Druckschrift 
6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
Entstehung
Seite
586
Einzelbild herunterladen
 

586

Hätfel.

geredjtfertigt erlernen, baß in »ieten StRptBen, SWärdjen, Parabeln, SBotfStiebern betDuett bet reinften fßoefte fließe, fo fdjtidjt, fo funftlog unb fpietenb, ja finbifdj fteoftmatg in i^rer äußeren gerat fidj barfteßen. 2Ber aber mit eiugefyenber SeitnaBmeben Sotfgratfetn fid> jumenbet, mirb nid»t anfteljen, audj »du biefen ju einem gutenSeife ba§feI6e ju rühmen. fpinmieberum wenn eg maf;r ift, baß, um mit ®ant jureben, bag Sßefentlidje be§ 2Bi(jeg Befielt in BufammenfleUung non Sontraften: fobarf fecf Behauptet metben, baß auf feinem ©eBiet be§ geiftigen SeBeng berartige $u=fammenfteltungen in fo reifem 2Raße unb in folget SDiannigfattigfeit fid> Beifammenfinben, atg in ben Blüten = unb Blätterteigen Stötfetgärten alter unb neuer 3eit.2Beitau§ ber größte Seit guter fRätfet gept barauf au§, in bem ©egeBenen mögtidjftftarfe ©iffonanjen auftreten unb fofort im ©efudjten, in ber Sluftöfung, bie .'parmoniebaju finben ju taffen, fei eg eine ernftljafte, ober, mag bag ©emöBntidje ift, einefdjerjljafte. ©urcp fdjeinBar miberfpredjenbe SRerfmate ben 9iatenben ju neden, auf»ergebene, mitunter fatfdje gäf>rten ju toden, tpu gunädjft an ganj Befannt ©feinembe§ ju weifen, wäprenb bag ©efudjte tiefer »erborgen liegt, ober aber in ferne unb^otje Legionen ju weifen, wäBrenb bie Söfung in nädjfter Siä^e ju finben ift; bie|?ontrafte redjt fc^arf aufeinanber planen ju taffen, um aug bem SSHrrwarr eine Reiterunb ftar anmutenbe ©eftalt ^erauSjujaubern: bag ftnb beS fRätfetS tieBfte ©djatf=feiten. StucB bamit Bemätjrt eS feinen poetifdjen ©Barafter atg ütBBitb im fteinften9iat)men »on bem burd) 9?atur unb StienfdjeuIeBen gelfenben Sßeltgefefc, baß alte« au§©iffonanjen Befielt, bie fort unb fort, fo ©ott miH, in Harmonie ftdj auftöfen. Unbwie fe^r bag ©Bengenannte eigenttid) ber wefentßdjfte ©runbjug im ©Barafter be§9tätfet§ ift, jeigt fiep am beutticffften barin, baß gerabe Bier bag 33otfg= unb ba§Äunfträtfel um ben ißorjug ftreiten, wetdieg »on Beiben bag Befte in fotcpem SRedenunb SSepieren, Äontraftieren unb ©djiltern ju feiften oermöge. s itfg nacpftliegenbe ©ei=fpiete baöon fdjweBen woBt ben meiften Sefern bie ^Redereien »on gefiel »or; oonSSotfdrätfeln mag eg an jweien genügen:SBann B a ^ en ruffifdjen getbjug biefßferbe ©tiefet getragen?" (2tt§ bie fReiter barauf faßen.)233enn bu etwag »on einemüeudjtturm fjeraB in ben Mantifdjen Dcean wirf ft, mag mirb eg bann?" (naß). 2Iu§bem greife ber ffunfträtfet finb aber mot)t jebem nidjt wenige, namenttidf fjomonBmen,Befannt, weldje fämttidj biefeS ©epräge tragen. 3mei minber Befannte mögen jumfßetege für baö ©efagte ^»ter fiebert, bag »on ©dreier nt adf er:geft umfcftungen »om©ritten fdjwebt bag »ottenbete ©anje, Wann e§ bie fßarje gebeut, ju ben jWei ©rftenempor" (©atgenftrid), unb »on ©djmibtin über bag ©atj:

Sn SJteereSmogen unb im ©cBoß ber ©rbe,

3n geig itnb Duellen refibiere idj,

Unb an ber SKenfcBen Beimatlicbem §erbe,

Unb in bes 2Irmen §ütte triffft bu mich.

3<B fetbft Bin ftumm; bodj roo xd& mir ermaBleSie äSopnung, ^aUt es ft^er Balb am Drt,

Unb leife mirb cg, wo icp irgenb fcpte,

Unb wären nocp fo laute ©äfte bort.

SSergißt ein SnaBe ftcp in lofem SrieBe,

©ar fdftimme ©treicpe folgen bann aus mir,

Unb mancbeS SOtägbleinS ftiUoerBorgne SteBe,

SBenn fitpS an mir »ergreift, »errat t<B bir.

3d> BaB als muntrer ©cift gar »iel gegoltenSei einem ©riecBenbölllein moBlBefannt;

®ocB in ber SiBet merb id> bumnt gefdjolten,

Unb SieB mirb gar ju mir oft Bmgefpannt;

SBr füBrt mi<B aus, unb anbere mi^ ein,

Unb anbre füBr i^ ab: fo fpridf, WaS merb icp fein?

gürg anbere BBen mir aBer je^t nod; bag Nötige über SejeicBnung unbSinteitung ber »erfdjiebenen Srten »on Siätfeln »oranäufcBiden, jumat ba fi<Bbie tofen SSöget nidjt fo leicht in moBiumjäunte Käfige fperren taffen.