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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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210 ^amtoöer.

»ortrug, »ermodjte bie regften unb lebenbigften ©elfter am wenigften ju Befrie=bigen. ®ie ©leicggültigteit gegen bte Kirdje unb eine Slbnagme be§ tl;eologifd)en©tubiumS folgte rafdj; tote man 1722 eine Stbma'hnung »on bemfelben Tratte ergebentaffen, fo fanb man fed) 1776 genötigt, burd) ein SluSfdjreiben baju ju ermuntern.

©g ift beSgalb begreiflich, baff bie Selber ber höh eren ©djulen baS, WaS fie waren,minbeftenS ebenfo fegr ber ^itDfof)^tfd> e it gacultät unb bem ^Itotogifdjen ©erninar,als i^rem theologischen ©tubium cerbanften. ©oldje feerer nun, bie auf biefemäßege ihre 23ilbung erlangt hatten, finben ftch feit ber ©rünbmtg ber Uniüerfität garmanche. ©ie finb e§ benn aud;, welche ©eSnerS ©ebanlen unb Sehrplan ins Sehenju führen bemüht finb, in bem prhtciplofen f?in= unb §erreben unb ©treiten, welchesum jene 3eit beginnt unb in bem Auftreten SafebowS unb feines SlnljangS neue 9lah=rung erhält, eiu tlar eriannteS 3iel »erfolgen, alle »neuen iDiet'hoben" fernhalten unbauch auf bem ©ebiete ber ®h eo %i e am rüftigften füntpfen. 55or anbern mag nur an3oh- ® aniel ©<huntann erinnert werben, welcher einer ber erften ©djüler ©eSnerSwar unb nadjbem er furje 3eit baS Stectorat an ber ©djulc ju granfenhaufen be=lleibet hatte, bie ®irection ber ©tabtfdjule ju ©inbed unb halb barnadj in ©tauStgalübernahm unb enblich in berfelben ©tellung an bem Streunt in §anno»er »on 1774bis 1780 wirlte. Ueberalt treten in ben »on ihm getroffenen ©inridjtungen ©eSnerS©ebanfen hert>or; er fudit einem jeben ber Sernenben jn geben, waS ihm nöthig ift,Kenntniffe nnb gertigleiten; er nimmt auf bie ©tubirenben unb 92id)tftubirenben 9iüd=fidjt unb rietet in ben unteren ©laffen, wo beibe Bereinigt finb, ben Unterricht be=fonberS barnadj ein; ohne bie Slealfenntniffe ju »ernad)läfigen, hält er hoch bafür,baß bie Uebung in ben ©pradjen »orjüglich geeignet fei, ben Serftanb ju weden unb©inftcht ju geben. 2Biewol)l er 2}2atl)ematif, Sogil, ®efd;id)te unb ©eographie lehrt,unb felbft bem granjöfifdjen, ©nglifdjen unb 3taliänifd)en ©ingang geftattet, will erbod), wie eS bamalS »ielfach gefchah, bie oberen ©laffen nidjt in §Brfäle »erwanbelt, jfonbern als UebungSpläge angefehen wiffen. ®emnad) hört man benn über fein unb Ianberer ähnlicher ÜDfänner Sßirlen immer nur biüigenbe unb lobenbe Urtheile. ,f)er»or=gehoben mag noch derben, baß biefe SJfänner, »um bem feparattftifdjen unb fanatifdjen©eifte" ben ©ingang ju wehren, nidjtS geeigneter adjteten, als grünblid^en Unterricht im©hriftenthume, unb beShalb in ben unteren ©laffen befonberS 68 ©tunben für baS 1Sefen unb Srllären ber SBibel unb beS Katechismus beftinnnten unb auSbrüdlid) be= :

merften, wie nad) ihrer Erfahrung bie rechte ©rlenntniS »bie Schwärmerei" »ertreibe. !

SlnbererfeitS trat Schumann in bem SBerfe »über bie ©»ibenj ber 33eweife für bie j

SBahrheit ber djriftlidjen Sleligion" 1777 gegen bie Sßolfcnbüttelfdien Fragmente auf.

3nbeS foldje ihr £iel mit grünblicher ©infidjt unb regem ©ifer berfolgenbe äRännerwaren im Vergleich ju ber Slnjahl ber Schulen ju wenige, unb wo fte ftch fanben,betrachteten fie in ber Siegel baS Schulamt nur als ®urd;gang ju bem fßrebigtamte,wie benn ©thumann felbft mit bem ©harafter eines ©uperintenbenten 1780 ju SBinfenan ber 2111er in baS 'prebigtamt eintrat; benn bieS war nicht nur baS mühefofere,fonbern aud) baS einträglidjere unb geehrtere. Unb bamit berühren wir biejenige Sr=fcheinung, welche bem ©ebeigen beS ©chulwefenS bis in bie neuefte 3eit am meiftenim 2Bege geftanben hat. ®ie Stellung ber Segrer war burdjauS nicht ber2lrt, um jemanb reijen ju fönnen. Slamentlid) in Heineren ©täbten war bie=felbe unter bem ftäbtifdjen Patronate unb bem ©phorate »on @eiftlid>en, benen bie i

Sel)rer, wiewohl an Söilbung gleich, gewißermaßen als clerus minor gegenüberftanben,bei ganj ungenügenber 33efolbung unb fd;werer 2lrbeit, oft eine red)t gebrüdte. 2lber |

and; in größeren Drten lähmte wenigftenS bie Siothwenbigfeit, in bem ißrioatunterrichteine ^ülfSqueße für bie ©idjerung einer erträglidjen ©piftenj ju fudjett, bie fjreubigfeitbeS SBirlenS. ©S war beSgalb natürlich, baß rnandje tüchtige Kraft in baS Pfarramtju loramen eilte, beoor fie ftd; im SDienfte ber ©djule redjt ju entfalten ßcit gefunben,ober aud) »or bem ©intreten in benfelben mit einer gewißen Scheu jurüdwid). ®ieSlegte ift bis ju ber neueren Drganifation beS ©chulwefenS fehr fiegtbar, unb als golge