Versetzung.
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Vorschläge folgte, den zur Beseitigung der Uebcrladung der Schüler mit Schularbeitenein „praktischer Schulmann" in Gehers Protestant. Monatsblättcrn Mai 1855 S. 319macht: „Der Staat müßte einen jeden Schüler, welchem der Lehrer das Zeugnis giebt,daß er mit Fleiß und gutem Willen gearbeitet hat, am Ende des Schuljahrs zur Pro-motion in die höhere Elaste zulassen. Denn wenn der Schüler das nicht sicher hat, sowird er, um von der Promotion nicht ausgeschlossen zu werden, gezwungen sein,freiwillig noch über die gebotene Arbeitszeit hinaus zu arbeiten."
Trotz mancher Nachtheile, welche, wie mit allen menschlichen Einrichtungen, so auchmit dem in Deutschland herrschenden Versetzungssystcm verbunden sind, ist dasselbe dochzur kräftigen Anregung der Schüler und zur Festhaltung eines in bestimmter Ordnungstufenweise fortschreitenden Lehrganges unentbehrlich. Darin, „daß jede Elaste einenbestimmten Kursus hat und kein Schüler in die höhere Elaste versetzt wird, der diesenCursus nicht intensiv und extensiv, auf das gründlichste durchgemacht hat," findet einSchulmann in der Berliner Zeitschr. für d. Gynmasialwesen 1858 S. 337 nicht mitUnrecht ein Hauptmittel gegen die Noth, welche das Abituricntenexamen vielfach mache.In strengen Versetzungen liegt auch, was Hegel in Schulrcden hervorhebt (Werke,Bd. XVI. S. 177, 184 ff.), ein Mittel, trägen oder unfähigen Schülern ihre Unan-gemessenheit zu der Bestimmung der Anstalt zum Bewußtsein zu bringen und sie hier-durch zu veranlassen, daß sie sich nach anderen Bestimmungen umsehen und nichtversuchen, auf dem Vorbcrcitungswege zur Universität weiter fortzugehcn, währendandererseits das Eintreten in eine neue Elaste, in eine höhere Beschäftigung und zuandern Lehrern der Jugend das freudige Gefühl des Vorwärtsschreitcns gewährt undals eine Belohnung für Aufmerksamkeit und Fleiß empfunden wird. Daß der mit denVersetzungen verbundene Wechsel nicht zu bunt und hierdurch nachtheilig werde, suchtman nach Möglichkeit, vorzugsweise in den unteren Elasten, zu verhüten, theils dadurch,daß man nicht viele Lehrer neben einander beschäftigt oder wenigstens einem unter ihnen,dem Ordinarius, den größten Theil der Lehrstunden und die Hauptsorge für die Er-ziehung überträgt, theils auch dadurch, daß man die Lehrer einer Elaste mit ihrenSchülern in die nächsthöhere anfsicigen läßt. Als eine allgemeine Maßregel, solchesAufsteigen anznordnen, hat die preuß. Realschulordnung von 1859 (Erläut. g. E.)mit Recht abgelchnt, aber unter Umständen, wenn die Lehrkräfte dazu geeignet sind, esgestattet (s. Bd. I. S. 790 Anm. u. die Denkschr. des Berliner Stadtschulr. Hofmannüber die Errichtung von Mittelschulen. Zeitschr. f. d. Gymn. 1869 S. 522).
Bei der Festsetzung der Ordnung, nach welcher die Versetzung der Schüler auseiner Elaste in die andere zu geschehen hat, fragt es sich: 1) wie lange der Schülerregelmäßig in den einzelnen Elasten sich aufhaltcn, 2) in welchen Zeiträumen eine Ver-setzung vorgenommen werden solle, 3) welcher Grad der Ausbildung zur Versetzungerforderlich sei, 4) wie der Kenntnisstand der zu versetzenden Schüler am besten ermitteltwerde und 5) wer über die Versetzung zu entscheiden habe. Wir erörtern diese Fragenvorzugsweise in Rücksicht auf die preußischen Gymnasien und Realschulen. Was fürdiese gilt, wird im wesentlichen unter leicht sich ergebenden Abänderungen auch an denhöheren Lehranstalten anderer deutscher Staaten, an Mittel- und mehrclassigcn Elemen-tarschulen Anwendung finden.
1) Dauer des Aufenthalts der Schüler in den einzelnen Classen.Für die Gymnasien und Realschulen in Preußen ist vorgeschrieben, daß die Schüler inden drei unteren Classen (Sexta, Quinta, Quarta) regelmäßig je ein Jahr, in den dreioberen (Tertia, Sccunda, Prima) je zwei Jahre zubringen. Die Ministerialvcrordnungvom 24. Oct. 1837 begründet diese Vorschrift in Betreff der drei unteren Elasten so:Für diese dürfe der Weg zu dem ihnen gestellten Ziele nicht zu lang sein, um die nochungeübte Kraft der Schüler nicht zu ermüden, aber auch nicht zu kurz, um ihnen dieSchwierigkeiten des Weges in seinem weiteren Verlaufe wenigstens fühlbar zu machenund um das Bildungsgeschäft nicht zu übereilen. Aus diesem Grunde und damit die