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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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©tltttimftum.

finb ballet jene gönnen, bie mehr einem ©yempet non guten unb fd>£ed)ten puncten j

gleiten, als einem freien, auf allgemeiner Beobatfjtung ru'fienben Urt£)ei(. Stud> baß 1

Beftimmen ber geugniffe nad) Hummern, wag auf ben unteren Stufen fel)r mo£)t an=gebraut unb nühlidj ift, hat auf ben oberen nicht weniger Bebenfen, als ©djwierigteit. |©urdjauS nerwerftidj ift bie Shtwenbung ber Hummern bei ben ©djtußzeugniffen nach jSlbtegung ber Slbiturientenbriifung. Se weiter fortgefdjritten, je reifer bie ©ntwidlungeine§ ©djülerS ift, befto bebenflidjer ift eS, fie auf eine fo medjanifdje Söeife 3U ctaffi=ficiren. @8 ift nid)t8 nerfehrter, als 9 Nenfd)en, lebenbige SBefen, fo äußerlich ju numerirenunb ihnen gteid)fam ein 2Berthzeid)en aufsubrüden. ®aju fommt, baß bei ber 2Bidjtig=feit, welche biefe geugniffe für biete Berl)ättniffe beS äußeren Sehens z u haben pflegen,allerlei Uebetftänbe fidj an biefe (Sinricfjtung unnermeibtid) antjängen, wogegen ber fetbftzweifelhafte Bortheil, baß mandje ©djüter fid) baburdj ?u einem größeren gleiß an=fpornen taffen, nerfdjwinbet. 2 Rit Ned)t ift fie alfo in Preußen, wo fie früher beftanb,tängft abgefchafft. Bon großer Bebeutung bagegen ift bie 2 lrt unb SBeife, wie bießeugniffe ben ©d)ülern eingehänbigt werben. @8 ift wichtig, baß ber Sßerth, weldjenba8 barin auSgefprod)ene Urteil haben foll, aud) einen SluSbrud empfange burd) biegeierlithfeit, womit eg gefdjieljt. 3 t wahrer unb erpebenber biefe ift, befto wirffamerwirb fie für ade fein (bergt, b. 2lrt. ©djulzeugniffe, ©enfur).

®ie Befpredjung ber 3 eu 0 n M"f e > Welpe eben fo fehr bie fittlidje at8 bieintettectueHe Sntwidlung be§ ©djülerS im Singe haben, führt ju einer näheren Sr=wägung berjenigen Berljältniffe beS ©hmnafiumS, burd) wetdje nornehmlidj auf bie. |

erftere eingewirft wirb. ©enn wenn in bem bisher ©argetegten bornehmlid) bie in=tedectuede ©eite betrachtet würbe unb biefe atterbingg bie junäd)ft Ijeroortretenbe, als baS I

eigentliche Object beg Unterridpg, ift: fo würbe eg bod) ein großer -Örrthum fein, wenn I

fie barum für bie wichtigere gehalten würbe, ©enn baS bei weitem SBidjtigfte ift hier,wie bei adern, wag in ber Erziehung gefd)ieht, bie fräftige unb gefunbe Sntwidlung j

beg Sßideng, ber fittlidjen ©eite beg ©djülerS. ®ag ift ber lebenbige Ntittelpunctjener Bilbung, bie im ©tymnaftum erftrebt werben fod. ©arauf ift alfo bor aden©ingen adeg, wag in bemfelben gefdjiept, zu rid)ten, bag ift ber lej5te entfd)eibenbeSRaßftab, woran fein Sffiertl) z« meffen ift. ®ie BJurzetn ader wahrhaften, tiefen unbfräftigen Bilbung liegen, wie bereits oben bemerft würbe, in ber Religion unb bemBewußtfein ber Nationalität. ©0 finb benn bie beiben Sßurzeln, au8 benen adeS,waS im ©pmnafium gefd)iet)t, hetborwadjfen muß, wenn e8 fein r ßiel erreid)en fod,tebenbiger ©taube unb tebenbigeg Nationalgefühl, Patriotismus.§ierau8 folgt feineSwegS wie wir oben bereits fapen, baß barum benjenigen Unterridjt8=Zweigen, bie eine unmittelbare Beziehung bazu haben, ber Netigion, bem ©eutfcfjen unbber natertänbifd)eu ®efd)id)te eine äußerlid) oorwiegenbe ©tedung in bem ®i)mnafiumeinzuräumen fei. (SS Ijanbelt fidj ln ei ' *>iel mehr um Sehen als um Ser neu. 216 erwohl giebt bie Beziehung jener ©iSciplinen zum Ntittedpuncte ader Bilbung benfelbeneine ganz befonbere Bebeutung, bie aber oielntel)r za fudjen ift in bem intenfioen alsbem eytenfinen ©ewidjt, baS man ihnen beilegt, ©ie in erfter Siuie lege man, wenneS irgenb möglich ift, in bie fpänbe nid)t etwa bloß unterrichteter, fonbern oor ademfetbft non ihrem Seljrgegenftanbe tebenbig burdjbrungener Seljrer. Slber auch baS wirbnur geringe grud)t bringen, wenn nicht ber gefammte Organismus ber ©djule getragenwirb non biefem ®eifte tebenbigen ©laubenS unb Nationalgefühls, nor adem beSlebenbigen ©laubenS; benn erft biefer giebt bem Nationalgefül)l bie red)te Sraft unbben rechten £>alt, inbem er eS nerflärt. ES würbe a6er ein grober 3 rrthum fein, wennbieS, wie e8 wohl norfommt, fo nerftanben würbe, baß bei jeher ftdj nur immer bar=bietenben ©elegentjeit im Unterricht bie religiöfen Beziehungen mit @ewatt h^^Ugezogen werben fodten. ©ie8 würbe im ®egentl)eil baS befte Nüttel fein, baS religiöfe !Bewußtfein anftatt eg zu ftärfen, zu gefät)rben. Slber wohl wirb aud) ber Unterricht j

in ben nerfdjiebenften ©egenftänben baS ©epräge jenes ©eifteS tragen, baS ©epräge ber j

SBBa^r ^ett nor adem, ber ganzen unb noden, lebenbigen 2ßahrl)eit, bie auS bem adein [