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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
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Gelehrtcnschulwesen.

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nämlich Landgraf Moriz die fürstliche Hofschule errichtet (für den Hofdienst, Edel- und! Capellkuabenl und 1599 als oollsKiciru Uauritiaiiaiii oder Rittercollegium zu einerAkademie im kleinen mit bedeutenden Kosten erweitert. Hier sollte für den höheren! Dienst im Staate und am Hofe erzogen werden, eben so wie in der Stipendiaten-anstalt des Landgrafen Philipp talentvolle Jünglinge des Bürgerstandes für Kirchenund Schulen gebildet wurden. Später war es eine Zeitlang mit der Akademie zuMarburg verbunden, wurde dann 1618 wieder selbständig zu einer förmlichen Ritter-! akademie eingerichtet, 1629 in eine hohe Schule verwandelt und 1633 sogar zur llni-> versität erhoben. Freilich aber ließen die Drangsale des dreißigjährigen Krieges dieses^ alles nicht zur vollen Entfaltung und Blüte kommen. Bevor wir jedoch diese traurigei Zeit in einigen Zügen näher kenntlich machen können, muß dasjenige noch kurz geschil-dert werden, was an Reaction gegen den bisherigen Formalismus und an eifriger Be-kämpfung der oft unverkennbaren Einseitigkeiten in der Zwischenzeit versucht oder ge-wonnen worden war.

: Z. 12. Die Bestrebungen der Realisten und Methodiker. Schon

: Desiderius Erasmus hatte das Verlangen ausgesprochen, daß der Grammaticus! (Philolog) manche Kenntnisse besitze, die zu dein Verständnisse der alten Classiker uner-läßlich seien, wie Mathematik und Naturkunde, wenn er auch dieser Disciplinen nichtvöllig Meister zu sein brauche. Auch Melanchthon hatte, von gleichem Sinne geleitet,sich in Tübingen eine universellere Bildung zu verschaffen gesucht und blieb dieser Nich-^ tung in seinem ganzen Leben getreu. Dabei wußte er recht wohl, daß ein wahres Ver-^ ständnis der wunderbaren Werke Gottes und ihrer Ursachen erst durch die Erkenntnisdes Rathschlusses seiner Liebe in der Sendung seines Sohnes möglich sei. Maoxarsmu»etiaw. uos, sagt er, aä illam astsraam ao-räsmiairi, in gua iotsKram ^Ii^siosn äis-oemus, gaum iäsam muuäi uobis aroliitsotus inoustradit. Er wollte die besten Schriftenüber die Physik in verständiger Auswahl gelesen, freilich zugleich dabei immer einentreffenden lateinischen Ausdruck angewendet wissen. Selbst die Astronomie lobte er undempfahl das Buch des ckob. äs Laorobasto äs Lxllasra (1531) mittelst einer Vorredezum Schulgebrauche, weil es das Wesentlichste und Einfachste aus dieser Disciplin aus-wähle. In der Vorrede zu seiner Ausgabe des Aratus erklärt er ausdrücklich, maumäße die Naturkunde von den Griechen erlernen. Endlich suchte er die damals un-! bekannte und verabsäumte Mathematik (der Urot'. matki. in Wittenberg las über die; 4 Species) wieder in die Schulen einzuführen. Ebenso hat Luther wiederholt die Real-? studien, insbesondere die Geschichte, Mathematik und Astronomie, dringend und lebendig^ empfohlen. Die Reformatoren waren ihrestheils also nicht Schuld daran, wenn diese! Studien dessenungeachtet vor dein 17. Jahrhundert zu keinem rechten Aufschwünge kamen.

- Da entstand, als sich die Einseitigkeit des Formalismus am schärfsten herausgestellt! hatte, der Gegensatz der Lealss gegen die Vsrbalss, während später, als das in seinen( Kunstschätzen neu belebte Alterthum unwillkürlich eine tiefere Auffassung hervorrief, sich! der Kampf der Humanisten wider die Realisten gebildet hat.

Eine ganz andere Reaction wurde durch den großen Engländer Franz Bacoi (1561 — 1626; vgl. d. Art.), den Zeitgenossen Shakespeare's und Kepler's, bewirkt. Er^ ist der Begründer des methodischen Realismus und insofern der wahre Vor-; läufer eines Ratichius und Comenius, von denen besonders der letzte den pädagogischen( Gehalt seiner Grundideen ausgebildet und angewendet hat. Es ist nicht zu leugnen,j baß diese theilweise eine solche Eigenschaft und Bedeutung haben, daß wir ihre Geltung

- als eine auch für den Humanismus vorzugsweise beachtenswerthe anerkennen mäßen,

! zu welchem gerade Baco sonst in entschiedenen Gegensatz trat. In diesem Sinne bleiben( auch seine 9 Bücher äo äiAllitats st auAmsMis soisutiaruM und sein novuui srAUllOL^ ° juäivia vsra äs intsixrstaticms naturas classisch und maßgebend. Auf dem Wegei der Jnduction fordert er die unmittelbare Betrachtung der Dinge selbst, damit wir die! Bilder ganz so wie sie sind in uns aufnehmen können. Die Basis jener Pyramide,

- welche bei ihm die Wissenschaft überhaupt bildet, ist die Geschichte und die Erfahrung.