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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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bitben eilt IBolfSgangeS uttb eine große ftaatlidje unb fbirdjengemeinfhaft, nic£>t toeniggewedt unb genährt wirb, baß aber aitcfj ber ©njelne, fei er Slrjt ober ^Beamter ober®eiftlid)er, ber auS eigener (Srfa^rurtg bie 93efd)äftigung unb j^uftänbe ber oerfd)iebenenfpanbarbeiter fennt, in ben ©tanb gefegt wirb, iljr tljeitnehmenber Qcreunb unb $e=ratljer 5 U werben unb Vertrauen unb Einfluß bei ihnen gu gewinnen.

Rodt eined fei furg berührt, was feljr nal)e liegt: baß burd) 33efd)aftigung tnitHanbarbeit baS Äinb am beften oor bem Riüßiggang, ber aller Safter Anfang ift, be=wal)rt, baß ihm eine Ijeilfamc 2lbwed)Slung gegenüber ber ©djularbeit ober fd)WererHausarbeit bereitet wirb, ferner baß ber 2Rann, ber Seigrer, ber §au§oater eine er=frifdjenbe Erholung bon anftrengenben gumal geiftigen 33erufSgefd)aften unb eine fegenS= [reidje 33emal»rung oor ber Unfitte, alle feine freie 3 e tt im SBirthSljauS ober anberenSSergnügungSorten gugubrhtgen, fcnbet, wenn er greube baran l)at, felbft unb in @e=meinfdjaft mit feinen fungen ^auSgenoffen ^»anbarbeit git treiben. i

gragt man nun fd)ließlid), wie eS angugreifen fei, um ber §anbarbeit in ber ,Ergießung ber Sugenb baS iljr gebüljrenbe Redjt gu üerfdjaffen, fo fönnte man gunäd)ftan bie ©d)ulcn benfen, bie nieberen unb höhnen- SlHein hat fdjon bisher bie ©djule ,nad) il)rem EntwidlungSgange bie ^anbarbeit als ein il)r gang frembeS (Element ferneoon ftd) gehalten, fo ift nid)t gu erwarten, baß fie auf einmal eine 2Benbung mad)e

unb bie 3lrbeit in bie 9?ei^e ihrer ißenfen aufne1jme. ES ift bieS, wenn fie

i(jren Eljarafter nid)t oerleugnen will, gerabegu unmöglid), benn eS fet)lt iljr gur Ein= 1^rung unb Uebuttg ber £)anbarbeit an ber Seljrfraft, bem Seljrftoff unb ber 3eit, alfoan adern. ®ie Ergieljung gur älrbeit fann nie ein integrirenber SEljeit ber @djule,fottbern l)öd)ftenS als eine äußerliche gugabe beljanbelt werben, wie in ben 3nbuftrie=fdjulen (f. b. Slrt.), welche bie ©d)ute etwa in ihre ,ßud)t, nicht aber in ihre unmittel=bare Seitung unb unter ihre Seljrthätigfeit fteden !amt. UeberbieS rnüßen fidj 3nbuftrie=faulen nur auf wenige beftimmte Slrteu oon fianbarbeiten befdjränfeit, unb fönntenbem Umfange, wie er hier oorauSgefe(3t ift, in feiner SBeife genügen. SDiefe Aufgabemuß bem fpaufe, bem ja eigentlidj bie gefantmte £inbergud)t angehört, überlaffen bleiben, iwie eS fd)on bisher ber $all war, nur bebarf eS ber Anregung bagu, baß mehr als |

bisher, in allen ©tanben unb nach allen ©eiten baS Rötljige gefdjehe.

©leichwohl ift bie ©«hule nicht gang frei gu fpredjen, unb eS barf ihr wohl gumS3ewußtfein fommen, baß fie in ber Ergieljung gur ^anbarbeit wenigftenS borberei =teube Hülfe leiften fann unb foß. ®iefe befiehl im Schreiben, ßeidjnen, Slritljmetif i

unb ©eometrie, bie ihrer medjanifdjen ©eite nad; fpaubarbeit finb unb gu oerfdjiebenenHanbarbeiten Slnlaß unb SSerftänbniS geben. Sornehmlidj baS ^eidjnen ift ein ebenfo 1bilbenber als angieljenber ©egenftanb ber Söefdjäftigung, unb erlaubt eine SluSbeljnungbis gu beruflichen Arbeiten. ES eröffnet ben Snaben unb 9Räbd)en ben 2Beg guntßoloriren eigener unb frember SSilber, gunt 2luSfd)neiben unb Slufpafhen berfelben, jur

SSerfertigung oerfchiebener ©fnelfadjen, ©efdjenfe u. bgl. ® arithmetifd^e unb geo=

metrifche Sbenntniffe großen 23orfd)ub leiften gum üerftanbigen ^Betreiben oon allerlei^anbarbeit, ift an fid) flar.

®ie Hauptaufgabe aber, wie gefagt, fomrnt ber gamilie ju, unb hierüber bürfteunoch folgenbe giogerjeige t^injugefügt werben:

1) äRan laffe baS Jbinb fpielen, fo lange als eS burd) baS ©piel befriebigt wirb.

£>aS ©piel oerfchafft ber §anb einiges @efd)id unb wirb Slnlaß unb SLrieb jur wirf=liehen Arbeit. S)aS ©piel mit puppen führt allmählich gurn 9täl)en, gleiten, ©triefen, fIBügeln. 2)aS ©piel beS Knaben mit ißferb, SBagen, ©olbaten erregt feine Suft, fichbiefe ®inge, bie Sßaffen, bie Lüftung beS ©olbaten felbft ju machen; unb wie erfin=berifd) ift ber fleine ^opf! ©r macht fid) einen äBagen, unb wärS nur auS S35eiben;fd)ni^t fid) ©übel, jfdmte auS Holg unb warS anfangs nod) fo unooHfommen; oberleimt ©olbaten auS ißappenbedel auf Hölgh en u - f- w. 9Ran habere bie SJiuber hierinja nidjt, förbere oielmehr ih^ Streben burd) (Srmunterung, löeifjülfe unb s ilnfhaffungoon Sütaterial unb äöerfjeugen, fo einfah baS alles fein mag.