Druckschrift 
6 (1885) Philologie, klassische - Reform der Gymnasien
Entstehung
Seite
525
Einzelbild herunterladen
 

Prüfungen. SJiaturitiitSfmifuiig.

525

bie eine »erfchiebene Seljanblung jultaffen, bie gebädjtniömä^ige Seljanblung auSgefd)loffenwerben unb bie Prüfung muß »orgugSweife gu ermitteln fueben, wa« bet Prüfling burdjba§ im Unterricht Kfm bargebotene, »on ihm gu »erarbeitenbe 9J?atertal geiftig geworbenijl fein können, feine geiftige Steife. 2Bir Befennen un« »rn ganzem feergen gu biefenSBorten.

24. Un« leitet Bei bet ^Beantwortung bet grage gunädjft ber »on un« berjugeteilte fpauptgwetf. 2Ba§ gur Erreichung beSfelBen, nid)t aBer gur Erreichung berStebengwede geforbert werben muff, gehört gu ben -ßrüfungSgegenftänben. ®ar oft ge=fchieht e«, baß ber Selfrer für fein %a<fy eine herßorragenbe Sebeutung »erlangt, währenber biefelBe eigentlid) nur für feine -ßerfon beanfprudjt; wie benn gerabe auf bem ©eBieteber ©diule Bei ben Einridjtungen ber Steugeit fo oft mehr bie perfönlidjen 3utereffenber hehrer, al« bie faßlichen ber ©<hule unb gwar gum Stadjteile ber lederen gehörtworben finb. 2Bir IfaBen un« Bereit« 1849 in Sehniger« Sierteljahrfdjrift ©. 43—47tagegen au«gefpro<hen, baff alte UnterridftSfädjer ber fßrima gur Prüfung gegogenwerben unb »ergidjten h^* auf äBiebergabe ber bort gegebenen au«führlid;en ®ar=fteüung. ®ort finb Bereit« bie ©runbgüge unferer Sorfdfläge für fachgemäße Ein=ridjtung ber SD?. = bf3r. gegeben, mit welchen biejenigen ßon Säumlein in ber Ipauptfadfeübereinftimmen.

Siur bie gur Erprobung ber geiftigen Steife notwenbigen Unterrichtsfächer fotlengur 9)t.=f|3r. gegogen werben. ®a« finb außer ber SJtutterfprache — baff bie fforberungenbe« preuß. Steglement« Bon 1834 im ®eutfchen einen Unterrid)t »oraußfehten, bernirgenb« gefunben werbe, Behauptet Ipoffmann »on gaHerSleßen in feinem heben III.®. 140 — bie Beiben attttaffifchen unb bie SDtathematif. 2Bir Befchränfen bie SD?.=S)ßr.auf biefe ffadjer, l) weil biefelben nicht bloß »odftänbig gur Erprobung ber geiftigen| Steife auSreidien, fonbern bagu unter allen bie geeigneten finb; ba« bebarf für bie3 hefer ber Encpflopäbie feine« Seweife« mehr, lud) Bei ben ®ran«lofation«prüfungen

? foHte ber ©chwerpunft nur auf bie ^auptgegenftänbe gelegt werben; 2) weil fie

i »egen ber ihnen inwohnenben SilbungSfraft unb ©dfwierigfeit at« bie h»r»orragen»ften

i auf allen hehrplanen flehen unb ftehen müffen unb al« folche überall unb immer »on

ben Schülern betrachtet werben, fowoht wegen ber hänge »er $eit, welche fie bemStubium berfelben gu wibmen haben, ba minbeften« bie ^älfte ihrer ©d^ulgeit unb breiVerteile ihrer lr6eit«geit bafür beanfprucht werben, al« aud) wegen ber »on ihnen leidjtgefühlten Umnöglidjfeit, ba« in biefen ©egenftänben auf ber ©cßule Serfäumte je wiebereingubringen. lu« biefem ©runbe muß für £h e °b D 3 ra ba« §e6räif^e gur SD?.=Sf5r. hin=gutreten, unb gwar fchriftlich unb münblid), wenn auch, um bie Betr. Prüflinge nid)t guBenadjteiligen, ohne einen Einfluß auf ben luSfprud) ber Steife. Seim SBegfaU wirbbie Untoiffent)eit in ber Spegefe be« Ilten ®eftament«, fchon jept fehr groß, nod) gu=nehmen, »gl. St. SaljrBB. 102, 1. ©. 37. Eine bloße Empfehlung, am Unterricht im§eBraifdjen teilgunehmen, genügt erfahrungsgemäß nid)t. Eine folche mag allenfalls anbie $hiW o gen ergehen; 3) weil wir in einer foldjen Sefdpcänfung ber SD?. = S}3r. einhauptfädjlicheS SD?rttel bagu erblicfen, baß bie ©pumafien fid) ihrer natürlichen Se=fiimmung wieber mehr bewußt werben, nicht« weiter al« Sorbereitungäanftalten für bieUniberfitat gu fein, unb be«halb ben ©chwerpunft wieber auf bie genannten fpaupt=fädfer legen, welche ihrer Statur nad) mehr al« alle übrigen gur Sorbereitung auf bie»erfdßebenen 2Biffenf<haften bienen fönnen, meldje auf ber Unioerfität gelehrt werben;4) enblidj weil fie, aBgefelfen »on ben neuern ©pradfen, welche aUerbing« al« ©praßenebenfalls gur Erprobung ber geiftigen Steife in gewiffem ©rabe geeignet, aber bagu nidjtnötig erfcheinen, bie eingigen UnterrichtSgegenftänbe finb, für beren Prüfung eine ge=bä^tnigmäßige Sorbereitung unmöglich ift. §ier fann ein empfangene« SJtaterial, wiee« unoerarbeitet im ©ebächtni« aufgefpeichert liegt, nicht »orgegeigt werben, fonbernnur ba«jenige, wobei ber ©eift ftd) tt)eoretif<h' ober praftifch felbftthätig erwiefen. Stunfallen bie ©terungen be« heljrfurfu« burd) unoernünftige Stepetitionen weg unb werben