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1 (1859) A - Dinter
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©anfbarfeit.

namentlich and) jur ©antbarteit, in einer ^Beilage ju feinen ©runbfähen ber Gtrj. ic.(6. Sluff. I. ©. 547 ) fefw richtig gefaßt:®ie Äinber ftnb ohne EluSnaljme bie größtenSgoiften" (nur fotnmt ber fßelagianiSmuS and) bei 9 ?iemetjer barin gleid) wieber jumtöorfcfjein, baff er biefen GsgoiSmuS als etwas naturnothwenbigeS anfieljt, um ben ©riebber ©elbfterhaltung, ber 31t r ©elbfttljätigteit führe, red)t tief 31t begriinben). 3 n ^olgejenes (SgoiSnutS nehmen bie Äinber alles an, haben Wohl eine freunblidje fDtienefür ben ©eher, and) eine Slrt non Siebe, Weil fie feiner ©eWogenljett fid) öerfidjerthalten; aber baß bariu für fie felber eine Serpflidjtung liege, gegen ihn and) nur ge=wijfe ffticdfidjten 31t beobadjten, baran benfen fie nidjt; f'ommt ein anberer ihnen in ben2ßeg, ber ihnen biefelben ©ienfte Ieiftet, fo ift ber erfte gcn^lid) bergeffen, man bebarffeiner nidjt mehr. ©0 Ij^t öab Äinb woljl and; gegen einen Seijrer eine ßmieigung,aber toeit feltener wegen beffen, WaS eS an Sehren non iljm empfängt, als weil er feineÜDtadjt nidjt in ber ShtSbeljnung gegen baS Äinb brandit, in welcher ihm baS möglichwäre; bie wirttidje ©antbarteit ftetlt fid) im günftigen ffaüe erft mit ben reiferen 3 ahrenein. ® eS ben Gütern etwas 3U banten hübe, tommt bem Äinbe um fo weniger inben ©inn, je ununterbrochener iljm bie SBoIjIthaten berfelbcn 3ufließen; eS wähnt, baS!önne gar nicht anberS fein. 2 Bie ftimmt aber biefe ©Ijatfadje Ö u ^ ei ' o&igen 33 eljaup=tung, baff ©antbarteit ein tiefes SBebürfniS beS tDcenfdjenljeqenS fei? @an3 fo, wieimmer bie ebelften unb tiefften SSebiirfniffe, bie bie ©iinbe eingefdjläfert unb abgeftumpfthat, erft geWedt werben ntüßen. ®aS gefdjieljt nun freilid) nicht, wie un$ SEcnoph 011(Güjrop. I, 2.) non ben Werfern berichtet, burdj fdjwere ©träfe, bie auf ben Unban!gefegt Wirb; fdjon beswegen nidjt, weil großer Unban! borljauben fein !ann, ofjne baßer 3ttr beweisbaren ©Ijatfadje ^U'b, unb bann, Weil eine ©anfedbeseugung auS gurdjtöor ©träfe felbft Wieber nidjtS als ein fßrobuct beS Egoismus ift. Elber baS ift um fogewißer, baß im ffinbe bie ©antbarteit nur babitrdj 31t werten unb 31t pflegen ift,Wenn man eS banten lehrt, eS 3unt ©anten anhält. ©aSSeben felbft bietet, namentlichbeim Slnblid fremben UnglücfS, Einlaß h' e 5 lt genug bar; baS 2 )corgen= unb Elbenbgebethat feinen päbagogifdjen äBerttj namentlich and) barin, baß eS bie flüchtigen StnbrücfebeS empfangenen (Sitten fiyirt unb fo bem tuqeit ©ebädjtniS, baS ben Unbantbarendjaratterifirt, entgegenarbeitet. Ebenfo ift baS ©ifdjgebet fdjon anS biefem ©runbe fürchriftlidje Erziehung unentbeljrlidj. SBo fidj bei einem fiinb Un3ufriebenljeit titnb giebt,3. 53 . mit ber ihm berabreidjten ©peifc, mit feiner Äleiouug lt. f. w., ba muß ihmgefagt Werben:baute ©ott, baß bu baS Ijaft"; 33 eifpiele, wie baS beS berlorenen©ohneS im Ebangelium, ber 3itfrieben gewefen wäre, ba ein ©aglöljner 31t fein, wo eSihm 31t enge gewefen War als ©oljn beS Kaufes, fpinweifungen auf bie in jeber Sagemöglidjen ©lücfSWechfet finb lji er ganj am Drte. 2 lber auch nteufdjlidjer SBohlttjatgegenüber ift ljier bie Eingewöhnung ber ©anteSbeseugung bon größter SBidjtigfeit. SSgiebt auch 3 l U gearteten Äinbern, namentlich bei Änaben, eine gewiffe 33 Iöbigfeit,eine bumme ©djam, bie fidj nor allen 33e3eugungeu bon ©ant unb Eleljnlidjem fürchtet,weil man fidj felber linfifd) bortommt; baS fann fo Weit gehen, baß fidj ein ftinb liebereiner äSoljltljat entzieht, nur um nicht banten 31t mäßen. 5 $ollenbS eine ©anffagungS»oifite 31t machen, ift ben meifteu Stnaben ein bitterer Steldj, wäljrenb bie SDtäbchen im33 ewußtfein, fidj gefällig benehmen 3U tonnen, baS weniger fdjeuen. .£)ier muß nuneinfach bitrdjgegriffen Werben mit unnadjfidjtlidjem ©ebot; ift einmal jene ©djeu über=Wunben, fo befommt jenes eblere, urfprünglidj» natürliche ©efiiljl unb SebiirfniS Suft.Sluch unter ben Äinbern felber muß barauf gehalten werben, baß eine empfangeneSiebeSerWeifung im ©ebädjtniö betjalten wirb; tritt ein Sßergeffeu, eine SDtiSftimmungein, fo ift eS ©adje beS Sr^ieljerS, an bie ©anfeSfdjulb 3U mahnen; fowohl bei folchemunmittelbaren Einlaß, als wo fonft baS Sehen unb bie ©efcfjidjte ba3n bie §anb bietet,muß inSbefonbere mit Sradjbrud baS fpäßlidje beS UnbanfS, baS SKafljonette, Stieber»trächtige beffelben bem Äinbe bor Singen gehalten werben. Schwieriger ift eS, bie©antbarteit, bie wir als Gittern, als Seljrer gegeu unfre t))erfon an3ufpredjen baS Stecht