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6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
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530
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530 Prüfungen. 99?aturitätö4>riifuiig*

SDiefe erfte fonferenj, welche mit bet ©infdjärfung beS $Dienjt=geheimniffeS gegen jebermann in betreff beg ganjen ‘’ßrüfungggefdjäftS ju beginnenhat, ift für ben fpäter eintretenben Sleifejufßrud) fehr widrig, bcnn bie bisherige GrrfahrungDer Sekret feil bei ber 5R.=-f3r. eine Dorjügtid)e ©teile einnehmen. 2)aS fann nnb barf fienur, »enn bie Srfahrunggurteile fdjon »er ^Beginn ber Prüfung protolollarifd) niebergetegt«erben, benn bag Urteil ift bann unbefangener, nnb jtoar nicht allein über bie fittlidjePfyrung, fonbern über bie fämtlidjen ©djulleiftungen. Vgl. 3eitfd)r. f- ©hmnafialwefen1869 , ©. 15 — 39 . @8 ift nid)t gleichgültig, »eiche nnb toie biete bJ5räbilatejum SluSbrud beg Urteils Dorgefchrieben »erben. Preußen hatte früher: Dorjüglid), gut,befrieDigenb, nid)t befriebigenb, feit 1882 hat e8 ba8 erfte ißräbifat mit fe^r gut, biebeioen testen, »ie bie »eftfälifdje ®ire!torentonferenj begutad)tet hatte, »eil befriebigenbim ge»öl)nlid)en Seben fhnonhm mit gut fei, mit genügenb bertaufdjt. 2)a bleibt eineSüde wahrnehmbar j»ifd)en genügenb unb nicht genügenb, »eiche bon ber Siebe gutÜßahrheit unb Dem SEßohltootlen gegen bie 3öglinge um fo härter erngfunben »hb,»enn ber ©ebraud) aller anbern ßMbifate bei ©träfe ber 3urüdgabe behuf8 anber=»eiter ißräbijierung berboten fein muß. 2Bir hatten eg im allgemeinen bei allen 3eugniS=augftellungen ber ©d)ule für fatfd) unb einer unridjtigen ißräbijierung biet SSorft^ubteiftenb, »enn bon ben ißräbifaten nid)t ebenfo biete unter bem SWittelpräbifate »ie überbemfelben ftehen. ®ie ©lata berfelben muß ftetg auf eine ungetabe 3«ht htaangfommen.®ag s f3räbilat genügenb für ^enntniffe bejeidfnet naturgemäß ben ©tanbpunft, »eldjenein ©ihüter mit hinreidjenber Vegabung unb Slnftrengung erreicht, alfo ba8 SQtittelgut,bem gewöhnlich bie SDtehrjabt ber ©d)üter angehört, toie ftatiftifd) nadfgewiefen ift.©otoie man nun mit j»ei ifMbüaten nadj oben hin in ber Siegel augreießt, mit im ganjengut, unb gut, fo nad) unten mit im ganjen genügenb, ungenügenb; benn e8 finb bod)nur Studnahmefälle, »enn man Dorjüglid), auggejeid)net, fehr gut u. bergt., fotoie fehrungenügenb, ganj fd)Ied)t gebraudjen muß; biefe ißräbifate auf bie ©lala aufjunehmen ißbaher bebenltid), ba fie ju teidjt bie ©djute ju ber falfdjen ©trebfamteit anreijen, jumalin ber Stioatität mit anbern ©djulen, bag ©tänjenbe bem Srnften nnb ©oliben ßorjmjiehen. 3 ur Sejeicßnung ber Senntniffe reicht man im allgemeinen mit biefen 5 $ra--Ditaten aug, toeghatb man nur fo Diele Dorfdjreiben foH, ohne für StugnahmefäüeDie h®h eren ißtäbifate ju unterfagen, benn fie lönnen bei ber ©d)tußfonferenj (§ 28 ) fehrbienlid) »erben. 3 U1; Vegeicßnung einjetner Seiftungen tonnen fogar fünf fdjon jußielfein, j. S. für bie Söfung einer mathematifdjen Aufgabe. £>aß SMrttemberg neun b|5räbifatejutäßt, bon benen baS oberfte recht gut, bag Dotierte mittelmäßig big fehr mittelmäßig,Dag leiste fehr mittelmäßig ift, läßt fidj Dielteidit mit bem gufammenfluffe fo Dieter©chüter Don Derfd)iebenen Slnftalten ju ber ©entralprüfung entfcßulbigen^unb mit bem©treben nad) hä<hP ei: ©ereeßtigfeit in ber Slbwägung ber Seiftungen. Öfterreich läßt( 1866 ) für bie Vejeicßnung öefonberg guter Seiftungen gelten bie brei ißräbifate au8ge=jeichnet, Dorjüglid), lobenswert, fobann jur Vejeicßnung ber Steife befriebigenb, genügenb,enblich nicht genügenb unb ganj ungenügenb. gür biefe $Iafftfifation fehlt und badVerftänbniS, benn genügenb fott alg SDurdjfdjnittSnote für fotche Seiftungen gelten, biefür ein Slufrüden in bie nächft höhere klaffe unbebingt geforbert »erben müffen.

f$ür bie Vräbijierung beS gleißeg unb ber fittlicßen Steife finb felbft bie fünf ange=nommenen ißräbifate ju Diel; unS »enigftenS ift es bisher noch nidft gelungen, für bieVerleihung Don fünf ober gar nod) mehr tßräbifaten einen genügenben ÜDtaßftab ju finbenober auf Vefragen ju erhalten. ©8 bürfte bag ju ben unbewußten Unwahrheiten ge ;hören, an benen unfer ©djulwefen Iran! ift.

£>ier, »o bie ^ßräbiSate jum erftenmale gebraudjt »erben foKen, muß natemgemäß nad) bem SJtaßftabe ber Steife gefragt »erben, benn bie ©rfahrungSurteile foüenbiefen SJtaßftab bereitg augfcßließtid) ing Sluge faffen. @g foH alfo Derorbnet fein, ®aäan Äenntniffen in ben einjetnen UnterridjtSgegenftänben alg unumgängliche VebingungDer Steife geforbert wirb. 3 ut Vejeicßnung beg Don einem ©chüter Don gewöhnlich«