664
.£>«mmtt8imt8 itttb 9iealt§mitö. I
Sprachen, luetc^e ben ©egnern retten Stoff $um Sabel boten. 9Jtan fanb juerft, bafjin biefem Unterrichte bie grammatifdje äRetljobe bominire, b. I). biejenige, welcheftdj nic^t begnüge, bie Stentente ber ©rammatif in ben unteren Staffen einjuüben unb I
baburd) bie ^Befähigung für bag ©erftänbnig ber ©chriftfteller in ben oberen ju fcfyaffen, j
fonbern bie Scctüre ber ©chriftfteller felbft fortwät)renb fo betreibe, atg wenn bie @raut= t
ntatif bag au§fd>tießtic^e 3iet berfetben Ware. ©Senn man bieS fammt betn fjereiw f
gieren ber ©Bortfritit in bie Seetüre ber ©djriftfteller atg burdjaug oerwerftid) bejeid)=nete, fo war bag ganj unb gar in ber Drbnung; aber eine anbere grage war bie, obbenn biefe SDiettjobe fo burdjgängig in ben beutfdjen Sanben bie ^evrfdjenbe fei, wieman behauptete. Eg tag bod) bie ©ermuthung nahe, baß bem ©erbammunggurtheileeineg unoerantworttichen Sttigbraudjg ber alten Etaffifer immerhin nur eine Befdjrätifte |S'enntnig beg thatfächlichen 3 u fto n beg her ©hmnafien ju @runbe liege unb jwar bie jaug ber nädjften Umgebung entnommene. Unb ba man in ©adjfen (Sregbener ®t)nt= |nafialoerein) am tauteften gegen folgen ÜDtigbraud) eiferte, mußte man oermuthen, bafjbort junädift bie oerworfene 5Dlett)obe ihre ©tätte habe, eine ©ermuthung, bie barinnod) ihre befonbere ©tüjje fanb, baß man annahm, eg möd)te ber berühmte ©egtitnberber wiffenfdjaftlidjen ©rammatit, @. Hermann, ganj wiber feinen ©Sitten, ben SMafjbaju gegeben tmben. Snbeg im 3 . 1848 , atg aüeg eine neue ©eftalt erhalten jufotten fdjien, war nidjtg gewöhntidjer, atg ein Einftimmen in bag ©erbammunggurtheilüber bie grammatifdje Sttethobe, unb jwar hcmptfächlich oon ©eiten berjenigen, beneneben bamit ber ftärffte ©orwurf gemadjt würbe. ©Sar bieg wirftid) ber Stugbrud berUeberjeugung oon ber 9tothwenbigteit einer Urntehr ober war eg Stccommobation an bieöffentlidje SDieinung? SDtan hätte glauben bürfen, baß eine Urntehr fo allgemein nicht hattegeboten fein fotten; feit fiepneunb 21. ©Solf mußte man bo<h an ber tpanb ber ÜJteifter inicht allein bie ©runbfäjse ber fpermeneutif, fonbern auch bie 2lnwenbung berfetben ge=lernt haben. Unb wollte man bem gegenüber jur Erhärtung ber wirtlichen iperrfd)&ftber grammatifdjen ÜJtethobe auf bie 2lugbetmung ber grammatifdjen Sehrbüdjer fyfcweifen, fo mußte man fid) bod) erinnern, baß biefe nid)t, wie in grantreid), baju bafinb, ©eite für ©eite jum 2lugwenbigternen aufgegeben unb abgehört ju werben, fon=bern, baß ber Seljrenbe, wenn er einigermaßen feiner Stuf gab e nadjfommen will, barinnur eine @tü(je für bag im tebenbigen ©Sorte furj unb präcig äftitgetheilte fudjen wirb.
— 2lußer ber grammatifdjen untertag bie i,^itoXogtfc^e" Sttethobe, b. h- biejenige,wetdje bie ißrofefforen ber i)3h^ D ^ 0 S^ e au f ben Unioerfitäten ju üben haben, bariern ISabel. 2ltg eine natürliche Eonfequenj berfetben betrachtete man bie fog. ftatarifd)eSeetüre, in wetdjer über bem gelehrten ©altaft aug ben enttegenften ©ebieten ba§©djriftwerf, um beffen ©erftänbnig eg fid> eben hanbte, beinahe oergeffen werbe; wal)=renb man oon ber Einführung in bie Jperrtid)feit ber alten Siteratur oiet rebe, würben, ;behauptete man, wenige ©djriftftetter wirttid) getefen unb aud) oon biefen immer nur ■ein geringer ©rudjtheil. S>arum müße, wolle man ben auggefprodjenen 3®ed erreichen, jrafch unb oiet getefen werben (curforifdje Seetüre) mit ©efeüigung alter weitläufigenErörterungen. 2tud) bamit war eine arge ©ertehrtheit gejeichnet. 2lber ed fe^rt aud)hier bie jjerage wieber, wo biefetbe fich finbe, ob fie fo allgemein oerbreitet fei, wiebehauptet würbe. 2lHerbingg ließ fid) jur ©egrünbung ber ©3ahrfd)eintid)feit einerjiemtid) auggebehnten fperrfdjaft ber „phitotogifdjen SDiethobe" — biefetbe in bem all= jgemeinen ©inne, in bem man fie nahm, ohne alte näheren ©eftimmungen angenommen
— anführen, baß bie ©d)utmänner burd) bag ©tubium ber ißh^ D ^°Si e gebitbet wür=
ben, baß bie ©renätinie jwifdjen ^Stjitotogte unb fpumanitätgftubium feinegwegg fdjarfgejogen unb in ber ißrapig fchwer einjuhatten wäre, baß gerabe barum ber jüngere |
Sehrcr ber ©efaljr, in feiner Sljätigfeit beibe ©ebiete in einanber fließen ju taffen, in j
hot)em ©rabe auggefejjt fei. Snbeg mußte bagegen bemerft werben, baß bie JüngernSehrer it)re ©efät)igung burch eine ^ßrobegeit augjuweifen haben, beoor fie in eine miteigner ©erantworttid)feit oerbunbene ©tellung einrüden, unb baß biefe in ber fftegetnidjt eine fotd)e ju fein pflegt, in welcher eg auf bie Interpretation eineg ©d)riftwerfg