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muß; aber bennod) fann «tan aud) Kant’S moralifdje ©Triften rticEjt ofme fittlidje Sr=^ebuag lefen. Vier ben großen SRann in biefer Ve^ieljung nod) nid)t fennt, bem fönnenwir feine Schrift: ©runblegung jur SRetaphhfif ber ©itten jum ©tubiunt bcftenSempfehlen. SS wel)t in biefeni Suche — aud) abgefeljen »on ber wiffenfdjaftlidienKlarheit unb ©rünblicpfeit, burdj bie eS fid) auSjeidjnet — ein ©eift erhabener, oonSol)nfudjt freier Sittlidjfeit, ber feben aufmerffaraen Sefer ergeben, begeiftern unbbeffern muß.
Nod) ift hier gu ermähnen, baß K. nad) bem ®obe feineg großen ProtectorS, grieb=rid)S beS ©roßen, in feiner Sehrfreiheit fehr gehemmt würbe. 3mar in ber erften £eitnad) bem ^Regierungsantritt griebric^ SOSilhelmS II. würbe er höhnen DrtS nod) fehranerfannt. ©erabe in baS 3al)r, als K. jum jmeitenmale Rector ber UnioerfitätKönigsberg mar, fiel ber ®ob grtebrichS beS ©roßen unb bie £>u!bigungSfeier feinesNachfolgers in Königsberg im September 1786 . K. trat als Vertreter ber Unioerfitätan ber Spi£e ber Profefforen bem neuen 9Ronardjen entgegen unb temrbe oon biefemauf bie hulbreidjfte Art empfangen unb als ber erfte Philofoph ®eutfd)lanbS ehrenooHbegrüßt. Aud) ber ipulbigung8=Sommiffariu§, ber EabinetSminifier ©raf oon fper$berg,jeidjnete K. iw feber Sßeife auS, wo er il)n nur traf; eS würben nid)t bloß bie Sin=fünfte ber Unioerfität um 2000 ®h^ er jährlich vermehrt, fonbern K. erhielt nod) auSbefonberen ffwnbS eine außerorbentlid)e Zulage Bon 220 ®halern jährlich mit einemäußerft fchmeichelhaften ©d)reiben beS Königs, .in welchem namentlid) auch Kant’S auS=gesegneter gleiß, feine Uneigennüfsigfeit unb feine patriotifdjen Veftrebungen in warmenSBorten gebül)renb anerfannt waren. Aber bie ©unft ber ©roßen ift unfidjer unbburd) politifdje unb firchliche Strömungen bebingt. Unter griebrid) SBilljelm II. nahmbie preußifdje Politif unb bie Seitung ber fird)lid)en Angelegenheiten befanntlidj halbeine fehr reactionäre Strömung, bie in bemfeiben ©rabe wud)S, je heftiger ber reoo=lutionäre ©eift in granfreid) gegen Kird)e unb Staat Ijeranftürmte. Sdjon S>oei 3al)renad) bem ®h r0llh3 ed)fel mußte ber freifinnige 9Rinifter 3 e büh, bem K. fein ©pochemad)enbeS Sßerf: bie Kritif ber reinen Vernunft 1781 gewibmet hatte, abtreten, unban feine Stelle trat am 3 . 3fuli 1788 ein fanatifdjer unb hierardjifdjer ®h e ^ D Ö» berfrühere Prebiger VSöUner. 9Rit ihm fpanb in §anb gieng ber ©eneralabjutant beSKönigs, oon VifdjofSwerber. SBenige Sage nad) bem Amtsantritt biefeS SRinifterS er=fchien baS nach ihnt benannte berüchtigte NeligionSebict, welches bie NeligionSlehrerftreng an bie ©laubenSbefenntniffe als Norm oerwieS unb jeben AnberSbenfenben mitAmtSentfehung bebrohte. Sin sweiteS Sbict hob bie Preßfreiheit auf. Sobann würbeeine befonbere Veljörbe errid)tet, bie bie auSgebeI)ntefte VoHmad)t über alle Kird)en=unb Schulämter hatte unb anftellen, beförbern, unterbrüden unb abfefsen fonnte. SSwürbe mit ootlem Vewußtfein ein VernicfjtungSfrieg gegen bie fogenannte Aufflärungunternommen. SS war natürlich, baß eine fo mächtige Erfdjeinung wie Kant ben Ver=liner ©laubenSridjtern nicht entgehen fonnte. K. erhielt baher eine SabinetSorbre oom1 . Dctober 1794 , bie SßöKner felbft abgefaßt hatte, in welcher folgenbe Stellen oor»fommen: Unfere hödjfte Perfon hat fd)° n f c ü geraumer 3^ mit großem SRiSfaHenerfehen, wie 3Ijr Euere Philosophie jur SntfteHung unb fperabwürbigung mancher f?aupt=unb ©runblehren ber heiligen Schrift unb beS Shriftentl)umS miSbraudjt, wie Sh* biefeSnamentlid) in Suerem Vud): „Neligion innerhalb ber ©renjen ber bloßen Vernunft"gethan habt. 3Bir oerlangen beS eheften Euere gewiffenhaftefte Verantwortung unbgewärtigen Uns oon Sud), bei Vermeibung unferer twdjften Ungnabe, baß 3h r Sud)fünftigl)in nichts begleichen werbet juSdjuIben fommen laffen; wibrigenfaHS 3h* ® u <hbei fortgefefcter Nenitenj unfehlbar unangenehmer Verfügungen ju gewärtigen habt. —3ugleich würben fämmtliche tl)eoIogifd)e unb philofophifdje Seljrer ber Unioerfität burchNamenSunterfdjrift oerpflichtet, nicht über Kant’fdje NeligionSphilofophie ju lefen. ®ieferEingriff in bie afabemifdje Sehrfreiheit mußte K. iuS Snnerfte treffen, ba er bie un=gehinberte 2Rittl)eiIung ber Ueberjeugungen für baS erfte Ned)t ber VJiffenfdjaft unb bieeigentliche conditio sine qua non iljre8 Veftel)enS h«It. AnbererfeitS hatte er einen