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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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menfdjlidjed ©efen ju bilben." infolge biefer ©runbanfdjauungen gefjt bei iljmeinmal ein £>auptbeftreben ba^in, ber er^ieljenben unb unterridjtenben Stjätigfeit eineaßfeitige, ben ganjen 9ftenfd)en ind Sluge faffenbe Sludbilbung ber ^t)fifcben,inteßectueßen, äft^etifdjen, moratifdjen Kräfte (Sntwidlung ber Seibed= unb ©eelenftärfe:©ugenb, Sunji, Bernunft) ju fiebern (namentlid) audj „ber ttnterrid)t muß in jebetnMomente total bilbenb fein")- ©d hängt aber bamit aud) bad ©eitere jufamuten,baß ihtrt jebe Befdjränlung ber 3bee ber SDtenfdjenbilbung unb ber nötigen SDlittelfür biefen 3 te ed ftld bad größte Unredjt erfäjeint, ed giebt ebenbarum aud; neben allenBefonberljeiten unb eigentljümtidjen Söebürfniffen „ einen ewigen, allgemeinen <5rjieljung8=unb Sehrplan," unb ed ift baljer aud) »eine wahre Berfünbigung an ber 2Jtenfd)heit,wenn man entweber aud unoerjeihlidjer ©ißfitr ober aud Befthränütljeit unb bod)lieblofer Anmaßung ben SUtenfcljen irgenb einen ihnen gebiiljrenben Sieljrgegenftanboorentljalten wiß. Sein gürft barf gebieten: Wldn Sßolf foß nur bied unb bied miffenunb in meinen ©cfjulen foß nur bied unb bied üorlommen; fonbern — bie ©ottljeitnur ^at l)ier ju gebieten unb hat geboten, ©ie hat ed beftimmt, wad ber Sltenfch aldBlenfdj toiffen müße unb folglid) ift bie Befdjränlung bed ÜJtenfc^enunterridjtd aud)wahrhaft eine ber ^hnmelfdjreienben ©ünben gegen ben ^eiligen ©eift." ©taube mannidjt, baß ®r. burd) bad gehalten foldjer ©runblage in oage 2Jtenfdjheitdbilbungd=träume ijineingefithrt merbe. ©aoon hat ihn ber ihm eigene höhere bioinatorifd)=ipraftifdje Blid bewahrt, oermöge beffen er neben bcm 3iel ber allgemeinen 9Jtenfd)heitd=erjieljung bad Bebürfnid ber befonbern ©tanbedersie^ung nid)t bloß anerfennt, fonberneiner ber erften ißäbagogen ift, weither bie gerabe hier fidj geltenb madjenben Unter=fd)iebe — aflerbingd halb mit met)r halb mit weniger ©lüd — auf bie richtigenfßrincipien äurüd^uführen futht. — gragen wir nun aber in Beziehung auf bie(Sntwidlung ber menfd)lid)en Sräfte naher, weldjed bad £iel ber etht menfdjüdjenSludbilbung fei, fo befiehl ed nad) ®r. in ber Befähigung 1) „bad menfdjlidje ©einfetbft ju begrünben" unb 2) „ed ju begrünben in ber regten gorm" b. h- in freier,jelbftbewußter, »ernünftiger ©elbftbeftimmung. ©aburd) conftituirt fid) nach einer©eite (bie anbere f. fpäter) nid^t nur oon felbft badjenige, wad auf biefer ©runblageben wahren ©eljalt ber menfd)lid)en Bilbung ald foldje audprägen foß, fonbern ed wirbbamit auch bie 3lrt unb SSBeife jebed ridjtigen geiftigen ©inwirfend normirt. ©8 iftoerfeljrt, wenn ed nicht burthaud ©elbftbewußtfein, ©elbftanfchauung, ©elbftänbigfeitunb bal)er »ernünftige ©rfenntnid förbert. ©er ttnterridjt indbefonbere muß »geift=bilbenb* fein: „er ift nur bann wahrer 5Dtenfd)enunterrid)t, wenn er ben ©elbft=unterritht beförbert.* ©aju verlangt er eine fteigenbe Hebung ber ©eiftedfräfte" unbjwar muß, wenn bad ©iffen im ÜDlcnfdjen lebenbig begrünbet werben foß, immer founterrid)tet werben, „baß ftetd eine Borfteßitng unb eine Senntnid fidj auf bie anberegrünbe, ber Unterrid)t muß bie im SOtenfdjen fthon oorhanbenen Borfteßmtgen inununterbrodjener Ifteihe ftetd erweitern, wedwegen er aud) fein ©efdjäft mit bem 3lud=forfdjen bed oorgängigen 3 u f*anbed bed ©thülerd in Beziehung auf fein ©iffen jubeginnen unb entfpredjenb bem allgemeinen 9taturgefeh ber ©ucceffion mit bemSlntnüpfen ber neuen Borfteßungen an bie oorgefunbenen fortjufefcen hat“ u. f. w.,wie wir benn überhaupt hier eine iKeihe oon ©ä^en finben, bie und an bie fßeflatojji’fdjenißrincipien erinnern. — ©ad Blidlidje in bem ©r.’fdjen ©hftem ift nur bad, baß fid)oon bem eingenommenen ©tanbßuncte aud in feinen ©räieljungdgrunbfähen unb 3lud=einanberfefcungen auf eine ungebüljrlidje ©eife bad ©iffen ober bad bewußte oer--ftänbig calculirenbe 9leflectiren ald fpauptfactor ber menfdjlidjen Bilbung nath aßen©eiten in ben Borbergrunb brängt unb fidj auf eine ben finblid)en ©ntwidlungdgefehenwiberfßredjenbe, anbere ©rjieljungdmädjte beeinträdjtigenbe unb ntandje Unterridjtdgebieteoerlehenbe ©eife geltenb macht, ©äljrenb ®r. im fRedjte ift im feurigen Sampfegegen jeglichen ÜDfedjanidmud bed Unterridjtd, wäljrenb er felbft wieber wof)t fül)lt, baßjebe tiefere Anregung bed ganzen ÜDtenfdjen nur oon einer frifdjen, lebenbigen 31 n =f d) a u u n g fdjöner, richtiger Berhältniffe unb einem Sntereffe bed innerften 2ftenfdjen