Versetzung.
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einander und an den Lehrer, macht einen tieferen geistigen und sittlichen Einfluß desletzteren und die Ausbildung eines guten Classcngcistcs möglich. Ter Unterricht, welcherallen Schülern der Classe sowohl für die mündlichen als auch für die schriftlichenUebungen die nämlichen Aufgaben stellt, schreitet in dem jährigen Cnrsns langsam,ruhig und stetig fort, während der Lehrer einer Classe, in welche halbjährlich versetztwird, zugleich die älteren und die neu eingetretcnen Schüler beschäftigen und fördernsoll, und zwischen beiden Abtheilungen in seiner Thätigkcit hin und her gerissen wird.Die Erläuterung des neu zu Lernenden ist gründlicher, die Einübung sorgfältiger, dieWiederholung häufiger, als wenn dasselbe Pensum in einem halben Jahre hastig absol-virt werden muß. Uebermäßige, der ruhigen Gcistesentwicklung und der körperlichenGesundheit nachtheilige Anstrengungen werden vermieden und die Schüler an ein bedäch-tiges, genaues Auffassen, an eine sichere Durchdringung und Aneignung des Lehrstoffs,an ein gleichmäßiges und gründliches Arbeiten gewöhnt. Nicht bloß guten, sondern auchmittelmäßigen Köpfen gelingt so ein, wenn auch langsames, doch sicheres Fortschreiten,und es werden hierdurch im Laufe eines Jahres mehr Schüler zur Versetzung reif, alsdurch zweimalige Durchnahme des Pensums in je einem halben Jahre. Auch ermög-licht die jährlich nur einmal stattfindcnde Versetzung, milder dabei zu verfahren, weiles bei dem langsameren Gange des jährigen Cursus leichter ist, mit fortzuschreiten, unddeshalb erwartet werden kann, daß Schüler, welche mit schwächeren Kenntnissen versetztwerden, in der neuen Classe dennoch fortkommen. Dadurch endlich, daß nur einmal all-jährlich die Einführung und Einschulung der neu eintretendcn oder neu versetztenSchüler, die Versetzungsarbeiten, Versetzungs- und Abiturientenprüfungen wiederkehren,wird den Directoren und Lehrern viel Arbeit, dem Unterrichtsgange viel Unruhe undStörung erspart.
Hiergegen wendet man ein: die gewünschte Gleichartigkeit der Schüler einer Classeist auch bei den jährigen Cursen und jährlich einmaligen Versetzungen nicht vorhanden,theils weil es vom vorigen Schuljahr zurückgebliebene, oft in nicht geringer Zahl, giebt,die doch auch Beachtung verdienen und nicht nur um ein halbes, sondern um ein ganzesJahr des Lernens und Uebens von den neu Eingetretenen sich unterscheiden, theils weilunter den zusammen Versetzten die Verschiedenheit der Anlagen, des Fleißes und dermitgebrachten Kenntnisse bald große Ungleichheiten hervortretcn läßt. Eine gleichmäßigeBehandlung der rasch fortschreitenden und der nicht mit fortkommenden Schüler ist nichtrathsam, weil dadurch die erstcren zu sehr aufgchalten werden. Aber auch wenn mandas Bemühen, alle Schüler der Classe gleichmäßig fortschreiten zu lassen, wie das häufigbald nothwendig wird, aufgiebt, wird bei einem jährigen Cursus der Unterricht leichtschleppend, matt und wenigstens für die Begabteren langweilig, das Ziel liegt in zuweiter Ferne. Deshalb machen es sich Lehrer und Schüler zu Anfang leicht bequemund lassen es, namentlich im ersten Halbjahre, an der rechten, die Kräfte weckenden undübenden Anstrengung fehlen. Wenn auch wirklich einige mittelmäßige Köpfe mehr so ineinem Jahre zu einer erträglichen Reife gebracht werden, was noch fraglich ist, — diebesseren werden aufgehalten, und durch die mildere Versetzung wird der Standpunct derElasten allmählich herabgedrückt. Die Mehrarbeit, welche durch die halbjährliche Wieder-kehr der Aufnahme, Versetzung und Entlassung der Schüler dem Dircctor und denLehrern erwächst, wird deshalb nicht für sehr erheblich angesehen, weil die Zahl der be-treffenden Schüler dann jedesmal weit geringer ist, und andererseits sind die Versctzungs-arbeiten nicht wesentlich von den ohnehin am Ende jedes Semesters unerläßlichen Extem-poralien und Repetitionen verschieden. Eine halbjährlich wiedcrkchrcnde Maturitäts-prüfung aber läßt sich auch bei jährlichen Versetzungen wegen der durchgefallenen undzurückgetretenen Abiturienten nicht ganz vermeiden.
Aus diesen Einwendungen ergeben sich zum Theil schon die positiven Gründe,welche für die halbjährlichen Versetzungen angeführt werden. Es ist hiernicht davon die Rede, daß jeder Schüler alle Halbjahre soll versetzt werden können,