Von dem Stolze und der Demuth.
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im Tanzen, Reuten, Fechten, und auf feine Ge*fchicklichkeit in Fünften und Handarbeiten. Aberdiefes ift noch nicht alles. Die Leidenfchaft er-ftreckt lieh noch weiter und umfafst alle Gegenftän-de, die nur im geringften mit uns verbunden find,oder eine Beziehung auf uns haben. Unfer Vater-land, Familie, Kinder, Verwandfchaften, Reich-thümer, Häufer, Gärten, Pferde, Hunde, Kleider;jedes dieier Stücke kann eine Urfache des Stolzesoder der Demuth werden.
Aus der Betrachtung diefer Urfachen erhellet,dafs wir nothwendig wieder einen neuen Unter-fchied in den Urfachen der Leidenfchaft zwifchender Befchaffenheit, welche wirkt, und demSubjekte, in welchem fie fich befindet, machenmuffen. So bildet fich z. E. ein Menfch auf einfchönes Haus etwas ein, das ihm gehört, oder das ergebauet und angelegt hat. Hier ift das Objekt derLeidenfchaft er felbft, und die Urfache ift das fchö-ne Haus: diefe Urfache zerfällt aber wieder in zweiTheile, nemlich in die Befchaffenheit, welche aufdie Leidenfchaft wirkt und in das Subjekt, demdiefelbe inhärirt. Die Befchaffenheit ift die Schön-heit, und das, Subjekt ift das Haus, welches als feinEigenthum oder feine Erfindung angefehen wird.Beide Theile find wefentlich und der Unterfchied iftnicht unnütz oder fchimärifch. Schönheit, blos alsfolche betrachtet, rvenn fie nicht in einem Dinge ift,das mit uns iri einer gewiffen Verbindung fteht, er-zeugt weder Stolz noch Eitelkeit; und die engfte
Ver-