141
©ijnntaftum, fein SSerljüItnig juitt (Sfjriftcnthum tc.
munbung. 333o biefelbe Ijeroortritt, hat bie Qsinfehung »on (Sporen unb Sdjolardjennur Argmohn unb SRiStrauen erregt. ®ie gorberung beS fReoolutionSjahreS 1848, inbem man eine ganjlidje Stetheit ber Sdjule non ber ^Religion »erlangte, ift glücflidjer^meife eine pijrafe geblieben. @S ift »erlehrt, bie Unabljängigfeit ber ©djule »on ber$irdje unb ber Sirene »om Staat fo auSjutegen, baß ber ^Religionsunterricht eine auS=fdblie^lidje Sache ber $ird)e fei, bie für bie Sdjule leine anbere Vebeutung habe, alsbaß biefelbe als StßiffenfdjaftSanftalt eine ^iftorifdhe Kenntnis »on ber ^Religion gebe,bie etwa unter ber Rubrit ber gefdjicCjtlidhen Sectionen ju begreifen fei. ®ie Ijiftorifdjc(Sntmidlung, bie mir »on bem Verhältnis beS ©tjmnafiumS jurn ©hriftenthum gegebenhaben, meist mit Hlothmenbigteit barauf hin, mie bie Sdjule meber religionS= nod) con=feffionSloS fein tönne, mie bie Sbee ber Sdjule bie einer djriftlidjen in ftdh fc^ließe, unbmie audj baS le£te ßiel beS ©pmnafiumS nicht bloß ein miffenfdjaftlidjeS fei, fonbernjugleich eine im (Seift beS ßoangeliumS an ben ^erjen ber Sugenb geübte gudjt. 3nPreußen mürbe in einem Gsrlafj beS OberfirdjenratljS »out 14. fRooember 1854 ben@eneral=Superintenbenten bie Veauffidjtigung beS ^Religionsunterrichts an baS Jperjgelegt, inbem fie an eine Verorbnung »on 1829 erinnert mürben, nach ber fie »auf biereligiöfe unb Etrc^liche Oenbenj ber geleljrten Sdjulen unb fyfyexett Vürgerfdjulen juachten haben". „®er ®eneral=Superintenbent ift baSjenige Organ, burdj meldjeS ber3ufammenhang ber ®irdje mit bem höh erett UnterridjtSmefen lebenbig »ermittelt mirb,unb burd) meldjeS bie tirdjlidjen Veljörben »on bem religiöfen Stanbe ber Xjöh erenUnterrichtSanftalten in Kenntnis erhalten, anbererfeitS biefe beS SegenS tljeilhaftigmerben foHen, meldjen bie perfönlidje ernfte unb tiebeootte ®heilnaljme beS erften @eift=lidjen ber Prooins biefeu Anftalten in ihren Seitern unb ©liebern jujufüljren »ermag."ßunüdjft mirb eS bem ®eneral=Superintenbenten jur Pflidjt gemacht, burch Vefudj beriReligionSftunben, burch (Sinfidjt beS gefammten SehrplanS für ben Religionsunterricht,ber babei gehraudjten Sehrmittel unb Schulbücher, ber etma »on ben Schülern gehaltenen§efte, fomie burch iRüdfpradje mit ben ®irectoren unb 3MigionSleljrern fi<h Kenntnisju »erfchaffen, ob ber iReligionSunterridjt „im rechten ®eifte unb nadj reiner eoangelifdjerSeh* e " ertheilt merbe. ®ann foHen fie audj iljr Augenmert barauf ridjten, ob bemganzen SBert ber Sdjule bie religiöfe äBeilje nicht fehle, bie iljm burch AnfangS= unbSdjlußgebet unb burch bie religiöfe geter ber midjtigften äRomente beS SdjultebenSgegeben merben muff. Sie foHen fidj enblich in Kenntnis ba»on erhalten, ob bie ein=feinen Anftalten burch georbneten $ird)enbefudj ber Schüler unter Sheilnaljme ber Seljrer,burdj gemeinfamen ©enuß beS heiligen AbenbmaljlS, burdj beftimmte ^irdfenfifse für bieSdjüler unb burdj ®h e ^ na ^ me biefer an Ausführung ber Siturgie in einem beftimmtenVerhältnis jur Äirdje flehen. §ür aHe biefe 3mede mirb ein nicht bloß paffxoeS Ver=halten, fonbern bie unmittelbare perfönlidje ©inmirfung beS ©eneral=Superintenbentenburch eigene fragen, Vierte ber Ermahnung, Velehrung, Anregung an Seljrer unbSpüler in Aufbruch genommen. SDiefe Anordnungen ftnb nidjt aufgeljoben; aber eSbarf nicht unbemerft bleiben, baß burdj bie neuere ©efe^gebung im beutfdjen iReidj baSVerhältnis ber Sdjule jur i?irdje aHgemein ein »iel lofereS gemorben ift, als eS nadjber obigen ®arfteHung erfdjeint, bie fomit mehr bie immer mieber realifirbare Sbee berSache, als bie gegenmärtige Vlirflidjteit angiebt.
2Mljrenb in SRorbbeutfdjlanb »orherrfdjenb Philologen, bie bie Philologie im SinneA. SPolf’S als eine felbftänbige SBiffenfdjaft $u ihrem Stubium ermäplt haben, bieSeljrerfteHen an ben ©ijmnafien belleiben, perrfcht in Sübbeutfchlanb »ielfadj noch bie altePrajiS, baß theologifch gebilbete Präceptoren, bie bie Philologie als plfSmiffenfdjaftfür bie SS^cotogte: unb behufs aHgemeiner ©eifteSbilbung auf Sdjulen unb Unioerfitatenmit Siebe gepflegt haben, an Ijöljeren Sdjulen mirfen. 6. S. Roth (®t- Och^iften I,396 ff.) hat fich entfdjieben für baS le^tere auSgefprodjen*). -Sn Preußen Ijat maneine 3 e ü lang ben ®h e °l°0 en ben Zugang ju ben SehrerfteHen an ben ©tjmnafienerleichtert, ba ber HRangel an iReligionSleljrern bei ben auSfdjließlid) auf baS Alterthum
*) Sn (Betreff ber Slnfidjt ber Sftebaction f. ben Slrtifel „@ijmttaftal(eljrer\ @ d)mtb.