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6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
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539
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Prüfungen. SJloturitätS^rüfung. Prüfung ber iBoIföfdjullcIjrcr. 53!)

follegium jur ßntfdjeibung gel)en, fönnen mir natürlid) auS ben uiebrfad) angegebenen©tünben uid)t sugefteben. ® bie Regierung bag Siedjt ^aben foll, gegen ben Be=fdjluß ber Äommiffion au8 eigner äRadjtooHfommenheit ben Slbiturienten für reif guerflären, ift in unfern Slugen ein Unfug, gegen ben mir als Äommiffär nie aufge^örthaben ju proteftieren.

®er uns jugemeffene fRaum oerbinbert unS, über bie @inrid)tung ber SDi'-engniffemehr ju fagen, als baß fie auf bie ^räbtjierung be3 StalentS Berjid)ten, bagegeu bengleiß unb ba§ wijfenfdjaftlidje Sntereffe, fomie bie fittlidje güljrung eingehend djarafterifierenunt bie Senntniffe unb gertigfeiten in allen UnterridjtSgegenftänben roenigftenS miteinem fßräbifate bejei^nen fallen, unter Beifügung ,,(§rfabrung8urteit" bei allen nidjtjur Prüfung gezogenen gäd)ern. ®ie (SnttaffungSgeugniffe aus alter 3eit, g. 58. ba8»on 3. § Boß 1782 auSgefteßte (ogl. beffen Men Bon §erbft I. ©. 231), sengtenBon warmer ^Teilnahme be§ Slugfteßenben gegen ben ©mpfänger, Denen gegenüber bie nadte2(ugfüüung eines ©d)ema fid) unoorteilbaft augnimmt. ißreußeh lenft 1882 inbie alte Bahn, inbent eg bie Zufügung Bon Sßünfdjen unb Hoffnungen oerlangt. Slbertooju bie Angabe ber 2)igpenfation oon ber ntünblidjen Prüfung am ©d)luß berSbaratteriftit oon betragen unb gleiß? woju bie Unterfdjrift alter 2Ritglieber berSßrüfunggfommiffion ? Slud) bie Sluflage, ben gufünftigen SL^ecIogm eine 2RaI)nung inSZeugnis ju fdjreiben, bie ^itotogifd^en ©tubien auf ber Unioerfität nic^t ju Bernad)*ßffigen, märe bocf) burd) eine Berorbnung ber betreffenben fire^lidjen SSebörbe leid)t er=fegbar. 9Ran foß bie ©djule nid)t mit allen möglichen ©djreibereien belaften.

®er äRangel an 5Raunt oerbinbert ung and), näher auf bie äR.^r. an anberenSlnfialten unb in nid)tbeutf<ben ©taaten einjugeben unb bie Dueßen, au§ benen mir ge=fdjöpft haben, überall fo ootlftänbig anjugeben, mie mir bag in ber erften Sluggabe ge*tljan haben. 2Ber biefelben näher tennen lernen miß, auch eine ausführlichere @efd)id)tefeer äR.*fßr., ben miiffen mir bal)in oermeifen. 6 . @. gintl)aOcr.

Prüfung her BülfgfrfjuUchrcr. 2Bie Prüfungen als aßgcmeineS Srforbernig fürSermenbung im öffentlichen SDienfl überhaupt erft ber Dieujeit angehören, fo finb auchPrüfungen ber Bolfgfdjullebrer erft feit ber ^Reformation aufgefommen, unb Bon ba anbat eg nod) lange gebauert, big fie bie jefet gebräuchliche ©eftalt annal)men.

©olange es nod) feine Sehrerbilbungganjfalten gab, fonnte aud) nod) nicht baoonbie Siebe fein, baß bie Kandidaten gemeinfam mären geprüft moroen unb erft auf ©rundbei burdj bie Prüfung erworbenen 3 eu 9 n iff eS ber Befäb'9 un 3 fid) um eine ©djulfteflebatten bewerben fönnen. Bielmebr mürbe erft bei ber Bewerbung um eine beftimmte©chulftetle ber Kandidat auf feine Befähigung für biefelbe geprüft. ®iefe PrüfungWeint anfänglich ganj ben einjelnen ©emeinben überlaffen gemefen unb meift fo ab=gebalten worben gu fein, baß ber Pfarrer ben Bewerber Bor ben Bertretern ber @e=meinbe prüfte, wobei bie festeren wohl aud) gragen fteßten, mie fie e§ eben oerftanben,jebenfaUg aber ihr Urteil über bie Befähigung abgaben. (SS läßt fid) benfen, baß habetfeineäwegg immer fachliche ©rünbe ben 3lugfd)lag gaben, fonbern meift zufällige Sin=brüde, nicht feiten aber aud) unlautere Bemeggrünbe, mie oermanbtfd)aftlid)e Berbinbungen,Befted)ung, HeiratSoerfpredjen, aud) wohl bie Gsrflärung beS Bewerbers, mit einem ge=ringeren ©ebalt ober einer fd)led)teren SBohnung, als Bon ben SDlitbewerbern beanfprnd)tmürbe, fid) begnügen ju wollen.

®ie äRißftänbe, meld)e infolge l)ieoon fich beraugfteßten, führten baju, baß biePrüfung ben einzelnen ©emeinben abgenommen unb einer Sanbegbeljörbe übertragenmürbe. ®ieg gefdjal) juerft in SBürttemberg burch biegroße Kirdjenorbnung" oom3ahre 1559, in meldjer gefagt wirb:2Bo füroljin etlidje beutfd)e ©d)ulen oacirenmürben, mögen bie gleden fid) mol)l um einen anbern ©d)ulmeifter bewerben, hoch ben*jelben ju ber ©djul mit nidjten felbft beftätigen, fonbern ihn juoor unferen oerorbnetentirdjenrätben präfentiren. ®ie hüben Befehl, einen jeben, fo ihnen dermaßen ju=ä e fd)idt, ju epaminiren unb gu erlernen, ob er felbiger ©chul fürftehen mög unb mit