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3 (1880) Göthe - Kindheit
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©rafer.

Söirff amfeit ober bie geoffenbarte jfjorm feine? ©ein? 51 t flauen, um in ib)r ba?Kufterbilb für ba? feinige ju finben. Einem folgen Sßefen erfdjeint barum bie @ott=heit überall nnb alle?, wa? e§ fielet, ift ©otte? Eigentum, ©otte? ißrobuct, ©otte?Slnorbnung, furj — alle? göttlich, ©ott ift nnb wirft überall in ber Sßelt unb imKenfdjen unb ber Kenfdj will in ihm fein unb barum ihm ähnlid) fein, barum©otte? SBirffamfeit in feiner 2Mt unb nad) betn -Kaffe feiner Sräfte barfteüen." „3djmöd^te,“ fagt ®r., „nur fo oiele Sugenble^rer fragen: wa? tljut ihr, ba iljr euren^ögling bie Religion lehrt? Sticht wahr, ihr lehrt einen ©ott unb §ergtiebert feineEigenfdjaften unb forbert ©lauben an iljn, ©e^orfam, Sereljrung, ©anfbarfeit, 35er=trauen unb Siebe gegen iljn. Sommt ^iejn nod) bie Offenbarung, fo »erntest fidfnur bie obige Sehre einerfeit? mit befonberen Sludfprüdjen oon ©ott unb oon bem, wa?er für bie Kenfdjen t^at, unb anbererfeit? noch mit mehreren gorberungen beffen, toa?bie Kenfdjen leiften foHen. Seljrer ber 3ugenb! glaubt ihr wohl ^iemit bie Religionbegrünbet ju ^aben? 9n biefem 2Bahne, ber fo oiele berüeft, liegt gerabe ba? größteUnzeit; benn biefe eure 9ieligion?lel)re friert in ber 9fegel jum ©ö^enbienft unb 2lber=glauben ober jum falten SRaifonniren, gurn Unglauben. Seljrer ber Sugenb! Einen©ott lehrt i^r, forbert ©lauben unb O^un — unb ihr habt ben ©runbfdfon gur 3rreligion gelegt, ben Seim ber Humanität gerfnidt, ben Kenfcfyen fd)onjitm göttlichen grohnbienft oerurtljeilt. 3h r ein große?, allmächtige?, allgerechte?,aUwiffenbe? unb gleidjmo^l aud) ein gefiibloolle? Sffiefen bem Kenfdjen jum @egen=ftanb be? ©lauben? unb SOfun? bargeftellt unb — oerloren ift ba? göttliche Sßirfen,Seben unb ©ein. ®er Kenfdj fnd)t feinen ©ott außer ftdj wo immer, tljronenb auffeinem |jerrfcherfij}e, 2 Bohltl)aten au?fpenbenb unb ©trafen anorbnenb.; barum fannbe? armen Kenfdfen ©treben fein anbere? fein, al? jene ju erhalten unb biefe 51 toerhüten. Sein gufajj, er beljanbte bie fogenannten Pflichten ber ooüfommnen Siebe©otte? ober bie Siebe jum ©uten an fid), oermag bie einmal begrünbete Keligion im©emütlje be? Kenfd)en umjuänbern; benn auch alle biefe 3 u f“t? e beftärfen bie 33or=ftellung oon einem gewißen au?toärtigen 2Befen, ba? bie ooHfommne Siebe, bic©efinnung unb bie Stimmung ebenfall? gum ®ribute oerlangt, unb e? bleibt bannimmer bie befdjranfte einfeitige 23egiehung eine? getoißen menfdjlichen Seiften? gegenba? I)ödjfte SBefen unb ba? gange — Seben, SBirfen unb ©ein be? Kenfdjenin ber göttlichen SB eit bleibt außer Sicht. - 9 a eine 9teligion?lehre, welche nurben 23egriff eine? beftimmten Söefen? außer un? erzeugt unb unfer SSert)ältni? gegenba?felbe in getoißen Seiftungen conftituirt, welche bie Slnalpfe jene? begriff? ober bergöttlichen 9lu?fprü<he felbft beftimmt, legt ben ©runb gu ben großen Unzeiten, weld)ebie Erbe noch brüefen. — 2krnad)läßigt ber 3ieligion?unterrid)t ben ridjtigen ©angunb fitmtnert fid) nicht um ba? Erfennen ber göttlichen Seben?form ober ber aüfeitigenunb einigen göttlidjen SEBirffamfeit in ber 2 Belt, fonbern ertoei?t nur ba? ®afeitt

eine? ©otte? unb erflärt ^Begriffe unb ©afse, toa? muß bie Religion berjenigen

Kenfd)enclaffe fein, bie wir mit bem -Kamen SSolf begeidjnen? Eine materielle ffteligionober ein ©öjjenbienft." liegen I)ier unb in anbern ©teilen manche ©ebanfen

au?gefprod)en, bie wenn fie auf bie richtige SBeife gehoben würben, für einen Wal)r=haft fruchtbaren 9feligion?unterrid)t gegenüber oott einem falfdjen unb wtgeitigenSated)i?mu?unterrid)t, überhaupt einer 9lb?tractheit, unter ber biefer Unterridjt oft nochfdjwer leibet, oon großer Sebeutung werben fönnten. 2Bie merfwürbig übrigen?, baßaud; Thier bei @r. gerabe ba?, worin bie Religion al? Seben unb Sraft unb al?geftaltenbe Kadjt erfdjeint, bie ©efdjidjte, in?befonbere bie hetlise ©efchidjte nicht guihrem 9ied)te fommt.

Ueberblicfen wir gum Schluß ba? ©ange ber bi?herigen ®arfteöung, fo wirb

einleitdjten, baß bie wiffenfdjaftlid) = päbagogifche SBebeutung ©r.’? nidjt ju geringangufdjlagen ift unb Wenn e? wahr ift, toa? ©d)leierma^er au?gefprod)en hett, baß biefpebung unfre? gemeinfamen Seben? wefentlieh burd> bie fefte ©eftaltung unfere?Ergiehung?wefen? bebingt fei, „unb baß jene nur ftaltfmben fönne auf bem 2Bege be?