Slb&itte.
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9 )fittelö jur ©traftofigfeit ftetS bebienen würben, währenb anbere bon inännlihereinE^arafter lieber bie ©träfe teibeu würben, als fid; burd; ein fold;eS SDJittel baooit be=freien; beim gerabe baS feinere @efül;l menfd;lid;er SBitrbe ift burd; eine gezwungeneSitte, überhaupt burd; ein erzwungenes SBort — ba bod; baS 2Bort, wie ber ©ebanfe,Zumal aber bie Sitte etwas fd;led;tl;in freies fein rauf? — riet tiefer berlefct, als burd;ein Setbeit, baS mau erbulben nutf;. (Sben beßl;alb aber ift and; baS 3 We ite berwerftidj.3d; fann bbttfommen genilgenbe ©riinbe haben, eine ©träfe ju erlaffen; alSbann tt;ueid; ltnred;t, bie wirflidfe Srlaffung an fotdj eine Formalität ju fnüfjfen, bie gerabebent befferen, gelegeneren Zögling, fobatb fie geforbcrt ober jur Sebingrtng beS ©traf»nad;laffeS gemad;t wirb, felbft als eine ©träfe fühlbar werben fönnte. ®ie Slbbittefeilte gar nid;t in 23e§ug gefefjt werben 31 t ber ©träfe; eS formen ebenfo gut beibenebeiteinanber als jebe ol;ue bie anbere befielen. Sine Sitte um Serfd;orutng, bie auSSlngft I)erborgeI;t, fann nur in fefir zartem Sitter Serücffid;tigrtng berbienen; alterenSiubern ftiinbe fie nid;t einmal Wcfil an, eS wäre eine geigl;eit, baS, WaS man ber»bient I;at, nid;t artSl;alten 31 t Wollen; unb nur im Falle einer unbernitnftigen Strengeober Seibeufd;aftlid;feit im ©trafuoK 3 uge Ware bie Slbbitte in obigem ©nute bie emsige9{otl;weI;r beS ©d;Wad;en.. (Sind; ber ipfalmift bittet ißf. G, 1. 38, 2. nicht bie Strafeau fid; ab, er fleht nur barum 3 U ©ott, baß er ihn mit SDlaß unb nicht in feinem©rimm ftrafe. ©0 Werben Wir and; nicht erft 31 t erinnern braud;en, baß h' er bonZeitlicher ©träfe, nicht bon göttlichem ©erid;te bie Siebe ift; wiewohl aud; in Sesugauf biefeS bie d;riftlid;e Stl;if £>i5I>ere Slnforbermtgen mad;t, b. h- ftd; nid;t mit einerbloS aus F u rd;t bor ber Serbamntniß h erö orgegangeneit Sitte um @trafnad;Iaf? zu»frieben gibt, fonbern ein Seibtragen über bie ©iinbe felbft bedangt.) GcS ift aberaud; an fid; baS 9iid;tigcre, als “Object ber Slbbitte nicht bie ©träfe, fonbern baS Un=redjt felbft, b. I;., ba baS ®efd;el;eue aud; burd; Sitten nid;t ungefd;ehen gemachtwerben fann, bie moralifd;e Sßirfung beffelbett, bie ©töruug beS ©emeinfd;aftS=Serhält=niffeS an 3 itfel;en. ®iefe ©törung artf 3 uf)eben, bie Negation felbft wiebcr 3 U negirenberfud;en wir baburd;, baß Wir bemjenigen, gegen ben wir uuS berfel;tt traben, mtfere©efinitmtg pevfönlid^ entweber als eine fotd;e barlegen, bie bon jeher eine anbere,beffere gcwefen fei, als nufere Stfra* erfdjeinen ließ (faft oergleid;bar ben 2 Borten
ber ©d;iHer’fd;en ÜDiaria ©tuart: „ 3 d; fann fagen, id; bin beffer als mein 9iuf"), wo»mit Wir unfer eigentlid;eS, wahres 3d; bon ber oereiuzelten £l;at abtrennen, biefe alsetwas nid;t auS jenem hcrborgegangeneS beSabouiren; ober berfud;eu wir eS baburd;,baß wir htnb geben, unfere ©eftnmmg fei inzwifd;eit eine anbere geworben, fomit benSeleibigten bitten, er möge in ber Srinuerung unb SKeinung, bie er bon uuS ^ege,unfer jefjigeS beffereS 3d; baS nicht entgelten laffeu, waS baS frühere, irregeleitete, ber»btenbete, leibenfd;aftlid; aufgeregte wiber il;n berbrod;ett. ©old;e Sitte muß aber, wiewir bereits anbeuteten, perfötrlid; au ben Seletbiger gebrad;t werben; in biefer £)e=mütl;igung, baß man fid; felbft bent Unwillen im Slicf, in ben Sßorteu beS SeleibigtenauSfetst, fid; gteid;fam il;m ißreiS gibt, baß man baS ißeinlidje fold;er ©ituation frei»willig auf fid; nimmt unb bannt ben Srnft beS ittnern SfeibtragenS fuub gibt, liegteine berföl;ncnbe ftraft. Unb Wenn and;, weil eben nur bie greiwiüigfeit einer folchen£>anblung ihren 255ertf) gibt, jeber $wang bettfelben anfl;ebt, fo befiehl befto gewifferin biefer Seziehung eine innere 9fotl;wenbigfeit; fold;e Slbbitte ift ©ott unb SDienfcheitgegenüber eine Pflicht, uid;t nur fofern fie baS SOZittel ift, um baS gerriffene Sattbber SiebeSgemeiufdjaft wieber 3 U fnüpfeit unb ben geftörten ^rieben hcrguftellen, fonbernand;, weil burd; fie bie ©iinbe felbft intterlid; oottettbS niebergefd;lagen, baS3d; factifd;bon ber ©iinbe emancipirt wirb. Unterfd;eiben miiffen wir übrigens fogleid; bottbiefem Stet einen anberen, ber aud; pabagogifd; häufig bamit oerWed;fett Wirb, nämlichbaS Serfhred;eit: „id; witl’S nimmer thuu;" baS ift feine Slbbitte, fonbern ein@elübbe;feine etl;ifd;=)3äbagogifd;e SBürbigung gehört fomit aud; erft in ben Slrtifel, ber biefebefmnbelt. — SJaS nun bie Slbbitte felbft, b. h- bie Sitte um Serzeifuntg, betrifft, fo