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2 (1878) Dankbarkeit - Globus
Entstehung
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Fröbel.

recht verstände. Die Kindergärtnerin soll gleichsam der bewußte Genius des spielendenKindes sein und im wahren Geiste des Kindes die Spiele desselben leiten. Manchesogenannte Fröbel'sche Kindergärten mögen dadurch in Miscredit gekommen sein, daß 'man die von Fröbel vorgeschlagenen Beschäftigungen und Spiele in äußerlicher Weise ,erlernen und einüben ließ mit einer gewißen Verstandesreflexion ohne Gemüthstiefe undGemüthsinnigkeit. Diese entsprechen nicht dern Geiste Fröbels. Um einem Kindergartenheilsam vorzustehen, dazu gehört ein kindlicher, dem Kindesleben nachgehender und sichihm hingebender, echtreligiöser Sinn voller Liebe und voller Glauben, aber auch voll !von Bildung und innerem Leben, um den verschiedensten Kindern möglichst alles zusein und sie gleichsam wie eine geistige Sonne zu bescheinen und zu beleben. Dahereignet sich zur Leitung von Kindergärten vorzugsweise das gebildete Frauengemüth, dader Mann in der Regel sich zu sehr durch den reflectirenden Verstand und durch einegewiße Willenshärte bestimmen läßt, um spielenden Kindern alles sein zu könne».Fröbels großes Verdienst um die Kindergärten besteht nun besonders darin, daß er dieKinderspiele der sorgfältigsten Betrachtung unterwarf und in der Untersuchung, was die >Kinder spielen können und spielen sollen, einen bewundernswürdigen Scharfsinn zeigte.

Er gab mehrere Schriften heraus, in denen er seine Ansichten über die Kinderspieleund ihre Leitung veröffentlichte, von denen ich nur bemerke: Ein Ganzes von Spiel-und Beschäftigungskästen für Kindheit und Jugend 1. bis 5. Gabe. Die Spiele sind nachihm theils Bewegungs- theils geistige Spiele. Jene üben vorzugsweise die Gliederund Sinne, diese die geistigen Anlagen in ihren Anfängen; beide aber greifen auch i»einander über und bilden ein Ganzes. Die geistigen Spiele sind besonders folgende:Spiele mit dem Ball, mit der Kugel, dem Würfel und der Walze; Bauspiele mit demWürfel, der in der verschiedensten Weise getheilt wird. Außerdem läßt Fröbel flechten,falten, ausschneiden, zeichnen und vieles andere. Fröbel sucht und findet in allen diese»Spielen und Beschäftigungen Einheit und Zusammenhang, Bedeutung und Hinweisungauf das spätere Leben. Ganz besonders sinnig erscheinen die Bauspiele, und die Kinderzeigen für diese großes Interesse und bilden sich an denselben sichtlich. Wie FMalle diese Spiele dazu benützt, um die Kinder sich bei denselben aussprechen und im ^Sprechen sich üben zu lassen, so bringt er auch den Gesang damit in Verbindung. >Es wird in den Fröbel'schen Kindergärten alles besprochen und besungen. Fröbel Hutfür Mütter und Kindergärtnerinnen Mutter- und Koselieder und weiter auch hundert ^Balllieder herausgegeben, um sie in den Stand zu setzen, die Spiele der Kinder durchRhythmus und Gesang zu beleben.

Wie Fröbeln schon in seinen früheren pädagogischen Unternehmungen der bereits er-wähnte edle Middendorf treulich unterstützte, so förderte dieser auch die Begründung derKindergärten in jeder Weise. Bei seinem liebevollen und kindlich-sinnigen Wesen warMiddendorf vorzugsweise geeignet, Kindergärten zu leiten. Auch schrieb er über die-selben selbst ein Buch, welches er der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt z«rWürdigung vorlegte: Die Kindergärten. Bedürfnis der Zeit, Grundlage einigender >Volkserziehung. Blankenburg bei Rudolstadt, 1848. Fröbel selbst aber gieng in de« iletzten 12 Jahren seines Lebens ganz auf in Betrachtungen über das Wesen der Kin-dergärten und in praktischen Versuchen, dieselben ins Leben einzuführen und schied mitte»unter diesen Bemühungen mit dem Bewußtsein aus diesem Leben, daß er für das Wohlder Menschheit nach Kräften gearbeitet und die ihm von Gott gewordene Mission red-lich erfüllt habe. Die Fröbel'schen Kindergärten enthalten denn auch abgesehen mmanchen Tändeleien, die sie bei ihrer ersten Gründung in sich aufnahmen, einen gesun-den lebensvollen Kern, der unserer Nation nicht verloren gehen darf, sondern einerkräftigen Fortentwicklung ebenso fähig als würdig ist. In der That bestehen auchjetzt schon eine beträchtliche Zahl von Fröbel'schen Kindergärten und sie mehren sichfort und fort. Am meisten blühen sie gegenwärtig (1860) wie es scheint in Hamburg,indem daselbst nicht bloß 9 Bürgerkindergärten bestehen, sondern im vorigen Jahre aucheine Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen errichtet worden ist, die von FröM