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§mnMbt, tarl SSillj. b.
Serleihung beS fdfwarjen SlblerorbenS Belohnt, immerhin ein erfreulidjeS 3 e iß) en r baß *bet König trofc alter wechfelnben 335inbe, welche übet bie Begeiferung bet BefrehtngS=ftiege fyingegangen waren, bet Berbienfte beS SJianneS nicht uneingebenf war. 9lmliebften aber war §. in biefen lebten 3ahten mit fidj felbft befdjäftigt, um feine Sie<h=mrng mit bem Sehen abguferließen unb bem naljenben Stöbe mit ooßer Sluhe unb Klar=heit in baS Sluge feljen $u fönnen. Sie fprechenbften 3^ugniffe feiner (Stimmung inbiefer 3 e it ftob bie Sonette, in welchen er in gewohnter SBeife bie Siefultate feiner©elbftbetrachtung niebertegte, Wellen man eS anfieht, baß fie nur für ben Berfafferfelbft, nicht für baS ißublicum niebergefdjrieben finb, in welchen aber fein reiner, eblerSinn unb fein reiches inneres Sehen tief unb tlar fid) abfpiegeln. 2lm 8. Slpril 1835ftarb £. im faft ooßenbeten achtunbfech^gigften SebenSjahre. (SS ift für feine $erfßn=liihfeit unb fein Familienleben charafteriftifch, baß ber gewohnte tägliche ©ang beS fidffdjon unwohl Fühlenben jur theuren ©rabftätte ber ©attin ber Slnlaß feines SobeSgeworben ift.
2Bir haben junächft einen Siücfblicf auf bie Shätigfett ju werfen, welche £>. birectber ißäbagogif im hö^^en Sinne juwanbte. Befanntlidf h atte Fi^te in feinen gewalttigen »Sieben an bie beutfehe Station" baS §eil oor adern in einer tüchtigen BolfSer=jiehung gefucht unb wiebernm bie ©runblage einer folgen in ber ^eftalosji’fchen 50te=thobe gefunben. -Snfofern gewiß mit Siecht, als tpeftalojgi, anftatt eines äußerlichenSlnlehrenS unb SlbrichtenS ju beftimmten äußeren 3® e( * en / eine Hebung unb Bilbumber inneren Kraft beS 3ögIingS felbft forberte unb baburch neben einem wahrhaft feben=bigen Sßiffen jugleich baS können unb bie ^perfönlic^e Selbftänbigfeit unb Südftigfeit juforbern fuchte. 3n biefem Sinne hatte Stein ber neuen SJiethobe nachgerühmt, baß fie»bie Selbftthätigfeit beS ©eifteS erhöht, ben religiöfen Sinn unb alle ebleren (gefühltbeS Blenfdjen erregt, baS Sehen in ber 3bee beförbert, unb ben §ang gum Sehen im©enuß minbert unb ihm entgegenwirft", unb oon berfelben Sluffaffung geleitet, hieltauch £>. bie ißeftaloäji’fche SJiethobe eines eingehenben StubiumS unb alter Beachtungwertl): baS unter 3 e Her’S Seitung in Königsberg gegrünbete Sßeftatoggi’fdje Siormaltinftitut hatte fich feiner befonberen ®unft $u erfreuen. Eigentlich aber wieS ihn bochfein ganjeS Söefen nicht auf bie ©lementarerjiehung, fonbern auf ben höheren wiffemjchaftlid)en Unterricht hin- Für feine Seiftungen auf biefem (gebiete ift in Stubotf Köpfe’SSchrift über bie ©rünbung ber Unioerfität ju Berlin eine neue Quelle eröffnet (Sit©rünbung ber Königlichen Friebrich=2BilhelmS=Unioerfität ju Berlin. SJebft Anhängenüber bie ©efchidjte ber -önftitute unb ben ißerfonalbeftanb. Berlin 1860. 4). ,,6S gab,fagt ber Berfaffer (S. 61), feinen ©harafter, in bem bie fettene Bereinigung »erfc^ie=bener Sugenben in höherem äftaße norhanben, mehr ju einem glüdtichen ©anjen ge=worben wäre, als in 2öitl)etm »on fmmbolbt. Für biefen SÄann war biefe Stufgabe.
©r hat ben lang gehegten ©ebanfen jur Shat erhoben unb mit ftarfer fpanb geleitet,bis bie fernere ©ntwidtung eigener Kraft überlaffen werben fonnte. ©r oerwirftichteben iptan feines SugenblehrerS ©ngel; aber wie weit überragte auch hier ber Schülerben Sehrer! fpumbolbt war Staatsmann unb jugteich SSiann ber SBiffenfdjaft, wie eriprer Wenige gab. Unter ber ©inwirfung ber beutfdjen Literatur unb neuen tyfyfofofspie herangebilbet, warb er felbft ein Führer ber geiftigen Bewegung; er, nicht 2fn=hänger, fonbern geborener ÜDiitarbeiter Kant’S, ein tiefer Kenner ber Siteratur beSSllterthumS, mit bem er oerwanbt war burdf bie natürliche Füße ber SebenSfraft unbmehr noch burdj ben Sinn für bie SluSprägung ber 3bee in ber reinen Kunftform, inbiefen Stubien oerbunben mit SBolf, ein gleichberechtigter ©rflärer ©oetlje’S, ber oer=traute Freunb SchiHer’S, enblich ein tiefer Fächer auf bem ©ebiete ber Sprache."
Unb Stein gab ipm im SDtärj 1810 baS 3eugniS: «Reußen h®t bie Seitung feiner©rjiehungS= unb wiffenfchaftlichen Slnftalten einem SSiann anoertraut, ber einen oor=^glichen ©eift unb ©rünblichfeit beS ©harafterS heftet, unb ber biefe Sißenfdjaften mitruhmooßer Sreue in feinem SBirfungSfreife gebraust." Siefe Süchtigfeit beS ©paraf=terS, oerbunben mit ber ©röße unb Freiheit feiner Sluffaffung unb ber Bielfeitigfeit