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6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
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fftabclatö.

2luflöfung er weltlicher ©horljerr ^urbe. ©nblicfj int 3. 1545 erhielt er bie Pfarre3 u Pfeubon Bei Paris. Über bie musterhafte Verwaltung ber ihm anoertrauten @ee(=forge finb alle <Sc£>riftfteUer einig, ©ie 3 eidjnen ihn als einen Vater feiner Vauetn,als beren 8 eiB= unb ©eelenarjt, als ben Pfufifteljrer ihrer flinber. ©ein §aus warallen Sürftigen offen, nur grauen hatten feinen Betritt. ©S war ber ©ammefytahgeiftreidjer unb gelehrter greunbe, bie eBenfo oon Bern mnntern Pfarrer, wie Bon berlie&Iidjen Sage beS SörfdjenS angefodt, an fchönen Sagen aus ber fpauptftabt ju ihmfamen unb feineg gaftfreien Umgangs genoffen. 91m 9. 9Ipril 1553 ftarB er juBaris,wohin er fid) hatte Bringen Baffen, im $ird)fjnel ©t. Paul, 3 U beffen -Pfarrer er Bereitsbefigniert gewefen fein fotl.

©d;on Balb nad) feinem Sobe ift feine SeBenSgefdjidjte mit 3 aljlreidjen, grögten=teils wopl gefdjidjtlid) nid)t Begrünbeteu 9lnefboten, burdjwoBen worben, weldje fojiemlid) alle einen frioolen, jum Seil einen ct)nifd)en ©harafter tragen, oon ber erften,wetdie ihn al§ ©uBftituten beg Älofterljeiligen in gontenaUIe= ©omte Borführt, an,burd) jene Befanntefte, er h a &e ftd) bie Pfittel jur Deife Bon St)on nad; Paris ba=burch Berfctjafft, baff er einen VergiftungSBerfudj gegen bie ganje föniglidje gamilieftmulierte, Big ju ber haarfträuBenben, nad) welcher er fidj fterßenb einen Somino an=legen ließ, weit gefdjrieBen fteB)e: beati qui in domino moriuntur. ^ebenfalls finbbiefe 9lnefboten ein beutlidjeö ijeidjen für baS Urteil, bag fid) im Volfe über benluftigenPfarrer Bon Pfeubon" geBitbet hat. ©in richtiges Urteil über ihn fefiju=(teilen, ift fdjwer; benn oon ber Parteien § unb @unft entfteüt fdjwanft fein ©ija=rafterBilb in ber ®efd)id)te". Sie granjofen weifen natürlich mit ©tolj auf biefengrößten ©ohn ihres SanbeS", biefen würbigen DebenBuljler beS ©eroanteS, VorBilbunb Pfeifter Bon ©wift unb ©terne. Sennod) fehlt eS aud) Bei ihnen Weber an Sab=lern, nod) an nüdjternen Veurteilern biefeS Pfamteg unb wir lefen 3 . V. in SoniSVlancS ©efdjidjte ber fransöfifdjen Deoolution, einem 93ud)e, baS eine große ©hntyatbiemit ber beutfdjen Deformation 3 ur ©d)au trägt:Pfan ift geneigt an ber 9lufridjtig* !

feit ber guten Sehren 3 U sweifeln, weil man fie in fo fdjled)ter Umgebung ftnbet man i

jittert, wenn DabelaiS ernft wirb, ba eS bo<h oielleidjt nur ©pott fein fönnte; man I

glaubt ihn, hinten feinem SBerfe oerftedt, üßer bie ©infalt berer lachen 3 U hören, bie :

(ich Beifommen laffen, ihn 3 U Bewuubern."SaS legte 2Bort feiner Philofopijie ift: r

©toßt an! Ser ffnbioibualiSmuS in DabelaiS ift Bloß abftoßenb." 9lud) bie Seutfdjen i

finb noch ä u feinem feften Urteil gefommen. Sem gläubigen £>amann ift erein j

PJöndj ftarf in bem §errn unb in ber Pfadjt feiner ©tärfe"; ihm ift es eineSBoUuft" j

im DabelaiS 3 U lefen, unb unfer aufgeflärter ©cfjloffer finbet faum SBorte, um feine ,

fittlid)e ©ntrüftung gegen ben Pfann, bem nichts heilig ift, auS 3 ubrüden. DegiS hat :

im sweiten Seil feineg DabelaiS (f. am ©d)luß beS 9lrtifelS) ©. 1370 Bis 1481 bie I

Urteile ber gransofen, Seutfchen unb ©nglänber Bon 1550 bis 1835 3 ufammengeftet(t.DeuerbingS hat Dr. 9lrnftäbt in einem Programm: grancjois DabelaiS unb fein traitödSducation, piauen 1865, unb fpäter in feiner Pfonograßhw: gran?oiS DabelaiS unbfein traitg dSducation, Seidig 1872, bie am häufigften aufgeftedte, bei ben Seutfchenoorsüglich Beliebte Dettung DabelaiS, bie aud) 1852 oon ©d)nadenBurg als felbftoei- jftänblich gegeben würbe, reßrobi^iert. DabelaiS fei, fagt Dr. 9lrnftäbt, wenn er aud)oft als gemeiner ctjtxifdjer ©pötter erfcßeine, im ©runbe ein ernfthafter ©eift. Surd)feine VerHeibung fdjüge er fid) in einer 3 e itf wo jeber Senfer fühn auSgefprodjene I

Sbeen mit bem Sobe auf bem Scheiterhaufen Büßte, Bor einem äljnlidjen ©d)ictfal.

©0 haben if)n feine greunbe Bei bem Äönig als einen lad)luftigen, aber legalen Pfenfdjenbarftetlen fönnen, ber oon ber Dadjtoelt bewunberte SBerfe fdjaffen würbe. Sogmatifd)egragen habe er Behutfamerweife gar nicht ober nur leife Berührt; aber bie großenDeformen eines fßätern 3 e üalterS in granfreid): bie jjolitifdje unb religiöfe greiheit,bie Srganifation ber ginansen, bie lufhebung ber Prioilegien, bie VerooHfommnung beS©erichtSBerfahrenS, ljaBe er BorauSgefehen unb oorbereitet. Dehmen wir bieS Urteilals sutreffenb an unb fehen Bon ber auffaHenben Sljatfadje ab, baß fid) Bei DaBelatS