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6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
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fRongorbming.

Slnfprud) genommen mirb, ba ift eine fo intenftoe $ongentration beg S3emußtfeing nidjtmeljr geforbert, als bott, mo eg gilt, bag @efe(3 einer Erfahrung erft felbft aufgu*faffen, ba mirb and) eine gelegentlidm 3erftreuung weniger i)emntenb mitten, meil egnur barauf antommt, ben befonbern galt auf bie fd)on begriffene gormel ober liegetju begießen, unb meil in bem Stilgemeinen fd)on bag Sefonbere immer enthalten ift.Slber e8 fann bocf) aud) ^ier nur ßon einem ©rabunterfdjiebe bie Siebe fein, unb baffbie Promptheit ber Erinnerung, bie ©djneltigfeit ber Stnmenbung nid)t ebenfaltg unterben pfpdjifdjen Einmirfungen ber gurdjt 2c. leiben feilten, mirb niemanb behaupten»ollen. ©agu tommt ferner ber Unterfd)ieb ber Stnlagen, melier fid) aud) in biefenÜbungen geltenb macht, unb ber bann ßeranlaßt, baß gerabe bie tangfamen Söpfe umbie Unbefangenheit gebracht merben, in ber fie allein iuiftanbe fein mürben, bie er=»ünfd)te ©id)erljeit gu erlangen. ©enug, bag Eertieren erfdjeint nad) alten ©eiten unbin allen formen als eine oerberblidje unb allen fforberungen bes Unterrid)tg miber=fpredjenbe ©itte, meldje burd) bag Stlter nicht gerechtfertigt mirb. 92id)t gang mitStecht mirb häufig Quintilian (Inst. I, 2) als Sobrebner beg Eertiereng angeführt®ie ©itte, beten er aud feiner Sugenb gebentt, ift offenbar eine monattid) ßer=anberte Stangorbnung gemefen. ©enn erfagt: Nec de hoc semel decretum erat:tricesimus dies reddebat vieto certaminis potestatem. ®ie gange ©teile ift mel)teine Sobrebe auf bie StBirfungen beg Eljrgeigeg in ©djulen, als eine beftimmte 33eftä=tigung, baß fdjon bamalg in bem ©inne unferer ©age certiert mürbe. SBenn er aberhiugufügt, baß biefe ©itte bie Knaben Mftiger gunt gleiße getrieben habe, alg bieErmahnungen ber Selber, bie Sluffidjt ber fpofmeifter unb bie Sßünfdje ber Eltern, foDürfte Damit beutlid) genug begeidjnet fein, mie bebenflid) fie ßom djriftlidien ©tanb=fünfte aug erfdjeinen muß. SSaioer fann ja ber Egoigmug beg natürlidjen -Dtenfdjennicht au§gefprod)en merben. Unb menn eg ©djufen gegeben hat, mie bie 3efuiten=faulen, melche Den El)rgeig gunt fpebel ber gefamten Erziehung gemacht haben, fohat bie eoangelifd)e Pabagogif um fo ernfter bag principiis obsta an biefem ißunfteju beachten. ®ie Pieinungen über bie Sache traten immer geteilt, ©räfe (®iebeutfdje 33olfgfd)ule I, 320) ßermirft bag Eertieren aug bem unhaltbaren ©runbe, baßDag fittlidje Verhalten beg ©djülerg babei gu menig berüdfidjtigt merbe; Eurtman(Seljrbud) ber Erziehung unb beg Unterridjtg II, 59) empfiehlt e§ aud bebentlichenErünben alg „nidjt übel", meil bie fleinen ®inber gern ihre plä(3e med)feln. ®ierationa!iftifd)e ©d)ule ber beutfdjen päbagogif urteilte milber über bie ©ad)e algbie ©egenmart. 3mar evflärt fid) Eampe (Steoif. ber Ergietjung ©. 515) gegen bagEertieren, anbere nehmen e§ jeboch leichter, ©o Stiemet)er (©runbfähe ber Erziehungunb bed Unterrichtg II, 3. fpauptabfd)nitt § 44) , ber bag Eertieren al§ ein nü^lidjegSlufregunggmittel betrachtet unb bie 33eforgnig, baß Äinber baburd) eitet gemad)t»erben fönnen, gu ängftlidj finbet. Er mag moljt bie Slugartung beg SSerfal)reng, biefpater eingetreten, meber gefel)en, nod) fidi alg möglid) gebad)t haben. Sßenigftenghat er bag täglidje Eertieren nicht im Sluge gehabt. Überbieg tritt ung bei jenerälteren ©d)u(e eine Sluffaffung ber ©ad)e entgegen, metd)e aUerbingg einen päbago=gifdjen unb allgemein fittlidljen 23oben hat. SBte aud) 3iientet)er (a. a. 0.) hofft, biefiinber merben bag gange Verfahren halb alg ein ©piel anfehen, in bem man gumeilenaud) ohne eigene ©cfmlb ein Unglücf haben fönne, fo betrachtet ©enget (Einleitung tc.II, 200) bag Eertieren überhaupt nur alg ein heitereg Spiel, meldjeg gelegentlich bieregfamen Grafte in 33emegung fe( 3 en möge. ®a er mitt, baß biefeS ©piel nur für biebetreffenbe ©tunbe bauere, baß uadj berfelbcn alle biefe Stangbeftimmungen ihren S33ertVerlieren feilen, unb alfo bag ©ange mit ber Dotation nid)tg ju thun hat, fo fannman bem beiftimmen. 3n biefem ©inne billigt eg aud) SSenefe (Srgiel)ungg= unbUnterrid)tglehre II, 704). ©enn menn fdjon ber Unterricht eben niemalg gum Spieleherabfinfen folt, fo giebt eg bod) foId)e ©tunben, in Denen alle SBirfung beg Unterrichtg»crloren unb aufgehoben fdjeint. 2Benn eine erfdjlaffenbe ©emperatur bie ©djüter