621
3cllcr, fi. 51. BcMct/ Khr.
entrichtete. 3 e lter ift jebenfallg einer ber bebeutenbften unb felbftänbigften ©djiilerReftaloggig geroefen, ber feine $been gleid;mäfjig für bie einzelnen Rächer »erarbeitethat, ber überall bie Rerroertung beg llnterrid;tg fürs Seben Begroedfte unb bercdjnete.
•pcglcr. t
Beller , ©hriftian Heinrich, nimmt unter ben 9Rännern, bei beiten ber in Refta-loggiS fjjergen brennenbe ©ebanfe l;elfenber Siebe gegen bag arme Rolf unb feineSugenb günbete, eine l;eroorragenbe ©teile ein. ©iefe feine Siebe mar geflärt burdjbie Siebe ©Ijrifti, geläutert burdj bag tief erfannte unb treu befolgte SSort ©otteg,geleitet oon einem flaren Rlid unb geförbert oon einem gefunben Rerftanbe, ber il)nbefähigte, auggufüljren, mag unter ben praftifdjen jpänben beg SReifterg oon Offertenmiglang. ^n B e Herg langjähriger ©rgiehertljätigfeit £)at fid; bie $raft beg SBortegbezeugt (SRattlj. 20, 26): ,,©o jemanb roiH unter eud; gemaltig fein, ber fei euer
©iener." ©in Riann oon Beließ ©eift unb ©aben hätte „mag man fagt, einefdiöne ©arriere in ber SBelt machen fönnen"; er h°t eg nicht über ben 2lrmenfd)ul=meifter hinauggebradjt. Slber in biefer bemütigen unb gugleidj wahrhaft männlichen©elbftbefdjränfung hat er roeit mehr gurn Reften feineg Sßolfeg geroirft als gar mancheranbere in glängenber Saufbahn.
Beller ift geboren am 29. 9Rärg 1779 auf ber alten Ritterburg §ohen=©ntringenin iiEßürttemberg, groei ©tunben oon Tübingen, ©ein Rater mar ©hriftian ©aoibBeller, ein ehrbarer Redjtggelelirter, ber ben ©itel jpofrat führte; feine SRutter marbie Tochter eineg Rfarrerg ©djned in Rklbenbudj, beffen Sßitroe fpäter ben Pfarrer SJlüflerin ffettbadj, unroeit ©anftatt heiratete. Ser Rater laufte bag genannte ©djlofs mitfeinen ©ütern, um ba Sanbroirtfdjaft gu treiben; er fd;eint ein rechtfdjaffener, gut=mütiger SRann geroefen gu fein, bie SERutter eine fehr braue unb oerftänbige $aug=frau, ber ©on im §aufe freunblid) unb gemütlich; hoch mar, roie eg fcheint, bagd)riftlid)e ©lement in ber gamilie nicht fonberlidj betont, ©er Rater mar ein 3ög=ling beg befannten Rfarrerg gdattidj, berfelbe, über ben biefer einmal augrief: ,,©ott=lob, ber ©hriftian ©aoib bubelet roiber!" alg bag junge $errlein fidf auf ber ©djlitten=bahn ben anberen Äinbern beigefeHte. fyaft mödjte man glauben, bah unfer Ijeinridjburch ben Rater etroag oon fJIattid^S ©eift alg ©rbe überfommen tja&e; mandjeg in©inn unb Slrt Beßerg erinnert an biefen feinen päbagogifdjen ©rofjoater.
©g ift begeidjnenb für unfern Qeüex, baff er fi<h trotj aller fpäteren Ritten ber©einigen nie bagu entfd^liejsen fonnte, fein Seben gu befchrciben ober auch nur bieroidjtigften ©rlebniffe für ben engeren Äreig feiner gfreunbe unb Äinber aufgugeid;nen.Rur foroeit fein Reruf alg Seljrer armer $inber in Reuggen eg ihm nal)e legte, öffneteer ben ftreng gefdjjloffenen 3Runb. Ilm biefen fiinbern bie ©iftierübungen gugleid)für jperg unb ©emüt lehrreich unb lieblid; gu machen, fdjrieb unb biftierte er ihneneinft feine ^wgenbgefd^id^te; biefe fonnte bann fpäter aug bem §eft eineg feiner früheren©chüler entnommen roerben, roie fie im SRonatgblatt oon Reuggen (1864, 1865unb 1866) oon feinem ©oljn unb Rachfolger ftüd'roeife mitgeteilt ift. 2luf gleicheSSBeife mürbe il;m auch ^ie ,,©efd)ichte oon ber ©ntftef)ung unb ©inrid;tung ber frei»roißigen Rrmenfdjullehrerbilbungganftalt in Reuggen", roie fie feine ältefte ©ocf)teralg feine ©djülerin aug bem Riunbe beg Raterg (1827) nachgefd;rieben hatte, ab=gelaufd;t (9RonatgbI. 1866 oon Rr. 10 an unb Rölter, ©übbeutfdier ©cfjulbote 1864,©. 161 2 c.). SBir heben aug biefer einfachen ©rgäfßung einigeg ÜBefentlidje herauf,bag einen Rlid in bag SESerben beg Rcanneg eröffnen mag. ©ie ©Itern Beßergmohnten auf ber fcfron gelegenen oäterlidhen Rurg in ftißer Sänblichfeit, im ©djofje
einer lieblichen Ratur, mag benn aud; ben $inbern trefflich 8 U ftatten fam. ©ag
ältefte mar $arl Sluguft (geb. 15. Ruguft 1774), ber nachmalige preujjifdje Dber=fdjulrat; unter oier ©djroeftem unb einem jüngem Rruber ftanb unfer fpeinridj giem=lieh mitten inne. ©g mar ein lieblicher, fröhlicher Äinberfreig, oon einer treuen
SRutter Übermacht, oom Rater nötigenfaßg auch mit ber Rute in B uc f)t gehalten,