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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Von d e in W i 11 e n u. f. w.

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de; aber wenig Mathematiker finden ein Vergnügendaran, fich mit dergleichen Unterfuchungen abzuge-ben, fondern fie wenden ihr Nachdenken auf etwasNützlicheres und Wichtigeres. Nun iftdieFrage, wiediefe Nützlichkeit und Wichtigkeit auf uns wirkt?Die Schwierigkeit über diefen Punkt entfteht daher,dafs viele Philofophen über Unterfuchungen folcherWahrheiten ihre Zeit zugebracht, ihre Gefundheitzerftört und ihr Glück vernachläffiget haben, die fiefür wichtig und nützlich für die Welt hielten, ob-gleich aus ihrem ganzen Benehmen und Betragen er-hellet, dafsfie nicht dengeringftenTheil vonGemein-geift, und nicht die geringfte Beforgnifs für das In-tereffe derMenfchheit hatten. Wären fie überzeugt,dafs ihre Entdeckungen fo ohne alle Folgen find,fo würden fie ihre ganze Luft an ihren gelehrtenBemühungen verlieren, und diefes würde erfol-gen, wenn ihnen auch gleich die Folgen ganzgleichgültig wären; welches r ein wahrer Wider-fprucli zu feyn fclieint.

Diefen Widerfpruch zu heben, mufs man be-denken, dafs es gewiffe Begierden und Neigungengiebt, die nicht weiter als die Einbildungskraft ge-hen, und mehr die fchwachen Schatten und Bilderder Leidenfchaften, als die Leidenfchaften felberfind. So denkt euch einen Mann, der die Feftungs-werke einer Stadt befieht; ihre natürliche oder er-langte Stärke und Vortheile betrachtet; dieDifpofitionund Erfindung der Bafteyen, Wälle, Minen und der

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