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6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
Entstehung
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609
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SRmißorönintg.

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auf meldje im Sntereffe ber ©d)ule gurücfgegangen «erben fönnte: bie f5ät;igfetten,ber gleiß unb bie allgemeine fittliche Haltung bed ©d)ülerd. ©d märenun benfbar, baß entrceber einer biefer gaftoren bad richtige ^5rtnci^ ber Sofationenthalte, ober baß badfelbe in ber Kombination gemiffer gaftoren gegeben fei. Sind)bad im Sorhergeljenben aud bem .ßmecfe bed Untcrridjted liergeleitete ifJrincip bergiangorbnung ifi eine ber ^ter möglichen Kombinationen. Eenn wenn bie ©djülernad) i^ter im Unterrichte betoiefenen Eüdjtigfeit, ober «ad badfetbe ift, nad) ihrenKenntniffen, b. h- nad) bem Umfange iljreö SBiffend unb nad) ber ©idjerljeit in berälnwenbung bedfelben (bem Können) georbnet «erben, fo ift flar, baff biefe Eüdjtigfeitimmer ein ißrobuft ber gähigfeiten unb bed gleißed ift, unb in biefem ©inne ift bannaud) ©efdjidlicfjfeit gu faffen. Eie »on ben ©egnern beftrittene Behauptung ift alfobiefe, baff lebigtid) in biefer Kombination ber iDfaßftab gegeben fei, nad) welchem bie®d)ü(er in ber ©djule im Sntereffe itjrer inteßeftueflen unb ohne ©d)aben füri^rc fittlidje ©ntmidlung gemeffen «erben lönnen. prüfen «ir bie entgegenfteljenbenSBißglidifeiten. Sfacfj ben ^ä^igfeiten allein bie ©diüler gu fefcen, l)at noch nie»manb »orgefdßagen, unb gmar aud bem ©runbe, «eil ed einfad) unmöglid) ift. 3öerwill fie benn richtig abmeffen? 2Bie mannigfad) finb nid)t bie ©aben bed ©eifted, «ieinbwibuefl gefärbt unb oerfdjieben! 2Ber miß fie in eine richtige ©lala bringen ober»ielmet)r, «er «irb fo oermeffen fein moflen, einen foldjen Unterfdjieb in ber 2Bert=fd)ähung berjenigen gähigfeiten machen gu «oüen, bie afle mit if)ren SBurgeln gleid)tief in bad SBefen bed ©eifted hinabreidjen unb bie barutn aße gleich gut finb?ffier foß benn obenan fifjen, ber ein guted ®ebäd)tnid ober ber einen heßen Berftanbhat, ber mehr ©djarffinn ober mehr Eieffinn entmidelt, ba hoch für bie SBiffenfdjaftaße biefe ©aben gleidjen Süßert haben? gür bad Bcrfdjiebenartige giebt ed eben feingemeinfd)aftlid)ed S^. Eagu lommt nod), baß bie t>erfd)iebenen ©aben auch «ieberin öerjdjiebenem ©rabe oorljanben finb, unb baß ed unenblid) fd)«er, «enn nicht un=möglich ift, ber inbioibueßen Unterfdjeibnng hie* geredet gu «erben, gür bie fittliche(Sntttidlung aber «ürbe eine Siangorbnung ber 2lrt entfchieben fdjäblidj fein, ©d fehltihr fened Korreftio, «eldjed barin liegt, baß nach ber Erfahrung ber ©d)ule unb bedSehend bie Ereue in ber Slnmenbung ber ©aben ©rößered toirlt, ald bad bloßeTalent, «ie bebeutenb ed auch fei- ®d wirb nidjt nötig fein, bie fittlidje SBirfungeiner foldjen üofation audführlidjer bargufteßen, «etdje, ba bad Kinb nun einmal bieSiangorbnung ald eine äöertbeftimmung ber eingelnen anfieht, ben Ealentoofleren gurAnmaßung aufforbert unb bem ©eringbegabten für afle j^eit bie Hoffnung, «eiter gulommen, abfdjneibet. 2Iud) für bie Unterridjtdgtoede hätte biefe Sofation feine Bebeutung.Sin bie Anlagen ber ©djüter braucht ber Lehrer nicht erinnert gu «erben, fie gerabegeben fich bon fetbft in jebem Slugenblide funb. ©ine Slangorbnung nad) bem gleißeallein «ürbe ebenfo unbenfbar fein. Eie eigentlid) fittliche ^otenj, ber ©rab berfittlichen Inftrengung, meldje im gleiße beS ©djülerd «irffam ift, entgieljt fid) ber Be=urteilung oft ebenfofeljr, namentlich im eingelnen gafle, ald irgenb ein anberer gaftorfeines ©eelenlebend, noch mehr bie etljifdjen ÜKotioe bed |5fei^eS. Eie ©chule hat edimmer mit ber Seiftung gu thun unb in ber Seiftung fpielt immer bie Slnlage eineSiofle. ©d giebt feinen Eeftiflierfolben, burdj ben bie fittlidje Kraft rein audgefcfßebenunb frei oon aßen SDtifdjungen mit anbcrn ißotengen he*8 c f te ßt «erben fönnte. EieSefjtgriffe bed Urteils finb alfo unöermeibtidj; fie finb für ben ©djfiler um fo beprimieren»ber, je «ißfürlidjer fie erfdjeinen unb je beffer er fich fetned «irflichen ©trebend be»®ußt tft. Unb bamit berühren «ir ben fittlid) tiefften @d)aben, ben eine foldje Sofationanrichten müßte. Kaum fönnte irgenb ein Verfahren erbadjt «erben, «eldjed fo ftdjer5UT Bernicfjtung bed «ahren gleißed führen müßte ald biefed. Eenn ba nicht mehrber cbjeftioe Sßert ber Seiftung über ben ©rab bed gleißed entfliehe, fonbern irgenbWelche SJlerfinale an ber Seiftung, bie gerabe ber Seljrer ald foldje angufehen unb gubejeidjnen gemohnt «äre, fo «ürbe ber ©djüler fehr halb biefe, immer bodj auf bemSPäbagog. ßncl)Hot)äbie. VI. 2. üluft. 39