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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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§amtot)er. 225

bemalt ber t)ö'f)eren ftabtifdjen Sdjülen ober ^ptogpmnafien 12. Sie ’fpäter hi n S u=gelontmene ju Quacfenörüd ift wieber aufgehoben.

Sieben biefen beiben Sitten oon Schulen muffen mir hu* fogleidj ber 9i e a 1 =fdjulen gebenfen, weil fte mit benfelben in ber nädjften SBerbinbmtg fteljen. Eg finb,um ben oielbeutigen Slawen näher ju beftimmen, biejenigen Slnftalten gemeint, weldjeeinerseits ben S3ebürfniffen berer, bie eine allgemeine, über bie SMfgfdjule hiuaug=gehenbe 23ilbung für bag prafttfdje Sehen fudjen, entgegcnfommen, unb anbererfeitg,wie bag ©pmnaftum für bie Unioerfität, fo für eine gadjfdjule (gorft=, S3erg=, $riegg=,,f>anbe'[g=, polptedjnifdje Schule) bie allgemeine S3orbilbung geben. Solche fehlten infpannooet big in bie neuefte ßeit ganj, fo lebhaft man auch über bie Stothwenbigleitbiefelben ju errichten fdjott in ber jweiten £>älfte beg oorigen Sahrhunbertg gerebetunb gefdjrieben hatte; bie Stufgabe berfelben mußten bie ©pmnafien mit übernehmen,inbem fie unter Sigpenfation omn ©riedjifdjen entweber bie »9tealiften" im übrigenan allem Unterrichte ber Stubirenben theilnehmen liefen, ober ihnen auch, Wenn egbie SehrMfte erlaubten, befonberen Unterricht im Englifdjen, granäöfifdjen, im 9te<hnenunb in ber SDlathematil ertheilten. Stber bie längft wargenomtnene UnäulänglidjfeitbiefeS 33itbungggangeg offenbarte fich befonberg bei ben Schülern, weldje fi<h nicht Beitnehmen lonnten ober wollten, einigermaßen ju einem Slbfdjluß in ihrer S3ilbung ju ge=langen. Siefe Sßarnehmung führte junädjft in ber Stabt fpannooet, wo außerbent bagStreunt bie 3«hl ber Setnenben nidjt mehr ju faffen oerntocpte, 1836 ju ber ©rünbungeiner befonberen Roheren iöittgetfdjule. Sn ben übrigen Stabten bagegen gab man,theitS weil fie freier felbftänbiger Slnftalten nidjt beburften, tf;eilS weil eine Slealfdjttle,wenn fie ihren 3wed alg 33ilbungsanftalt erfüllen foll, einen nicht geringeren Slufwanbforbert alg ein ©pmnafium, ben beftehenben höheren Schulen allmählich, befonbergfeit 1846, bie erweiterte Ehtridjtung, baß fie jugleidj bie Slufgabe einer Slealfdjule mitbegrünbeter Slugfidjt auf Erfolg übernehmeu lonnten. 2Jtan grünbete 9tealclaffen, bieber Quarta, Tertia unb Secunda beS ©ptnnafiumg entfpredjen. Sie unteren Eiaffen:bie SJorberettunggelaffen, beren manche Slnftalten eine ober jwei, anbere bagegen garleine haben, bann bie Sexta unb meifteng auch bie Quinta finb allen Sd)ülern genteimfatn. Sille in biefen behanbelten Unterrtdjtggegenftänbe finb ber einen Eiaffe oonSdjülern fo notljwenbig wie ber anbern; nur bie lateinifdje Sprache, mit welkerin Sexta ein erfter Slnfang geinadjt wirb, tonnte eine Slugnaljme ju machen fcheinen.SnbeS ift man oon oornherein mit gutem ©runbe oon ber Slnfidjt auggegangen, baßbie Erlernung berfelben auch ben 91ealfchülern feljr förberlidj fei unb biefe baburdj inihrer Silbung nur gewinnen lönnen. Unb fo beginnt bie Trennung beiber Slrten oonSdjülern meifteng erft mit bem Stugtritte aug ber Y.; bie Stubirenben oerfolgen ihrenEurfug burdj oier Eiaffen oon IY. big I., bie 9iealfd)üler burch bie brei 9iealclaffen.Siefe Einrichtung ift an oier größeren ©pmnafien oöUig burdjgeführt; fedjg anbere,benen nicht bie genügenben Sehrlrafte ju ©ebote ftehen unb wo außerbem bie 3ah,ber Stealfdjüler geringer ift, trennen entweber bie Schüler fpater unb haben nur jweilber III. unb II. parallele, 9tealclaffen, ober fte oereinigen beibe Sitten oon Schülernin einigen Unterridjtgftunben, 9teligion, ©efchidjte, ©eographie, Statur gefdjicpte; bieübrigen trennen beibe nur etwa in ber §alfte ber Stunben. ,£>ie unb ba ift je§t eine4. unb 5. 9tealclaffe nothwenbig geworben.

SBie bie ©pmnafien in ber angegebenen SBeife bie Stealfdjulen ju erfepen fudjen,fo haben audj bie ißrogpimtafien redjt eigentlich biefe 93eftimmung; inbeg oermögen fteberfelben nodj nidjt genügenb nadjäulontnten. Einigen fehlen baju bie nöthigen £eljr=Irafte unb SStittel; bie §auptfdjwierigleit jebodj liegt für fie in ber bunten unb ge=ntifdjten 33eoölferung, bie fte haben. Sliele ber Sernenben fudjen nidjtg, alg wag baggewöhnlidje bürgerliche unb gewerbliche Seben forbert, unb biefe finb oft nidjt lern=eifrig unb ftrebfam; bie, weldje fidj laufntannifdjen ©efchaften, bem l;öh eren ®ewerbe=leben, ber Sanbwirthfdjaft ju wibmen gebenlen, finb ebenfaßg oft ju geneigt, allein baging Sluge ju faffen, wag fie für ihren befonberen S3eruf nüplidj eradjten, bag wagCUäbog. ßncBflopStiie. nt. 2. Stuft. 15