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Gelehrtenschulwesen.
nasium von 8 Classen mit 8—9 Lehrern unter dem Rector Lazarus Schoner ver-wandelt. Von dort wurde Jodocus Jungmann 1581 nach Cassel berufen, und auchhier die bisherige niedere lateinische Stadtschule zu einer Hähern von 8 Classen gesteigert,der gewöhnliche Name sobola Oasssllana eivioa zwar beibehalten, die veränderte Stel-lung dagegen durch den Rectortitel und durch Hinzufügung neuer Lehrämter bezeichnet.Manche dieser Anstalten wurden, um einen größeren Einfluß derselben möglich zumachen, mit Alumnaten verbunden. Die Fürstenschule zu Kloster Heilsbronn wurde1582 von dem Markgrafen Georg Friedrich begründet und mit fürstlicher Munificenzausgestattet (vgl. I. C. Held's Schulreden, S. 249, und daneben die Stiftung desKurfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg in Joachimsthal, s. Seebode's Archiv 11,S. 629 ff.). Andere strebten noch höher empor und haben sich allmählich zu Hoch-schulen umgestaltet. So entwickelte sich aus einer nachmals in Baireuth gegründetenAkademie (über deren Verhältnis zum Gymnasium s. Helds Schulreden, S. 281) balddie Universität zu Erlangen. Aber es erhob sich später bisweilen auch Rivalität zwi-schen diesen höheren und niederen Anstalten, die nach der einen oder andern Seite hinsehr zum Nachtheil ausschlug, s. Held's Schulreden, S. 275. In Altona wurde 173gein akademisches Gymnasium mit dem Pädagogium verbunden, das sich als Selectades O^mrmsium Obrmtiansnm mit akademischen Vorrechten bis zum Jahr 1845 er-halten hat; s. die interessante Geschichte desselben von I. H. C. Eggers in 3 Abth.,Altona 1834, 1838, 1844. 4. Progr. In Mitau bestand seit 1775 ein gut dotirtesO^mnasinm illn3trs (Akademie), das auch unter russ. Zepter seine vorige Einrichtungbeibehielt und erst bei der Errichtung der Univ. Dorpat geändert ward-
Z. 9. Der persönliche Einfluß bedeutender Schulmänner in dieserPeriode. Hatte sich die Reformation nur durch die lebenentscheidende That persön-licher Aneignung des Glaubens in dem Einzelnen verwirklichen können, so mußte dasganze Streben und Wirken der Zeit nach den verschiedenen Seiten hin in tüchtigenPersönlichkeiten sich geltend machen. Es befanden sich daher schon unter den unmittel-baren Zeitgenossen der Reformatoren viele ausgezeichnete Schulmänner, die ihrerseitswiederum anregend in gleicher Weise auf die nächstfolgende Zeit wirkten. Als die be-rühmtesten unter diesen gelten ohne Zweifel mit Recht Michael Ne an der in Nord-hausen und Jlefeld (vgl. Havemann, Mittheilungen aus dem Leben von M. Neander,Gött. 1841), Valentin Friedland, nach seinem Geburtsorte gewöhnlich Trotzendorf ge-nannt, anfangs in Görlitz, später in Goldberg, und Joh. Sturm in Straßburg (s. diedrei Art.). Aber daneben mäßen doch auch, entweder wegen großartiger Einrichtungund Beförderung des Schulwesens, oder wegen unmittelbarer Thätigkeit im Lehramtegenannt werden: Joh. Bugen Hagen in Hamburg (s. d. Art.), Georg Spalatin inAltenburg, Cyriacus Lindemann in Gotha (s. Schulze, S. 42 ff.), Hieronymus Wolfin Mühlhausen, Nürnberg und Augsburg (s. d. Art. vgl. F. Passow's verm. Schriften,hekausgegeben v. W. A. Passow. Leipz. 1843. S. 277 fs.), Georg Fabricius in Meißen,Laur. Rhodomann in Stralsund, Andreas Boötius in Eisenach (s. Funkhänel,Beiträge zur Gesch. der Eisenacher Schule, III; Progr. v. 1854, S. 9 ff.), Joh. Ca-fe lius und Georg Calixtus in Helmstädt (s. Wiedeburgs humanistisches Magazin,1788, S. 58 ff. 242 ff.), Joachim Camerarius (s. d. Art. Kämmerer) und EobanusHessus, sowie Sebald Heyden in Nürnberg, C. Helwig in Gießen, Pet. Nigi-dius, Rud. Goclenius und Jodocus Jungmann in Cassel, und andere mehr.
Als der einflußreichste von allen möchte Joh. Sturm nach dem Urtheile derZeitgenossen und nach dem Ausweis der uns von ihm überlieferten Schriften zu be-trachten sein. Man setzte ihn über alle Lehrer alter und neuer Zeit, wünschte späternoch seinen Geschmack, sein Urtheil und seine Methode wieder ins Leben rufen zukönnen und fand bei ihm das Ideal aller Methodik, der in dieser Beziehung den fol-genden Zeiten weit vorausgegriffen habe. Hierfür sprechen seine Schriften äs üte-rarnm Inäis rsots axsrisnäis, womit er 1537 den Organisationsplan seiner Schulezu Straßburg veröffentlichte, die im Mai 1538 feierlich eröffnet wurde, oesonawia