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3 (1880) Göthe - Kindheit
Entstehung
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©Miücnttintc.

©ötlcS Sectiirc.

ä« tefen. Ta wir unS nun fdjon faft ju lange an ben befyrodjenen fpaußtftüden aufsgehalten haften, müßen wir eS unterlaffen, and) nodj ju reben oon ber Seljanblungeiiigelner auSgewäljlter Srudjftüde auS fotdjen Sßerfen ©ötljeS, bie fid) als ©anjeSnid)t eignen, wie auS @5$ oon Sertidjingen, Sieinede $ucfjS, Tidjtmtg unb 2Bat)rljeitauS nteinent Sehen, fowie audj einzelner X^rifc^er ©ebidjte, Satlaben :c. Sinenterfahrenen Seljrer wirb eS aud) ba nicht an mannigfaltigem nnb reichem «Stoffe fehlen,um ben ©inn ber ©d)üter für wahre bid)terifd)e ©djönljeit ju wedcn unb ju nähten,aber auch nicht an Aufforberung, ber Sugenb ju geigett, wie ein reiner unb fefterfittlidjer ©inn unb eine lebenbige grömmigfeit fein fpinberniS finb, atleS wahrhaft©d)öne gu bewunbern unb gu genießen, oietmeljr gerabe ein -Kittet, fid) ben ©enußunb ben ©ewinn gu erhöhe weit fie lehren, ben fponig oom ©ift gu unterfdjeibenunb baS ©roße unb ©djöne am ©roßten unb ©d)önften gu rneffen. ßanberer f.

©ottcöfurdjt, ©ottfdigfett, f. ffrömmigfeit.

©miücniaiite, S5ie ber SRarne ber Sonne, fo flammt aud) ber 9?ame ber©ouoernante aus bem gwangßfifdjen, ja wir braudjen für biefen Segriff baS ffremb=wort mit nod) größerem fjledjte, ba bie Trägerinnen beSfetben urfprüngtidj oorgugS=weife au§ granfreidj bezogen würben, ©rgieljerinnen finb beibe, bie Sonne unb bie©ouoernante; wenn atfo ißuriften biefen beutfdjen AuSbrud oorgietjen, fo treffen fienidjt gang baS Rechte: ebenfo bejeichnet ber 9iame Seljrerin, ober gar Hauslehrerinetwas anbereS, atS was man mit ©ouoernante tjegeidjnen will. SemerfenSwertt) iftimmerhin, baß aud) anbere Sprachen biefeS 2Bort bei fic(j eingebürgert tjaBen: bieengtifdje fagt governant unb governess, bie ruffifd)e guwernantka; ja franzusinkawie bei unSgrangöfin ift eine weniger refpectootte Segeidjnung für unfern Segriffim befonberu. *)

Ter ©tanb ber ©ouoernante ift ein gang moberner: er ift burd) ein SebürfniSentftanben, welches erft bie neuere 3eit fennen gelernt unb gu befriebigen gefudjt hat.Tarum ift er ein giemtidjeS jünger als ber ©tanb beS £wfmeifterS. 2Bo g. S. eineffamitie auf bem Sanbe feine ©etegenheit hatte, ih te £öd)ter bie Äenntniffe unbgertigfeiten erlangen gu taffen, welche bie moberne ©rgietjung ber gebitbeten ©tänbemit met)r ober weniger 9ted)t oertangt, unb wo man bie Tcdjter nidjt aud bem fpaufegeben wollte, um fie in einem ipenfionat, wie man fagt, bitben gu taffen, ba mag fid)bie ÜJtutter nad) einer gutgefd)utteu ©etjülfin umgefehen haben, bie bann tet)rte waSfie fonnte an ©djutwiffen, fünften, unb fogenannten weiblichen ober oietmeljr bämlid)enArbeiten, woljl auch bie jüngeren Knaben in ihre Sepre unb gudjt nahm, wäljrenbber Sater, irgenb ein Seljrer ober ein ©eiftlidjer in ber 9?älje bie Tödjter unterwiesin Xjöherem Stöiffen. ©o hatte fie einen gut gegrünbeten ^ptal^ im fpaufe, war ohnehinwopl oft eine Angehörige ber Familie, unb nahm fidj aud) beS fpauSwefenS mit an.TaS ift unb h^ßt inbeffen nod) nicht ©ouoernante. SeneS SebürfniS nun würbeaber wohl gunächfi unb oorgugSweife in reidjeren ariftofratifdjen Käufern empfunden,Wo bie Stutter fid) mit ber geiftigeu pflege ber Tödjter nid)t Befaffen fonnte oberwollte, auS Stanget an 3eit, auS Sornehmheit, ober weit fie fetter ben gefteigertenAnfprüdjen an wiffenfdjaftlidje ober fünftterifdje Sitbung nicht genügen gu fönnenfürchtete. Tiefer Umftanb im allgemeinen fdjon gab bem ©tanbe ber bagu Serufenen,ber ©ouoernanten etwas ariftofratifdjeS. 3m I7ten Safjihuakert gab eS inbeffengewiß nod) feljr wenige ©ouoernanten, mit Ausnahme ber Ijödjften Greife. Sou©ouoernanten in gürftenljäufern wollen wir aber ht« nicht panbetn, benn biefe finb

*) Sn granfreich h c ißt übrigen^ beutjutagc Me ©ouoernante institutrice, fte würbe fid)burd) ben Flamen gouvernante perabgefegt glauben, ©ine Sonne läßt ftd) aber gerne gouvernantenennen. 5) SBort gouvernante bejeidjnet außerbent fcßon tängft unb aucß je^t nod) ganggewöhnlich une femme qui gouverne le menage surtout dun komme veuf ou celibataire,eine Haushälterin. Aehnlid) heißt bonne ba unb bort in granfreid) unb in ber @d)Wcij baö©tubemnäbchen, bie Hauömagb, ohne alle Sejiehung ju Äinbern.