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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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866
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866 Sngenblectüre, Sugenbliteiatur.

unb baS ,,83ud) oon ben 7 §au:ptlaftern" (1558). 3>r3ugenb gum furgweiligenUnterricht" werben in biefen ©Triften 33eifpiele aus ber SSibel, auS SofebhuS unbanberen ©d)riftfteHern gu einem fo ernften ©ittenfpiegel gufammengefteHt, bafj man ben33erfaffer beS leichtfertigen fßollwagen nicht wieber ertennt (.©eroin. III. 126).

jjur hiftorifdjen Seetüre biente ber -Ougenb, wie ben @rwad)fenen, bie in benFamilien eingebürgerte (legenbenartige) ®aiferd)ronif beS ©ottfrieb oon SSiterbo unbnoch mehr bie gortfe(mng berfelben (3 93itnbe in fjotio mit 359 fronen SfterianfchenSupferftichen, 174359), baS Theatrum europaeum non ©d)leberuS unb AbeliuSmit wirflid) inftructieen (Kluftrationen unb neben biefen ©leibanS ©hronif (1555unb gule£t 1785 aufgelegt). SSon Ijöchfter Angiel)ungSfraft für bie Sfugenb würbeaber Die auf halbwahrem fpintergrunbe [ich entwirfelnbe geogra)aI)tfd>e 2)id)tung, biefchon bie ©efchic^te §ergog ©rnftS (im 12. (fahrl)-) mit ABunbern umwob, in ben »ReifenDeS SnglanberS ÜDianbeoille" (1372) in gang Europa Ontereffe erregte, burd) bie©ntbedung einer neuen SBelt immer mehr Nahrung erhielt, enblid) in ®efoeS iRobin=fon (1719) ein Sßeltbud) frf)uf unb in ber hiernach gebitbeten 3nfel gelfenburg(urfprünglithwunberlid)e Fata einiger Seefahrer jc. 173143, oon £ierf erneut1827) einen baS Sitter, wie bie Sugenb feffelnben Räuber oon wunberbaren SBeltenunb bäuerlichen Abenteuern entfaltete.

4) ©in Ueberblirf ber oorftehenben 5£>arftellung läßt als wefentlid)eS©rgebniS folgenbe ipuncte heroortreten: 3fn ben naioen feiten ber beginnenben ©ulturoertraten bie lebenbige Diebe unb ber lebenbige ©efang bie ©teile ber ÄinberlectüreSBo aber bei fortfd)reitenber ©ntwirflung bie münbliche SDiittheilung nicht mehr genügteunb hoch bie Dtülirigfeit beS fjraftifdjen SebenS nod) ein 33ebürfniS für Seetüre übrigließ, ba nahm bie Sugenb gunächft Anteil an ber fparfam gugemeffenen Seetüre ber©rwadjfenen; baS Sntereffe beiber fammelte fid) um baSfelbe 33ud). 3u fotd^er Seetürebiente baS ©d)önfte unb 33efte ber Diationalliteratur, ober wenigftenS baS, was bergeitweilige ®efd)mad bafi'cr hielt, unb eben auS folgen wertvollen Schäden geftaltetenfid) enblid) burd) bebaute Auswahl unb neue Faffung aud) eigentliche Sugenbfdjriften.

C. SJtDberne Sfugenbliteratur. a. ®efd)id)tlid)e ©ntwirflung. 93litber gunehmenben Soderung beS Familienlebens begann bie natürlichste Quelle beröugenbunterhaltung, bie ©rgäl)lung ber SDiütter unb 33äter, immer mehr gu oerfiegenunb auch bie ©emeinfamfeit ber Seetüre beS Alters unb ber Sfugenb ftd) gu löfen.9iur ©ellertS liebenSwürbige Fabeln, oieüeid)t aud) bie oon Sicht wer unbißfeffelunb bgl., bie 3nfel Felfenburg unb 33üd)er wie 23uni)anS ißilgerreife, bilbeten nod)ben ©egenftanb eines gemeinfamen OntereffeS. ®ie Ougenbliteratur felbft aber oerfielgugleid) mit ber Diationalliteratur unter bem ©influjj beS oerberbten @efd)tnadS unbber gunehmenben ©Ijaraftertofigfeit ber 3 e it, f° baß ber (Ktgenb fener £eit, nach Aie:meherS Anbeutung, neben ben oben genannten ©d)riften nicht oiel mehr gur Seetüreübrig blieb, alsQannewabS ©jembelbud), 18 er fenm eh er S furiofer Antiquar, bieAcerra philologica unb SUfolattS SrfimmS Iter subterraneum. ®iefe Umftanbe be=nufste bie thatige ©heculation ber Diouffeau=i8afebowfd)en ©d)ute, um eine eigene,ihren reformatorifd)en ^werfen bienenbe Sinberliteratur gu probuciren, unb ber -3ubel,mit bem ihre ©rgeugniffe allenthalben als föftlidje ©abe aufgenommen würben, bewies,wie fehr man bamit bem SSebürfniS nad) Seetüre entgegengefommen war unb für ben@efcf)mad unb bie goabagogifche Dichtung ber 3ät baS Steckte getroffen hatte.

l) (Kt bemfelben (fahre, in bem ber eble Freiherr oon 9iod)ow mit feinem,gunächft für bie 33olfSfd)ule beftimmten ^inberfreunb (2 33be. 1776) baS erfte beutfd)e©djullefebuch (f. b. Artifel) unb gugleid) baS ©d)lagmort für eine, auch neben ber©chule fid) entwidelnbe neugeitlidje Äinberliteratnr gegeben hatte, ließ ©hriftian Feit? e i ß e, auf Anregung SSafebowS unb gunächft als Fortfegung oon AbelungS 28od)en-blatt für ®inber, feinen ^inberfreunb (24 33änbe 177682) erfdjeinen, in bem in berForm einer Unterhaltung im Familienfreife unb in gefälliger ©infleibung belel)renbe®efd)id)ten ber oerfd)iebenften Art mit ©ebidjten unb .(t'inberfdjaufhielen abwed)fein.