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1 (1859) A - Dinter
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Aberglaube.

genommene 31 t faßen. Semnadj entfielt Aberglaube bei machen ©innen aber fdjlum»mernber ItrtfjeilSfraft, intern fcbann bie^antafie an bie ©teße bcr lefctern tritt, umbie finnücfje Sßafrneljmung im 23cwußtfein uutequbringen, bem 23orfteßungSfrei8 ein»jurei^en, 3 . 23. ©onnenfinfterniS als Kampf eines Sradjen mit ber ©onne, fie 3 U ber»fdjlütgeit, im Aberglauben ber dürfen borfteßig gemalt, bie unfidjcrn ©eftalten im3wielidjt beS SDtonbfdjeinS, baS 9tattfd)cn unb gliiftern in ber Sinfamfeit beS SBalbeS, bie ©elegenfjeitSurfadje ber ©efpenftcrfurdjt unb ber 23ebi5lfentng unljeimlidjer Ortemit untgefenben ©eiftern. And) ber 23erftanb fjat gewiffermafjcn feinen Aberglauben,inbem er irrige ©djliiffe bilbet unb barauf Weiter baut, ober non Anbern erzeugtefalfdje llrtljeile unb ©djliiffe auf Autorität Ijiit fidj aneiguet. ©ieß beweist bie @e=fdjidjte ber ißfnlofopljie, fofern gerate bie Srrtljümer unb Sinfeitigfeiten bcr berühmtenSDenfer non ten ©djfttern am begierigften aufgenommen, am eifrigftcu berfodjten unbauSgebreitet Werben, bis wieber ein neuer Srrtfum ben alten ablöst ober biefer fidj nrntfelbft auSgelebt Ijat. SiefMbagogil felbft ift reidj an foldjent »erftanbeSmäßigcm Aber»glauben, ba taS £>eil ber 2Belt non irgenb einem neuen ©bftem erwartet wirb, weldjeSbod; bei näherer SBetradjtung oft nur burdj llebertreibuug eirrgelner ÜWomente, alfoburdj ÜOiangel an Urtßeil Auffeljen erregt. Sin foldjcr Aberglaube War 3 .93. ber ©laubean bie afleiitgefdjeibmadjenbe Kraft ber Senfübungen, weldjem gegenüber ber an bie23ilbungSaßntadjt beS ©tofflidjen, fei eS ein realiftifdjeS ©Jaturfunbe u. f. f.) ober einibealeS (Religion), wieberum als pätagogifdjer Aberglaube fid; auftljut, inbem je eineSinfeitigl'eit bie anbere nerfeßert, beibe aber im SBerfeßern ber 9?üd)ternljeit übereintom»men. 2Bie niel 93crftanbeS = Aberglauben in politifdjeit 93?einungcn unb ©pftemen fei,leprt ber Sag opinionum commenta delens, 3 . 23. ber an baS aßein ben 23olfS=wißen repräfentiren foßenbe aflgemeiue 2Baplredjt ober ber Aberglauben an bie abfohtteAutorität SineS befpotifdjeu 253ißenS, non weldjem Aberglauben je bie Diäfrer beffelbcn(Semagogen, Höflinge) fidj felbft narren, Wie bie Ißriefter nont ©Bßeuopfcr. Audj bie9Jaturpl)ilofopl;ie früherer 3 e *ß ben leeren 9faitm ifjreS 9M;twiffenS aitS Mangel angorfdptng mit ißljantafiegebilben, weldje aber als Senfprotucte fidj gebärbcit, auSfiil»lenb, wie bie eyacte SRaturwiffenfdjaft jeßiger 3cit, aitS SDiangel an Sinfidjt in iljre©renjen in baS ©ebiet beS ©eiftigen Ijinüberpfufdjenb unb bie Sfjatfadjen beS ©lau»benS s. v. v. nieberglanbenb, Ijabeit Aberglauben beS 23erftanbeS erzeugt. Man mußtiefe Art non Aberglauben eine Kranfljeit ber Anmaßung beS 23erftanteS, ta er über©ebüljr an fidj felbft glaubt, jene erftere aber, ba ben ©innen opne llrtljeil geglaubtwirb, bie Kraufljeit beS fdjlafenben SSerftanbeS nennen, übrigens fdjon Ijier fidj merfeu,bafj greilfeit nom Aberglauben nidjt ofne weiteres baS -ßrinilegium her fogenannten©ebilbeten fei.

SaS eigentlidje ©ebiet teS Aberglaubens im engeren unb geWöfnlidjen Sinn aberift baS religiofe, unb pier fommt er tpeilS als Srbfraufpeit bor, bereu Anfänge fidjnießt feiten in baS peibnifdje Altertpum jurfieferftreden, in Weldjer 33e§ießxtng man aitSbem 2Bort gerne ben ©inn bon Heberljang eines alten ©laubenS, wie in superstitio baSsuperstes, peraitSport, tljeilS als neu entftaubeue Kranfljeit, local unb auf eiujelneißerfonen ober ©egenben eingefdjräntt enbemifd), ober epibemifdj burdj äftiaSuta oberSontagion ftdj Weit pin auSbepnenb, djronifd) ober acut. SßfeiftenS beftept tiefe religiofeKranfpeit in einem 3 ut) iet, fofern babei mepr als Wapr ift für wapr genommen, ber©laube überlaben Wirb, baßer bie ©pradjforfdjung baS 91ber in bem ©inn bon Heber3 u nepmen geneigt ift (23gl. ©rimmS ©rammatif unb Sßlptpologie; Sottafdje 23iertel=japrSfdjrift 1841. IV. ©. 38 n. f. ©ebanfen über Aberglauben unb Aufflärung; unbSpolulS Artifel in ^erjogS Sncpflopäbie). 9?ur barf man fidj biejj nidjt fo bor=fteßen, als ob Aberglaube nidjtS anbcreS wäre als ©laube -f Aber, ein quantitatiber3nfa^ beS Ueberflüffigen 31 t bem Aecfjten; benn obWofl tief? juWeilen borfontmt, bafjgläubige ©emütlier baneben nodj einen leidjten Anflug bon Aberglauben faben, fo iftboef bielmefr bie 9?egel biefe, baß leßterer an jenem jeßrt, wie eine Afterorganifation