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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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Franjofenthum unb ©etlinevci, gegen ben pljitifterhaften Utilitarismus, gegen bie atteSSebeitbige fecirenbe ©erftanbcSphitofppt)ic mit intern teeren fdjematifirenben Formalismus.33on biefermorblügnerifd)cn ^itofo^ie" (IV, 45), beren ©djeibewafferalles SJfetattber tieffinnigften unb ert)ebenbften Materien unb SBiffenfdjaften, atS Spologie, fßolitif,SKorat, ®ott, ©taat unb SKenfdjen ftnb, wetdhe nidjt gerieben »erben tonnen", auf=jitlöfen fud)t (IV, 439), ruft er jurücf $u bem ©rannen beS Bebens, ber t)od) oomglimmet t)er aus bem fperjen @otteS entrungen (VI, 113), ju ber @otteS»eiSf)eit,bie in Statur unb ©efdiidjte, in Vernunft unb ©pradje gleichmäßig il)re ewigen ®e=banten ausgeprägt hat- ®ieS ift jenes oon fp. öfters (VI, 183, IV, 146, ©rief»,mit 3fac. ©. 20. ©ilbern. V, 49) hcroorgeljobene fßrincip ber Eoincibenj (princ-ipiumcoincidentiae oppositorum). Um biefeS baS ganje Sehen beS UniöerfumS beftimmenbenunb burdjbringenben ^tincipS fid) ju bemäd)tigen unb ben ®cifteSblid in ben fpfammem(lang ber ®inge ju gewinnen, hat man oor allem in bie heilige ©djrift ficb ju ser=tiefen; benn »Statur unb ©efdjidjte ftnb bie jwei großen Eommentarii beS göttlichenSBortS, unb biefeS hingegen ber einzige ©<htäffet, itnS eine ErfenntniS in beiben $ueröffnen" (I, 138). ®aS ©ud) ber Statur unb ber @efd)idjte ftnb nid)tS. als Eljiffern,verborgene 3 e i ( ^> en , bie eben ben ©d)tüffel «ötf>ig haben, ber bie heilige ©djrift auS=legt unb bie Stbftdjt ihrer Eingebung ift (I, 148). ®icfer ©djtüffct ift (51) r ift lt S,bergroße Strdptett unb Edftein eines ©pftcmS, baS Fimmel unb Erbe überleben wirb"(IV, 19). »Sitter phitofophifdjc SBiberfprud) unb baS ganje t)iftorifd)c Stätlifel itnfcrerEpiftcnj, bie unburd)briuglid)C Stad)t ihreS termini a quo unb termini ad quem ftnbbitrd) bie Urtunbe beS Fleifdjgcworbcncn SBortS aufgelöst" (IV, 330). EhriftuS alsbaS Zentrum, in bem auS allen SebenSfreifen bie Stabien jufammenlaitfen, ift bemnadjaud) baS Zentrum alles fpamaunfdjen ®enfenS unb £et)rcnS. Sr begehrt teilte anbereSegitimation, als bie, baß feine Ueberjeugung »auf SBort unb ®h at fineß fDtanneSberuht, ber als ein ©ott ber Scbenbigen unb nidjt ber ®obten, als ein Slrjt berÄranfen unb ©djwadjen, nid>t ber ©cfunben unb Starten, eine allgemeine Finctur ber

Unfterblidfteit gegen ben ©tadjel beS ®obeS-hert'ovgebvad)t hat, bamit ^riebe

auf Erben-unb bie ©ottenbuug beS SßeltattS jur Epe in ber £»he bereitet wer=

ben tönnte" (VII, 117). ®urd) biefe Ipr nid?* weiter $it crörterube ©tettitng jitm(Shviftenthum als gefd)id)tlid)er ®h a tfad)e, ja aller ©efdjidjtc giet itnb ©ottenbuug,unterfdjeibet fid; f>. nidjt nur non anberen ©ertretern jener ©turm= unb ®rangperiobe,fonbern aud) ooit ber fpateren baS (Shviftent^um mit ©erpd)tigung feines IjtftorifdjenEljaralterS bebroljenben Stomantif.

©eine päbagogifdjen unb bibaftifdjen Slnfidjten hot £> nid)t in einem ©pftent bar=geftettt, fonbern nur jerftreut in öerfdjiebciten feiner ©djrifteu auSgefprodjen; fie jeugenvon tiefer Einfidjt in baS SBcfcn ber Erziehung unb beS Unterrichts unb enthalten fogewid;tige SBinfe für Eltern unb Set)rer, baß eS fid) wol)l ber SDtütje lohnt, etwasnaher barauf einjugeljen. Erziehung unb Unterricht finb ihm ©egenftänbe non atUgemeinem Qntereffe; in bem 2. ©rief über baS ©djulbrama (©djr. ü, 421) fdjreibter:Sebent ©ater beS ©atcrtanbeS unb jebem Sltitbiirger fottte bie Erziehung am$er$en liegen, weil ber ©ame beS Fhtd)S unb beS UntrautS, wetdjer fowohl baS gc=meine als baS ^aitSwcfen nnterbrüd't, meiftenS von ©d)itlen auSgcfät unb angebautwirb." SJtit bem nadpeiligen Einfluß, ben fie haben tönneit, ift jugleid) ber wol)l=thatige anertannt, ben fie auSüben fotten. ift mehr für öffentlidje, als für tteineSBintet unb Stebenfdjulen, weit er glaubt (@d)t\ I, 166),baß eine mittlere (Heine)Slnjaht non Äinbern ungteid) mcl)r SKiihe itnb F^ifi erforbert als eine größere, unbeine tleine Slnjaht für bie ©itten ber Sinber gefät)rtid) ift, weil ihre ©ertraulidjfcitleichter ftatt hat, unb ju bem SltiSbraitd) berfclben baljcr mel;r ©elcgcnheit, wie aud)ju bem Steibe unb §affe, ber unter sielen nicht fo fd)ablid), unb mehr jur Eifcrfitd)t(3iad)eifcrung) unb Aufmunterung bient." §., ber felbft ein cbler unb wahrhaft from=mer Slienfd) war, legte auf baS religiöfc Element in ber Erziehung in §auS unb<3d)utc ben höd)ften SBerth- Er fdjreibt (©p. I, 332) an ben ©aron s. SB.:®ie