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Ätiologie, gcrntaitifdjc.
fie ©prad)forfd)er finb, ©cpüler Bon Sedlien, unb foiceit fie ©ermaniften finb, <Ed)ülercon 3arndc, ^aben eine ungewöhnliche grud)t6arfeit entwidelt. Uprc llnterfudjungenfinb nteift in f3auld unb 33rauned „Beiträgen" niebergelegt. 9tur einzelne §auptfd)riftenfönnen hier namhaft gemadjt werben. 3u i^nen gaplen bie äRorpholcgifdjen Unter*
fudmngen auf bem ©ebiete ber inbogermanifdjen ©prad)en Bon £>. Dftpoff unb $. 58rug=mann (1878—81), bie Schriften Bon £. i)3aul „3ur ©efdjidjte bed germanifdjenIBofatidmud" (1879) unb „ißrincipien ber ©fjradjgefdjidjte" (1880). 23efonberd aber Ber=bient ein ffierf ^ert>ovgef>oben ju »erben, welches eine neugewonnene Didciplin innerhalbber ©prad)forfcpung vollgültigem Slusbrud bringt nnb ihr gugleid^ Int)änger wirbt,bad finb bie „©runbjüge ber Sautphhfiologie jur @infül;rung in bad ©tubiumber inbogermanifdjen ©pradjen" Bon (Sb. ©teoerd (1876), womit eine 23ibliotljet inbo=germanifdjer ©rammatifen eröffnet wirb. Sine 2. Auflage (1881) änberte ben Ditelin: „©runbgüge ber ißh one ^"- Sluf biefent ©ebiete, auf welchem fid) bie fftaturwiffen*fepaft mit ber ©pradjforfdjung Bereint, waren früher Borjugdwetfe SUiebiginer tt^ätig ge-wefen (wie 33rüde, ©jermaf, Stiertet); ihre Srgebniffe haben fid) nun bie ©lottifer gunupe gemadjt. ©d)on ©d)leid)er legte ein großes ©ewid^t auf biefe Dinge. 5H?et>r atdbei und ift bie ißbonetil in festerer 3«^ bei ben Snglänbern gepflegt worben, wad auch©ieoerd banlbgr anertennt. ^n ben Arbeiten ber Sunggrammatiter finb Kautphpfiologieunb fßh cnet 'i tuid)tige ^attoren, aber fie haben aud) fdjon ihren 2Beg gefunben in bie2ßerle ber eigentlid)en Ijiftßrifdjen ©rammatil. 3 we i ©runbfäpe finb ed namentlich,weldje bie Sunggrammatiler aufgefteKt haben: 1) „aller Sautwanbel, foweit er med)anifd)Bor fid; geljt, BoUjieljt fid) nad) audnahntdlofen ©efepen; 2) ber gormenaffociation,b. h- ber Sieubilbung Bon ©pradjformen auf bem 233ege ber Slnalogie ift für bie älteften•ßerioben bie gleidje tßebeutung guguerfennen wie für bie jüngften. ©ie ift ald @r-flarungdmittel überall ba unb nur ba herbeisujiepen, wo bie Sautgefepe nicht audreidjen."Die S3egrünbung folcher äludnafjmfälle fuchen bie Sunggrammatiter in p f t) d) o l o g i f d) e nVorgängen. (Darüber belehrt in populärer SBeife ein 23ortrag Bon Dptpoff: „Dadpppfiologifcpe unb pft)d)ologifd)e SJioment in ber fprad)lid)en ffrormenbilbung" (1879).Durch bie neuen Arbeiten würben bie früheren Slufftedungen ©rinnnd unb feiner ©d)ulemannigfad) umgeftaltet. 3luf bem ©ebiete bed Ißofatidmud ift namenttid) eine BöHiganbere Dpeorie ber „33red)ung" jur ©eltung gelangt, aud) fd) on in ben £el)rbüd)ern.3m Äonfonantidmud ift befonberd bie „Sautnerfdjiebung" ©egenftanb ber ^orfdjung ge=gewefen (Ißaul, Sräuter, ferner u. a.). 3n ber Derminologie finb bie alten unb Bon©rimm neu eingefüprten S3egeid)nungen nod) Bielfad) in ©eltung unb ©ebraud); banebenaber haben saplreicpe neue Der mini, namentlich aud) foldfe aud bem ©ebiete ber•ßponetif, aud) in ber ©rammatil Sebeutung erlangt (wie $. 58. ©onant, ©onor,Sortid, Senid, Belar, alBeolar, Dauertaut, tBerfcplußtaut, grilatiBa, Slffritata u. b. a.).233ichtig ift auch ein« neue ÄtaffifÜation ber germanifd)en ©pradjen; ftatt ber früherBon ©d)leid)er angenommenen Dreiteilung: ©otifd), Siorbifd) unb Deutfdj ift jefst eine3»eiteilung giemlid) allgemein, aber nicht ganj allgemein anerfannt: Dftgermanifd)(©otifd) unb Siorbifd)) unb SBeftgermanifd) (Deutfd) in weiterem ©inne). Sludfüpr*lieh fudjte bied SSerpättnid ju begrünben §. 3inram‘ in fpauptd 3«^^ 19 (1876).
Die junggrammatifche Südjtung hat bereitd Bieled geleiftet unb fie hat Slnfprud)auf bie 93ead)tung aud) berer, bie ber ©pradje tebiglid) ein ^iflortfc^ = p^ilotogifdjeSSntereffe entgegenbringen. 3ndbefonbere gilt bied aud) Bon ber Sautphhfiotogie. S'lod)a6er finb ipauptgrunbfätje ber neuen ©cf)ule wie ihre (Kefultate nidjt unangefodeten;felbft bie Slnpänger finb im einjetnen nicht allein nicht immer einig, fonbern befepbenfid) aud) oft in Ieibenfd)afttid)er Steife, gür bie ^p^ilologie ift barum hödjfte SSorfichtunb 3 u a'üdbaltung in ber Einnahme bed (Sinjelnen nötig. Unb für ben Unterrid)t iftBollenbd Bieled noch burd)aud niipt reif. Sd ift immer nod) geboten, auf ©rimm jufußen, Bon ©rimm audjugepen. Unb felbft wenn er überboten ift, muß feine SepreSßäbagog. (ämcljflopäMe. VI. 2. 3TufC. 3