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3ttftriimcntaTmufiI.
eben bcrniit, baß er nod) gar ttidjt meiß, ma« 9D?uftf ift. 23on gemißer ©eite mirb bie©evingfdjähung ber Snftrumeutafmufif fogar refigiö« motioirt; man fielet bie leiteteaf« etma« an fid) fdjon meftfiefe« an, mäfmenb ber ©efang burch ben refigiöfen ®ef;afteine« STepteS fid) aud) gur retigiöfen 23ifbung mefm gu empfeljifen fdjeint. Qer ©efangfann bod) fpecififdj fßetigiöfe« au«fpred)en; ba« 3mftrument rebet nicht in 23ibet=fprüdjen ober Kated)i«mu«fät 3 en, meif e« überhaupt nidjt rebet. (©o tjat g. 23. Stambad)in feinem mol)funtermiefenen Informator, 1742 , ©. 192 , große 23ehutfamfeit in 23e=treff be« 3nftrumentenfpief« geforbert; unb fefbft nod) Stau« £>arm« fj atte Suft, berCrgef beim @otte«bienft ba« taceat mulier in ecclesia aufguerfegen, meif fie ja gufeiner beftimmten Religion fid) befenne. ©. f. fßaftoraf=Qf)eof. II. fünfte 9tebe.) 25$ennttnfere 23auern, mo fie eine ®eige hören ober fef)en, an ©djenfe unb Sangboben benfen,fo ift it)nen ba« gu oergeiijen, benn fie hören fein Ordjefter eine SJiojart’fc^e oberSBeetf)OOcn’fd)e ©pmphonie aufführen; menn aber gebübete Seute, bie ®elegenl)eit haben,gu f)Bren, mie 23ad), toie tpänbef and) in ber Kird)e bie SJtadjt ber Snftrumentafmufifgur ©rfdjeinttng fommen laffen, — menn fofcf)e nod) Urtt^eile jener 2lrt faden, fo iftba« eine 93efd)ränbtt;eit, bie menigften« un« anbern gugumuthen feiner ba§ 9ied)t hat-2Der überall fid) fdjon oon beut 2Befen biefer SBeft umflutet fielet, mo nid)t (hriftfidje©ogmatif unb (£tl)if in pontificalibus auftreten unb ba« SBort fiteren, ber fod menig=ften« nidjt mahnen, er ftef)e fefter unb murgte tiefer im Sfiriftent^um, at§ mer in adern©roßen unb ®uten, 233af)ren unb ©d)önen, ma« ifjm in 9?atur ober Kunft, in SBiffen-fdjaft ober Seben begegnet, eine Offenbarung @otte§ erfennt unb genießt.
Saffen mir aber bie« berufen, fo ftedt fid) bie ©adje für un« einfach fo: @odbie Sonfuuft unter un«, af« einer gebifbeten Nation, nid)t füifen, fod un« nid)t ba«itimergfeid)Iid) £>errfid)e, ma« gerabe bie beutfdjeit Sdfeifter für bie Snftrumentafmufifgefdjaffen haben,*) umfonft gegeben fein: fo muß aud) ba« nadjmadjfenbe @efd)ted)tBefähigt merben, bie Snftrumentafmerfe berfefben au«gufüf)reu. 2lffo: bie Sfugenbmuß — um popufär gu fpredjen — geigen unb pfeifen lernen, bamit bie Kunft nichtbon il)rer fpBI)e ^erabfinfe. 2lber and; umgefefirt: bie 3ugenb muß gu biefer §öf>eemporgefüfirt merben um ihrer felbft tuiden, um ade« be« ebfen unb reinen ©enuffe«,atter ber geiftigen 23ebebung unb Kräftigung fähig unb tf)eiff)aftig gu merben, mefebebiefer tpauptgmeig ber Oonfunft geroährt. 9tid)t af« ob be«I)afb ber ®efang gurütfgu^brangen märe, bie 23cgabung be« ©djüfer« roirb bem Setter oon fefbft geigen, nad)toeldjer ©eite f)in er oorguggtoeife gu arbeiten I)at; aber aud) ber ©änger mirb immereinen ungemeinen ©etoinn baoon haben, menn er gugteicf) ein Snftrument fpieft, unbeinen fühlbaren ©d)aben, menn er nidjt« bergfeidjett gelernt I)at, affo nidjt einmal im©taube ift, fid) ein Sieb gu accompagnircn. 2Bie gang anber« ift ber ©anger gumftdjerit Treffen befähigt, menn er g. 23., fobatb er bie 9?ote c oor fid) ftef)t, oermittefftfeine« Songebäc^tniffe« augenbfidfid) meiß, b. Ij- innerfid) Ijürt, mie biefe dfote auffeinem Qnftrumente Hingt!
Stiebt ^at mit Sftedjt (in feinen »mufifafifeben (S^cirafterföpfen", I. ©. 207 f.)barauf aufmerffam gemad)t, mie oief mel)t ttnfere ©roßoäter einft Duartette unb fefbft©pmpbonien (für ffeine« Ordjefter) af« §au«mufif im g«unbe«frcife fpieften af« mir,toa« aderbing« aud) barin feinen ©runb f)at, baß ein i8eetf)ooen’fd)c« Quartett unbooHenb« eine ©pmpf)onie biefe« fperoö gang anbere quantitatioe unb quafitatioebevungen ftedt, af« bie £)au«fpmpl)onicn oon ißfepef unb fefbft manche Quartette oon§at;bn. Sfdein unfere cfafftfcb=mufifafifcbc Sitcratur' ift reid) genug, um für ade ©tufenber utufifafifdjen g-ertigfeit ba« 5Red)te in §üde unb gilde bargubicten; ma« bie großenidieifter oft nur gefegentfid) für i^re ©djüfcr fdjrieben (mie g. 23. bie aderfiebftett 3
*) Staliener unb granjofen fepretben feine ©pmpbonien unb Quartette, fte mißen marumtt’enn fie für Snftvumente ftpreiben, fo ift cd entmeber bie oberfIad)tid)ftc ©afondtnuftf, ober finb'd SBrarourftiide für ©irfuefen, ober im pod)ften gad „fpmpbonifd)e Qlcbtungen", eine ©arftedungber SSBfifte u. bgt., alfo feine fdfuftf, bie für ftd) ald Diiiftf ctmaS bebeutet.