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6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
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ac succedere se in eorurn locum, a quibus sibi liberi tradantur, existimet. üffienttin ben folgenben Suchern »ieled bid ins eingelne behandelt ift, was unfrer Silbuttg8=toeife unb unfrern Sebürfnid ferner liegt, fo barf bod) nid)t überfeinen werben, baßaud) in biefen für ©tiliftif, ©ebädjtnidübungen, Vertrag Slnweif ungen borlicgen, sottbenen wir nod) guten ©ebraud) machen tonnen. Slnbered erfepeint und nur darum juumftänblicf) ober gang entbehrlich, weil wir ed mit ber Seljanblung ber Sprache, gumalber SNutterfpradje siel weniger ernft nehmen, als jene Sitten, bie allem, Wad ihnenEloquentia in weiterem ©inne war, eine öom natürlichen ©djönheitSgefül)le geleiteteSlufmertfamfeit unb Sorgfalt wibmeten.

Quintilianud h a t ' n langen Daljrhunberten feinen Nachfolger gehabt, ber ihm ber--glicf)en werben tonnte. Ser anfprucpdbolle Nepräfentant ber Nebefunft in ber gunädjftfolgenben 3eit, 2JI- Cornelius Skonto, fleht fdjon tief unter ihm (»gl. Notp, Seiner*fungen über bie ©djriften bed 3)t. Sorneliud gronto und über bad Zeitalter ber 3ln=tonier [ÜJiünc^en 1817] 5 ff.). 2öie bie Institutio oratoria bon fpäteren Nhetorenbenüfct würbe, geigt bie bon Ülngelo 9Nai 1822 peraudgegebene unb bann auch für bieKritif jener benüpte Ars rhetorica bed wahrfdjeinlid) gaKifchen Nhetord ©. 3utiu§Sictor (»gl. Meister, Quaestiones Quintilianeae , im ißrogr. ber NUteratabemie guSiegnip bon 1860 19 ff.). Noch im Zeitalter ber Karolinger war bad Sßerf Ouinti*liand befannt (Servati, Lupi epp. 62 unb 103), obwohl felbft Sllcuin feiner nirgenbdgebenft (bgl. feeren, ©efdjidjte bed ©tubiumd ber flaffifdjen Sitteratur, I. 111 f.),Sann freilich blieb ed jahrhundertelang bergeffen, bis ißoggio im Klojter ©t. ©allengur 3eit bed Koftniper Kongild einen ©obep bedfeiben auffanb adhuc salvum etincolumem, plenum tarnen situ et pulvere squalentem, unb bad Zeitalter ber Ne=naiffance erfannte in Quintilian gern wieber einen Sehrmeifter, ber and fprad)Iid)erSarbarei heraudhelfen fönne. Sie erfte Nudgabe erfchien gu Nom im Sfaijre 1470,welcher ebenbafelbft nod) in bemfelben Saläre eine gweite folgte; andre fcploffen nochbor bem @nbe bed Saprljunbertd fid) an. Neue brachte bad fed)gepnte, wo auch in benSchulen oratorifdje Übungen wieber eine fo breite ©teile einnahmen. Sad Siede deLouis XIV. ließ ben Quintiltan wieber gu gang befonberer ©eltung fommen. ]3a§calunb genelon lernten bon ihm unb burd) NollinS berühmted bibattifched SBerf (f. b.3lrt. Noll in) erlangte er in ben ©chulen höh ere ^ ^fafehett ald i e vorher; übrigendhat fid) ber milde NoKin burd) feine Sewunberung für ihn nid)t abhalten laffen, biebem Somitian gewidmete Slbulation in ftrengen äßorten gu tadeln (un derivain,capable de porter lexces de la flatterie jusquä reconnaitre pour dieu un empereurtel que Domitien, dtait digne de blaspliemer contre Jdsus-Christ et contre sonEglise). 2öie ffrrtebrich der ®r., ber Autorität NoKind folgend, die Institutio oratoriain ben preußtfdjen ©djulen gu audgebel)nter Senüpung bringen wollte, geigt bie be=rühmte (in ©chmibtd ©efd). ber ißäbagogif III, 513 f. wieber abgebruefte) Kabinetd*orbre an ben SNinifter bon 3 e blib bom 5 - ©ept. 1779 (»gl. den 3lrt. ffriebrid) ber@r. ©. 738). Slber unfern ©d)nlen hatte fdjon bie Studgabe ©ednerd oom 3al)t1738 ben alten Nhetor wieber näher gebrad)t. Sie große Sludgabe ©palbingd(1798 ff.) gab den auf Duinttlian gerichteten ©tubien einen neuen Smpuld, ohne bodjeine allgemeinere Senüpung bedfelben in ben ©chulen herbeigufüpren, fo fehr aud) bie SBeifeber ©rflärung darauf (ittileiten tonnte. Sie fpäteren 2ludgaben waren mehr fritifdj.Saburdj aber, baß bad gepnte Such wiederholt in befonbern Üludgaben (oon fjrotfdjet,fpergog, fperbft, SonneH, Krüger) für ben ©d)ulgebraud) erfd)ienen ift, fcheint wenig=ftend biefem, bad freilich auch nod) eigentümliche ©djwierigfeiten barbietet unb felbftfür feinen piftorifchen Seil gewecftere Köpfe berlangt, in einem weiteren Kreife ©el=tung gefiebert gu fein, ©teilt man bie grage, ob ©icerod rpetorifche ©Triften oberQuintiliand Institutio höher gu fd)ä(jen, fo tann bie Semertung ber grau bon©tael(de la Littdrature I) benüpt werben, baß man bei Ouintiüan mehr feine unb neue©ebanten finde ald bei Giicero; aber bod) pat jener auch wieber nidjtd, wad mit ben