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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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Sufpcctimt. II.

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fd)iebenl?eit ber Snbioibualitäten in Seljanblung oon ©djülern unb gehrgegenftänbennod? fo oicle ©hiergegen, ja 2Biberfprüd?e, baß baburd? baS Erreid?en eines f?armoni=fdjen ©efammtrefultatS entweber geljinbert ober bod? beeinträdjtigt erfdjeint. ©iefefennen ju lernen unb jn heben, ein harmonifd?eS 3neinanbergreifen ber oerfdjiebenengehrfräfte anjuba^nen, worin eine ©runbbebingung beS ®ebeil?enS einer Slnftatt liegt,bieg ift wefentlid? ©ad?e beS ©irectorS, ©ad?e feiner perfonlidjen Einwirfung aufSelber unb ©djiiler, ©ad?e feiner nnauSgefejjten fpecießen Smfpection, unb biefe Er=lenntniS ift cS, in ber bem ©irector reu ber Sel?Brbe nid)t nur bie uuauSgefe^te 3n=fpection jur ißflidjt gemad?t, fonbern aud? in Segnung auf Slnmeifung unb Slnorb--nung gegenüber »on ben einjelnen gel?rern ein weit größerer ©bielraum gegeben ift,als bem außerhalb ber ©d?ule ftcl?euben Sfnfpector. Sr ftel?t in feiner 3nfpection bemcinjelnen get?rer nicht bloß als übergeorbneter Beamter, fonbern als Stepräfentaut bergangen Slnftalt gegenüber.

Sei biefer Sluffaffung werben bie Einwürfe berer, weldje in ber ünfpectionburd) ben ©irector ober in ber perföntid)en Einmifdjung beSfelben in bie Set;rtljätig=feit ber einzelnen getjrer nur eine unfruchtbare, heunnenbe Seläftiguug ber letzterenfe^en unb fte beSwegen entweber ganj aufgehoben ober bod? Wefentlid? befdjräitft wiffenwollen, fid? als unhaltbar erweifen. © ein Sorftanb babei große unb fd?ablid?eSDÜSgriffe machen fann, ja baß fein ©heil feines SerufeS mehr ©aft unb Unbefangen*heit »erlangt, foll nicht geläugnet werben. Slber überall wirb eine unbefangene Se*tradjtung jeigen, baß alle Einwürfe entweber nur T^alb ridjtig finb, ober baß fte bloßbie ißerfon, ntdjt bie ©arf?e felbft treffen, unb baß biefe ©l?ätigfeit beS ©irectorS, wennfie richtig auSgeübt wirb, nicht bloß im Sntereffe ber ©ad?e unb ber Slnftalt, fonbernaud) im wohloerftanbenen bUitereffe ber geljrer felbft liegt. ES werbe mit ber Dnfpection,fagen mandje, leicht bem 9ied?te ber Snbioibualitat 51 t nal?e getreten. ©ewiß! Rollteman bem geljrer überall »orfdjreibcn, waS unb wie er lehren, wann unb wie er ftrafenober belohnen ober überfeinen foße, man würbe bamit baS SBefen ber©djule Bernidjten.31?f ^aufjtjwed ift ja, im ©djüler bie S?raft inbioibtteßen Empfangene 311 werfen. Silurbann aber wirb biefer 3werf erreicht, nur bann fann ber ©eift beS geljrerS belebenb aufben beS @d?ülerS wirfen, wenn jenem Freiheit beS ©eifteS unb Freiheit ber SBirffamfeit foweit eS tnöglid? ift, jugeftanben wirb. ES muß aHeS inbiuibueß geridjtet fein, waS iubioi=bueß foß empfangen werben. Unb für eine ganje Slnftalt wirb nichts erfprießlidjer fein,als unter ihren gef?rern mcglidjft oiele inbioibueße Serfdjiebenheiten ju haben; beim in bermannigfaltigen Sinmirfung »erfdjiebener Staturen auf bie Zöglinge liegt baS befte SDtittelgegen einfettige ©reffur unb mafdjinenmäßtgc Sel?anblung. alter fo gewiß bies aßeS ift,fo fieser ift aud?, baß baS 9ted?t ber ünbioibualität feine natürlid?e ©chranfe hat in bember anberen Snbioibuett, mit beneu man jufatrimenjuwirfen hat, unb an bem @efammt=jWecf ber Ülnftalt, welcher man bient, unb eS ift bieS um fo wid?tiger, je mel?r bie Er*fahrung lehrt, baß Sefd?ränfung inbioibueßer Slnfidjten, Slefignation unb Unterorbnungunter ein ©anjeS eben feine her»orfted?enbe Eigenfchaft beS geljrerftanbeS ift.

Ülber wenn man aud? bie 5Rotl?wenbigfeit ber Ueberwadjung, ber Eontrole, berperfonlidjen Einwirfung beS ©irectorS jugebe, bie Slnwefeut?eit beSfelben beim Unter*rieht fei unbequem felbft für ben pflichttreuen, feines ©egenftanbeS tooßfommen ntädjtigenSeigrer, fie wirfe beengenb unb laffe bie ©härigfeit beS geljrerS in feiner Eiaffe nichtimmer fo erfdjeinen, wie fie wirflid? fei, urtb baju werbe baburch bie Sluctorität beSSel?rerS in ben Slugen ber ©djüler beeinträd?tigt. ®aS Erftere ift »oüfommen ridjtig.®on griebrid? Sfacob, bem ©irector beS Eatl?arineumS in güberf, 3 . S. fagt Eiaffen(Sriebrid? Qacob, ©irector beS Eatf?arineumS in güberf, in feinem geben unb SBirfenbargefteßt Bon -3. Eiaffen. ©. 58.): »er fannte bie ftörenbe Einwirfung eines frembenElementes auf feine ganse Haltung fo fel?r, baß er mir meine Sitte, 3 U meiner Seleh=rung feinen Unterrid?tSftunben in ben lateinifchen ©tiliibungen anwol?nen 3 U bürfen,mit ber Semerfung ablehnte: er würbe eS nidjt gerne fehen, weil er nicht ganj mibe*fangen fein würbe' unb ich felbft fannte einen fel?r gefd?irften unb burdjauS pflid?ttreuen