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^fjtlologic, fluffifdie.
bie Philologie, eine Sncpflopäbie alles SBiffenS, erfdjeint als bie Königin aller 2Btffen=fdjaften unb erfreut fxdj ber befonberen ©unft ber fpöfe in granfreich, (Snglanb, ©chmeben.
3nbeffen braute baS Aufblühen ber frangöfifdjen Nationallitteratur am §ofe Sub=mig XIV. bie grage in Anregung, ob nüpt bie mobernen $laffifer ben alten borju^jiepen feien. ®er ffultud ber alten Älaffifer trat jurüd unb halb flieg bie pfjilologifdjeSllätigfeit and) Ige* h erfl fc au f ta§ ©ebiet ber ^Säbagcgif. ©S entmidelte fich eineftarfe Stjatigtcit im Überfein griedjifdjer unb lateinifcher fHaffifer unb im 3urichtenberfelben für bie 3mede ber ©djule unter jefuitifdjem ©influfj.
SJBaS aber bie gelehrte Stjatigfeit ber -Philologen betrifft, fo richtete biefelbe auchhier fich mehr auf Antiquitäten, SÖ^ijt^oIogie, ©eograppie unb Sunft, ©pigraphif unbNumismatik ©eit ber jmeiten Hälfte beS hörigen 3ahrt)unbertS mürbe inbeS bie fqprac^=lidje ©eite ber Philologie, Überfettung, ©pegefe, ffritif mieber ftärfer fultioiert, bod) mitbormiegenber Nidjtung auf bie fpiftorifcr unb Nebner (©reoier, Sardjer, be SBroffeS,IBolneh, ©labier; S3runf, Dberlin, ©chmeighäufer; SSißoifon, Naoul Nonette, Soifonnabe,üetronne). Sie auf bem ©ebiete ber flaffifdjen Philologie gemonnenen, iu ber gebildeten©efeKfchaft berbreiteten Anfdjauungen haben troij ben auf ben reagierenben 3been NouffeauSberuhenben, jebod; nur borübergehenben Neuerungen im UnterridftSmefen, roeldje nonbem Nationalfenbent auSgingen, ihre tief eingreifeube praftifdje Sebeutung mäprenb berfrangöfifdjen SReeolutionSgeit in einer fReitje fepr diarafteriftifdjer ©rfdjeinungen an benStag gelegt*).
©S ift eine beachtenSmerte $hatfad)e, baff ber Auffdjmung unb bie S3Iüte berfranpöfifdjen Philologie in bie 3 e ü en fädt, in melden baS franjofifd^e 33olf burdf po=litifdje unb religiöfe Kämpfe im pödiften ©rabe erregt mar. Siefelbe ©rfd)einung trittunS in £ollanb entgegen. Siefe Heine Nepublif, in bereu ©ebiet früher ftpon bieerfolgreidjen 3nftitute ber fpieronpmianer erftanben maren, pat feit bem 33eginn ihresÄampfeS um Unabhängigfeit nicht nur eine Neipe non auSgejeidjueten ©taatSmännern,PtilitärS, ffünftlern unb ©eiehrten in allen ßmeigen beS SßiffenS Ijerborgebradft, fonbernauch auf ihren Uniberfitäten ju Sepben, Utredft, graneder, ©röningen, femie auf anderenhöperen ®elehrtenfd)ulen ber flaffifdjen Philologie eine 3uflud)tSftätte unb einen neuenruhmooHen ©dfauplah eröffnet. -3a eben in ber Neipe jener grofjen Staatsmännertreffen mir mie einft in ben Sagen eines SSarro, ©icero, ©äfar, Philologen erflenNangeS mie bie Soufa, bie §einfiuS, ben fpugo ©rotiuS u. a. tief berflocpten in biepolitifdjen unb religiöfen Kämpfe der $eit. Siefe fomohl als anbere mie 3uftuS SipfiuS,®. 3. IBoffiuS, NleurfiuS, 3oh. ffriebr. unb 3afob ©ronobiuS, 3uniuS, ©räbiud, Super,PerijoniuS, SBurmann u. a. umfaßten ba§ ©ebiet ber Philologie nod) im ©inne berpolphifiorifchen Nidjtung ber franjöfifc^en Philologen, inbeffen mit einer gemiffen 35or=liebe für baS römifdje f'ebeu unb mehr fammelnb (»gl. bie thesauri antiquitatis oon©ronobiuS unb ©räbiuS) als fcpaffenb.
Aümählid) trat an bie ©teile biefer uniberfeHen Nicptung eine befd)ränftere, ber©yegefe unb $ritif jugemenbete Senbeng, meldje bie reale ©eite beS Altertums jurüd=[teilte. Safiin gaplen mir Sradenbord), Dubenborp, SBeffeling, Sufer, bann f?emfter=hut)S, SSalfenaer, üennep, SRuhnfen, SBhttenba^ bis auf ban fpeuSbe unb §ofman=Peerlfamp**). — Son fpernfterhups an gelangte bie griedjifdje ©prache unb Sitteraturmieber jur ©leichberechtigung. Neben umfaffenbem SEBiffen, §Iei§, @rünblid;feit unb©cbarffinn djarafteriftert bie fpäteren Philologen biefer ©d)ule im ©egenfah ju benälteren eine gemiffe Abfehr bon ben übrigen geiftigen SBemegungen ber 3 e it, bem littera=rifchen, politifdjen, philofophifdjen, religiöfen Seben in ben Napbarlänbern, in meldjefie im übrigen einen reichen ©amen Philologifdjer ©ntmidlung auSftreuten. 3n einer
*) SSfll- »Sie fransöfif^e Dteoolution unb ba§ flaffifcpe Altertum", ein SSortrag »on §trjel.SNorgenblatt 1862, Nr. 16.
**) SSejeichnenb für biefe Stiftung ift baä Elogium Hemsterhusii bon fRupnfen (praefat.)unb bie vita Ruhnkenii bon SBpttenbach.