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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Von dem Willen u. f. W.

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Aufmerkfamkeit zu feffeln. Wenn wir nachläffigund unaufmerkfam find, fo liat diefelbige Hand-lung des Verftande.s keinen Einflufs auf uns, undkann kein folches Vergnügen erzeugen, wie dar-aus entfteht, wenn wir in einer andern Gemüths-ftimmung find.

Aber aufser der Thätigkeit des Gemüths, dieimmer der Hauptgrund des Vergnügens bleibt, wirddoch auch noch ein gewiffermafsen glücklicher Erfolgin Erreichung des Endzwecks oder die Entdeckungderjenigen Wahrheit erfodert, welche wir prüfen.Hierüber will ich eine allgemeine Anmerkung ma-chen, die bei vielen Gelegenheiten nützlich feynkann,nemlich, fobald die Seele einen Zweck mit Leiden-fchaft verfolgt; fo bekommen wir nach dem natürli-chen Laufe der Leidenfchaften; obgleich diefe Lei-denfchaft urfprünglich nicht von dem Zwecke, fon-dern blos von der Thätigkeit, womit man ihn ver-folgt, entbanden ift; dennoch eine ftarkeLeidenfchaftfür den Zweck felbft, und jedes fehlgefchlagne Un-ternehmen, das uns in der Verfolgung deffelben be-gegnet, macht uns verdriefslich. Diefes kömmtvon dem oben erwähnten Verhältniffe und der paral-lelen Richtung der Leidenfchaften.

Um diefes alles durch ein ähnliches Beifpiel zuerläutern, fo bemerke ich, dafs fich zwei Leiden-fchaften nicht ähnlicher feyn können, fo grofs auchihre Unähnlichkeit bei dem erften Anblicke fcheinen

mag,