flaut.
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£et)rer unb Ergiet)er ader Strt, fonbern aud) jebeg andern dftcnfdjen, ber nad) einer»odfommenen Verfaffung feines intedectueden unb fittlidjen Meng ftrebt, unb mußnamentlid) aud) ftrebfamen Jünglingen gum ©tubium empfohlen Serben. Sant’g Menift ein ÜKufter einer moh’lgeleiteten ©elbfterjieimng. 3unäd)ft geigt eg auf eine glängenbcSßeife, mie ein SOtenfd) non latent unb SEBidengenergie fid> non ben niebrigften Stufenbeg Meng big gur Ijödjften ber ©ettung unb beS Einfluffeg emporarbeiten !ann.$enn mar »on gang niebriger fperfunft, oljne ade äftittel unb big in fein 46.Sebengjafjr otme ein beftinraiteg Einfommen, aud) hatte er einen fd)rDäd)Ucf)en Körper,ber ©djonung unb pflege »erlangte; unb bodj ließ er fid) burdj ade ©djmierigfeitenin feinem großen Streben nidjt irre madjen, fonbern formte in ader ©tide, aber mitgroßer Energie nach ber 2ßa^rt;eit unb braute eg fo etma in ben 80ger Jahren beg»origen Jahrljunbertg baljin, baff er otjne aden SSHberfprndj ebenfo im ffteidje beggeiftigen Meng atg ber größte ÜJiann beg 3af)rf)unbertg bemunbert mürbe, mie grieb=ricO ber ®roße im Sieidje ber fßolitif unb beg Srieggmefeng. S)amit hängt aber
gmeiteng aufg innigfte gufammen, baß ßant’g Men »om Anfang big gum Enbe, fomeitman bag »on einem ©terblid)en fagen fann, ein erljabeneg fittlidjeg ©epräge trägt.$. lebte fo, mie er lehrte; er mar ein Eljarafter »on feltener ©röße unb Starljeit, berin feiner feiner fpattblungen »on feinen fittlidjen SKayimen abmidj, fonbern bag ©utcunb SBaljre, mag er burd) feinen ©djarffinn erfannt hatte, in feinem Men nach adenSeiten I)in realifirte und fid) fo gleidjfam gn einem lebendigen Sunftmerf machte,metdieg in aden feinen Reifen »on bem Sidjte einer unb berfelben Jbee burdjleudjtetift. SSegen biefeg innigen gufammenhangeg, ; n meldjem bei bie Verfaffung unb
Entmicflung feineg inbioibueden Meng mit feinen adgemeinen Seiftungen für beutfdjeSBiffenfdjaft unb Eultur fielet, ift eg baljer audj mögtidj, bie ©djilberung beg großenDJtanneg, bie mir ben Sefern ber Snctjfiopäbie gu geben beabfidjtigen, an ben Verlauffeineg Meng angufdjließen.
2. fJant’g eigene Slugbilbung big gumSlntritt feineg öffentlichen£el)ramteg. Jmmanuel ßant mürbe am 22. Slprit 1724 gu Königsberg in fßreußengeboren, ©ein Vater mar ein in mäßigen Vermogengumftänben lebender ©attlermeiftcr,ein feljr red)tfdjaffener 2Rann, ber nebft feiner grau ber retigiöfen 9lid)tung ergebenmar, bie man mit bem bauten beg fßietigmug begeidjnet unb bie barin befteljt, baß bieSieligion nid)t fo feljr in beftimmte SDogmen unb gormeln, fonbern in bie innige §in=gäbe beg £ergeng an ©ott gefegt mirb. Eg ift »on Jntereffe gu ^ören, mag nuferEßhilof»ßh in feinem fpäteren Men, mo er bodj nidjtg meniger atg ein -ßietift mar,über biefe Stiftung urteilte. „V3aren aud) bie retigiöfen Vorftedungen ber damaligen£eit, fagte er, unb bie SBegriffe »on bem, mag man Sugenb unb grömmigfeit nannte,nidjtg meniger alg beutlid) und genügend, fo fand man bod) mirftid) bie ©ad)e. Sdanfage bem fßietigmug nad), mag man mid, genug, bie Seute, denen eg ein Ernft bamitmar, jeiefneten fid) auf eine eljrmürbige SBeife aug. ©ie befaßen bag £>öd)fte, magber äJtenfdj hefigen fann, jene 9iül)e, jene Weiterleit, jenen inneren grieben, ber burd)feine Mbenfdjaft beunruhigt mürbe, teine diotl), feine Verfolgung fegte fie in 50iig=inutfj, feine ©treitigfeit mar »ermögenb, fte jum 3orn ju reijen. Mt einem Sßorte,au* ßer bloße Veobaifyter mürbe unmidfürlid) gur Sichtung ^tngeriffert." ©emiß einfd)öneS 3eugnig beg ©ol)neg über bie fittlidje unb religiöse Siidjtigfeit feiner Eltern!©ang befonberg aber concentrirtc fid) jene religiöfe Sücßtigfeit in bem fpergen feinerÜJtntter. 3l)r Vilb ftanb S. aud) nod) in feinem fßäteren Sitter lebhaft »or Singen;er rühmte ihren natürlichen Verftanb, ihr ebteS £erg, ihre echte, feinegmegg fc^mär=itterifc^e grömmigfeit. ©ie übte aud) ben bedeutenden Einfluß aug auf bie erfie Er=giehung ihreg ©ohneg, bejtimmte feine ®emüth§= unb @eißegrid)tung unb beftätigte
Stadjricbten bargeftfüt »on g. 3S>. ©Hubert 1842 in Äant'ä SBcrfen »on 3tofenfrang unbSchubert, SBb. XI. Stbtt). 2. Söenn fpeiter Äant’ö SBerfc citirt merbeu, fo ift eb immer nad)biefer Sluögabe gefdjehen.