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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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863
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3uscn&Icctürc, Sugenblitmtitr. 863

fo, baß ttod> Beim 3tn6rud)c einer neuen Eutturepodje 3Jtattl)efiu8 Bon fid? jagentonnte, er IjaBe bon 3ugenb auf alle Segenben unb SrigittengeBettein burdjlefen. —Sind biefer heiligen ißoefic festen fidj benn and), — freilich erft bann, als fie ju ber=fümmern anfieng, — eigenttidje KittberBüdfer aB, bie, leie EonrabS non ®angolS =heim Stcimfalenber (1435), „gteidjfam fdjon ju 2Beihnad)tSgaBen Bcftimmt, auf eineleicht einprägtidjc SBeife bie 3ugcnb mit ben ^eiligen bed 3al)rS unb mit ben an ihreSage gelnüpften SBetterregetn Betannt mad)en fodten." (®erb. II. 237). — ©aß aberbie $ird)e aud) nad) einem tiefer angelegten ißlane für bie Sugenb $u fd^reiBen wußte,Beweist eine anbere ©dfrift, „ber ©eete Sr oft", bie wal)rfd)einlid) fdjon bor 1407entftanb (bergt. 3. ©efffen, ber Silbertated)i 8 mu 8 beS XV. 3at)rh. I.). ©er «Stoffbiefer Schrift ift ein SpcmpelBud) ju ben 10 ©eboten in ©efpradjSform, wobei ber

©d)üler fragt, ber Seljrer ober Sater antwortet unb erjätiBt, au§ Segenben, bem Sitten

Seftament unb anberen gcljaltboden unb $um S^eit uralten Duellen entnommen unb founberwüftlidfer Slrt, baß ein St)cit bedfelBen Bis in unfere ntoberne Siteratur hinein fid)

erhalten l)at. ©o finben wir liier bie ■paraBet, bie fd)on in Sarlaam unb im iperfifdjen

beS Stumi entsaften unb neuerbingS bon Stüd'ert in feinem: „ES gieng ein ÜDtann im©prertanb k." Bearbeitet ift; bie aus bem ©almub entlehnte unb bon £>erber wieber=erjahlte ®efd)id)te bon ber ©tabt, in ber man alle 3 al)re einen jfrremben auf ein Sahtjum Könige wählte; ben ebenfalls im Satmub enthaltenen EibeSBetrug; ben ©toff 3 U©djifler’S gribolin mit bem ©djtuffe: SJtpn tiebcS fint, baS taS bir epn tere fin unbhöre gern meffe, u. bgt. m. — ©iefe erfte Bebeutcnbe $inberfd)rift, bon ber wir wiffen,würbe jugleid) ein SilberBud), nämtid) in fpäteren SluSgaBen (1478 unb 1483)mit 11 quartblattgroßeu §otjfd;nitten auSgeftattct, unb Batb (Bis 1500 erfd)ienen 10Sluftagen) aud) ein bietBetieBteS SolfdBud), wie benn überhaupt ju jener 3^1 Bie Sittenmit ben 3ungen lafen unb baS SBud> ber Ettern and) ben Sinbern nidjt berfagt feinmochte.

®ic ©orgfatt, weldjc bon ber ^Reformation bem 3ugenbuntcrrid)te jugewenbetwürbe, berantaßte Poeten, ju ben Stinbern eigens fid) h^ftBjulaffen. SOtart. Slgricotaließ 1560 feine beutfdje SMufica, ©efanghidjlein für bie ©d)ulfinber, $nc 6 lin unbäRegbtin erfdjeineit. Stic. Hermann (1561) wibmete feine ©efänge ben „adertieBftentinbertein", inbetn er am ©dfluffe feiner Ebangetien Bejeidjncnb fagt: eS (baS ©efang-Bmh) „ift fein ather unb fein fd)Icdjt, bntin ift eS für cud) $inber redjt". — ©amuet§ehet (in ©djweibnih) reimte bie ©onntagScbangetien (1571) für $inber (unb für£au 8 bäter unb ijpauSgeBraud)); 33avthot. Stingwalbt unbSt) oma ^ Ipartmann(1604) fangen aud) Sieber für ®inber in ber tänbetnben Staibetät jpermann’S. Et)r.©onauer (1607) Brad)tc fromme fpietenbe SBiegenlicber, 3 ot)ann jpeermann (1585Bis 1647) ©eBete, ©prücf)e unb Sieber für ffinber in immer fid) wieberpotenben Sluftagen.

316er ade biefe ©iditungen, fowie bie Segcnbe fetbft, mußten fid) jurücfjiehen bor ber33iBet, bie namentlich in ©eutfdjlanb unb ben Stiebcrtanben baS gamilienbud) würbe.Sind) bie 33itbnerei BegaB ftd) in ihren ©ienft. ©d)on bie Bei ©org unb 3^iner in SlugS=Burg 1477 gebrudte 23ibet i^atte jpoljfdjnitte (f. ben trefftidjen Slrtifel bon §. SRerjin ber Steatencpttopäbie bon fierjog unb $litt 23b. II. 1878), feitbem berfd)Wanben bieSilber nid)t mepr auS ben SiBctauSgaBen; BefonberS Befannt finb bie SurfürftenBiBetnSBittenBerg 1576 unb 1584, bie fflterian’fdjc ^upferBibct 1630, bie StürnBerger ^5oIio=Bibel 1656, bie SimBurger SiBctn jc. Eine fotdje SSiBet, oft ber einzige SücherfdjahBeS §aufeS, pflegte, bom Sater auf ©ot)n unb Sntet fid) forterBenb, 3at)r aus 3at)rein bie Silberluft ber ffinber unb baS SeBen hinbitrd) bie Sefefreube ber Sitten ju fein,Bis fie unter ben Einflüffen einer neujeittidjen Sitbung bom offenen Sßanbfdjranf inbie SiBliothet ftd) jurüdjujiehen Begann, ©chon früh toaren aud) eigentliche ®inber=Bibeln, BiBlifdje ®efd)id)tcn, erfd)ienen. Sutl)er ließ feit 1529 feinen SluSgaBen ein t)alb=hunbert BiBtifc^er mit ©prüdjen berfehener §oljfd)nittBitbcr für SSolt unb 3ugenb mit=gehen. 1549 erfdjien Bei Egenotf in fyrantfurt bie t'teine SiBct mit jpoljfdjnitten, 1552unb 1553 erfd)ienen jugrantfurt: 33iBtifdje ^liftoricn bon §aitS Srofamer, 1571