltgeift immer meßr oerbrungen roirb, roo bie -ffioßnungen ber gamilieimmer meßr aufßören, Scßulen, unb bie Scßulen immer meßr aufßören, Familienbeg ßeiligen ©eifteg gu fein, ba fann bag Scßulroefen, auf bag gelinbefte gefagt, nureinfeitig fein, ja eg muß immer meßr gerfallen, roenn eg aueß gleid; im Slußern unbfür bie legale 33ilbung eingelne fräftige -JBirtungen ßeroorbringen follte. Senn mirroifjen, baß bag Süßere nur 33ucßftabe oßne bag innere, unb bie Segalität nur eineSaroe ift oßne bie Neligiofität. (ge meßr bie Familien miber bag ©ute einer Sd;ule,
spsboa. encmtupSbte. X. 2. Stuft. 40